IN EIGENER SACHE

Das sagen Peter Wanner und Etienne Jornod zum neuen Medienunternehmen

Die AZ Medien und die NZZ-Mediengruppe bündeln ihre Kräfte und gründen ein zukunftsgerichtetes und eigenständiges Medienunternehmen mit starker regionaler Verankerung.
07.12.2017 | 12:30
Liebe Leserinnen und Leser;

Wir freuen uns, Ihnen über eine verlegerische und publizistische Entscheidung zu berichten, die den Qualitäts-Journalismus in der Schweiz sichert und in die Zukunft führt: Die AZ Medien und die NZZ-Mediengruppe gründen als gleichberechtigte Partner ein Joint Venture für die Deutschschweizer Regionalmedien. In das Joint Venture eingeschlossen sind die Regionalmedien der NZZ-Mediengruppe und sämtliche Einheiten der AZ Medien – mit Ausnahme des Onlineportals Watson.


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Welche Überlegungen stecken hinter dieser unternehmerischen Entscheidung?
Der Medienmarkt verändert sich fundamental. Als privatwirtschaftlich geführte Unternehmen sind wir überzeugt von den Chancen, die sich aus dieser Veränderung ergeben: Das Bedürfnis nach Qualitätsjournalismus in unterschiedlichen Kanälen und Medien bleibt bestehen und wächst sogar. Im neuen Unternehmen schaffen wir die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, in denen qualifizierte Medienschaffende die Informationsbedürfnisse unserer Leser, Online-User, Radio-Hörer und Fernsehzuschauer erfüllen können. Mit unserem neuen Unternehmen ermöglichen wir Qualitätsjournalismus in der ganzen Schweiz – verwurzelt in unterschiedlichen Regionen unseres Landes.

Die AZ Medien und die NZZ-Mediengruppe haben unterschiedliche Firmen-Geschichten; sie zeichnen sich aber durch eine wichtige Gemeinsamkeit aus – dem Bekenntnis zu unabhängigem, vorurteilslosem Qualitätsjournalismus in allen von ihnen verantworteten Medien. Damit erfüllen wir eine massgebende Aufgabe für unsere Gesellschaft und unsere direkte Demokratie. Wir schaffen mit dem Joint Venture ein Medienunternehmen, in dem unsere Redaktionen verantwortungsvoll über die grosse und kleine Welt berichten können; sie werden Ereignisse recherchieren, Hintergründe darstellen und sie kompetent kommentieren können. Deshalb gründen wir das neue Unternehmen.

Alle unsere Produkte, Titel, Portale und Sender bleiben mit ihren jeweiligen Mitarbeitern bestehen; in Zukunft sind sie in ein breit aufgestelltes Regionalmedien-Unternehmen integriert, für dessen Stabilität und Unabhängigkeit die NZZ-Aktionäre und die Familie Wanner garantieren. Das neue Unternehmen verfügt über die notwendige Finanzkraft, um in die Zukunft zu investieren.

Diese Fähigkeit ist wichtig, weil die Medienindustrie von neuen Technologien herausgefordert wird. Vor diesem Hintergrund verändert sich auch das Verhalten der Medienkonsumenten – unserer wichtigsten Kunden! – und die Inserate-Erträge gehen zurück. Journalistische Inhalte verlagern sich zunehmend auf Plattformen, die von kleinen Zeitungsunternehmen nicht mehr gestemmt werden können. Mit dem neuen Unternehmen können wir uns für diese Veränderungen wappnen und das Regionalmediengeschäft in die Zukunft führen.

Das Joint Venture repräsentiert aber auch die kleinteilige, vielfältige, föderalistische Schweiz: Wir betreiben Journalismus in unterschiedlichen Regionen mit eigenständiger Identität. Darauf nehmen wir Rücksicht! Wir schaffen das unternehmerische Umfeld, in dem profilierter Lokaljournalismus gedeihen kann.

Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst. Als breit aufgestelltes Joint Venture werden wir unseren Regionalmedien eine neue Plattform in der ganzen Schweiz geben. So gestalten wir den technologischen Wandel, stärken die Innovationskraft der Regionalmedien und garantieren verantwortungsbewussten Journalismus – auch in Zukunft.

Peter Wanner, Verleger der AZ-Medien 
Etienne Jornod, Verwaltungsratspräsident NZZ-Mediengruppe
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