Die Schweizer Geher machen den Abschluss

  • Die Schweizer Geher-Amateure Laura Polli und Alex Florez messen sich am Sonntag mit den Weltbesten.
    Die Schweizer Geher-Amateure Laura Polli und Alex Florez messen sich am Sonntag mit den Weltbesten. (KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)
13.08.2017 | 05:00

LEICHTATHLETIK ⋅ Die vier Entscheidungen im Gehen sind für den WM-Schlusstag unter dem Motto "Festival of Race Walks" angesetzt. Laura Polli und Alex Florez vertreten die Schweizer Farben.

Das Gehen ist innerhalb der Leichtathletik eine Randdisziplin - in der Schweiz erst recht. Wenn Laura Polli nach der WM in London ihre Karriere beenden wird, ist mit dem Ende der Ära der Polli-Schwestern das Frauen-Gehen auf internationalem Niveau quasi ausgestorben. Bei den Männern hält ein auf Mallorca lebender Schweizer die Disziplin am Leben.

Florez ist ein bunter Vogel und passt nicht so recht ins Bild der Profis oder Halbprofis, die sich in den Athletenhotels tummeln. Der leidenschaftliche Sportler ist ein Späteinsteiger, mit 46 Jahren der älteste WM-Teilnehmer überhaupt. "Ich bin stolz darauf", betonte er.

Seit seiner Kindheit lebt Florez auf Mallorca und entdeckte erst im Alter von knapp 40 Jahren seine Leidenschaft fürs Gehen. Seit ein paar Jahren investiert der Familienvater und berufstätige Hobby-Sportler seine Freizeit in diese Disziplin. Der Amateur hält inzwischen den Ü45-Weltrekord über 5 km auf der Bahn.

Am Sonntagmorgen wird er sich über 50 km quälen - 25mal hin und zurück, und zwar auf einer Zwei-Kilometer-Schleife zwischen Buckingham Palace und Triumphbogen (Admiralty Arch). "Das wird mental sehr hart", blickte er voraus. Aber er will mit drei Zielsetzungen im Kopf durchbeissen: "Erstens ins Ziel kommen, zweitens die Limite für die Europameisterschaften 2018 in Berlin erreichen und drittens meine persönliche Bestzeit angreifen." Für das Erreichen des zweiten Ziels sind in etwa 4:09:00 Stunden notwendig (die EM-Limite ist noch nicht abgesegnet), für das dritte 4:02:37.

Laura Polli hat ihr Arbeitspensum in den letzten Monaten von 80 auf 100 Prozent erhöht. Höhentrainingslager lagen mit Blick auf die Weltmeisterschaften nicht mehr drin. "Für mich ist London deshalb ein Fragezeichen", meinte Laura Polli, die erstmals an einem Grossanlass nicht mit ihrer Schwester Marie zum Wettkampf antritt. "Allein zu trainieren war sehr hart", betonte Laura Polli. Auch aus diesem Grund wird nach London Schluss sein.

Laura Polli startet über 20 km. Die neu ins Programm aufgenommene WM-Disziplin 50 km Gehen Frauen (in den Wettkampf der Männer integriert) war für sie kein Thema, obwohl ihr eine Top-Klassierung bei nur einer Handvoll Teilnehmerinnen auf sicher gewesen wäre. Die zeitaufwändige Vorbereitung für einen derartigen Lauf konnte und wollte sie sich nicht antun. Nur ins Ziel kommen ist für sie kein Ziel. Sie will sich in ihrer angestammten Disziplin sportlich würdig verabschieden. (sda)

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