Das Ende einer Ära

  • Usain Bolt feiert seinen Abschied von der Leichtathletik.
    Usain Bolt feiert seinen Abschied von der Leichtathletik. (KEYSTONE/EPA/SEAN DEMPSEY)
12.08.2017 | 14:00

LEICHTATHLETIK ⋅ Mit Usain Bolt und Mohamed Farah feiern zwei Grosse der Leichtathletik am Samstag an den Weltmeisterschaften in London ihren Abschied. Für Bolt ist es der letzte Auftritt seiner Karriere überhaupt.

Noch einmal werden die Kameras und Scheinwerfer auf ihn gerichtet sein, noch einmal wird er sich in Pose werfen und seine Faxen machen, noch einmal wird er mit über 40 km/h über die Bahn sprinten. Am Samstag um kurz nach 22.50 Uhr bestreitet Usain Bolt im Olympiastadion im Queen Elizabeth Park im Nordosten Londons das letzte Rennen seiner eindrucksvollen Karriere.

Noch einmal will der grösste Sprinter aller Zeiten als Erster die Ziellinie überqueren. Als Schlussläufer der 4x100-m-Staffel Jamaikas strebt Bolt seine zwölfte WM-Goldmedaille an, womit er sich und sein Land zumindest teilweise rehabilitieren könnte. Die Athleten von der Karibik-Insel, die den Sprint ein Jahrzehnt lang dominiert haben, sind die grossen Verlierer der diesjährigen Titelkämpfe.

Den Anfang hatte Bolt gemacht, als er vor einer Woche im Final über 100 m in seinem letzten Einzelrennen seinem langjährigen Rivalen Justin Gatlin aus den USA und dessen Landsmann Christian Coleman unterlegen war und eine Niederlage kassierte - die einzige an einem Grossanlass seit seinem Aufstieg 2008 an die Spitze nimmt man den Fehlstart im 100-m-Final 2011 in Daegu aus. Bolts Bronze über 100 m blieb die einzige Sprint-Medaille für Jamaika in den Einzel-Disziplinen.

Während seiner Regentschaft füllt Bolt alleine die grossen Stadien dieser Welt, er sorgte mit seinen Auftritten auch ausserhalb seiner Heimat für Hysterie, keiner vor ihm prägte die Leichtathletik so sehr wie er. Das Vermächtnis des erfolgreichsten WM-Athleten aller Zeiten ist riesig: elf Mal WM-Gold, acht Mal Olympia-Gold, die Weltrekorde über 100 m, 200 m und mit der 4x100-m-Staffel. Vor allem die an den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin gelaufenen 9,58 Sekunden über 100 m sind eine Marke, die womöglich noch lange Bestand haben wird.

Das dritte WM-Double für Farah?

Ebenfalls seinen letzten grossen Stadion-Auftritt an globalen Titelkämpfen wird Mohamed Farah haben. Am Ort seines grössten Triumphs, wo er 2012 erstmals das olympische Double 5000 m/10'000 m schaffte, will sich der 34-jährige gebürtige Somalier so von seinen Fans verabschieden, wie die es sich von Farah gewohnt sind: mit einem Sieg.

Für den Briten, der seit 2011 an Titelkämpfen ungeschlagen ist, wäre es das dritte WM-Double nach seinen Siegen an den Weltmeisterschaften 2013 in Moskau und 2015 in Peking (neben den zwei an den Olympischen Spielen 2012 und 2016). Das hatten selbst die äthiopischen Ausdauer-Asse Haile Gebrselassie und Kenenisa Bekele nie geschafft.

Seinen letzten Auftritt auf der Bahn wird Farah bei Weltklasse Zürich am 24. August im Letzigrund haben, ehe er auf die Strasse zum Marathon wechselt. (sda)

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Welcher der folgenden Begriffe ist keine Farbe: Gelb, Blau, Tisch?
 

Meistgelesen

Wenn Marco Aratore nicht trifft, springen zu selten andere in die Bresche.
Sport: 24.10.2017, 06:16

Der Jahrmarkt ist vorbei, die Achterbahnfahrt des FC St.Gallen geht weiter

Der FC St.Gallen hatte in sechs Partien nur eine Niederlage kassiert, ehe er gegen Lausanne 0:4 ...
Über die Höhe des Sachschaden liegen noch keine Informationen vor.
Unfälle & Verbrechen: 23.10.2017, 22:52

Nur Rauch statt Grossbrand

Am frühen Montagabend ist es in Romanshorn zu einem Grosseinsatz der Feuerwehr gekommen.
Die beiden serbischen Staatsangehörigen würden aus der Schweiz gewiesen und müssten mit einer Einreisesperre rechnen. Gegen den Arbeitgeber laufen noch weitere Abklärungen.
Ausserrhoden: 23.10.2017, 14:35

Ohne Arbeitsbewilligung in Hundwiler Restaurant gearbeitet

Am letzten Freitag sind bei einer Kontrolle in Hundwil AR zwei serbische Staatsangehörige ...
Die Zecken sind auch im Herbst noch aktiv - und können Krankheiten übertragen.
Schauplatz Ostschweiz: 24.10.2017, 06:53

Doppelt so viele Hirnhautentzündungen nach Zeckenbissen

FSME, eine Infektionskrankheit durch Zeckenstiche, kommt schweizweit fast doppelt so häufig vor ...
Die Suchaktionen der Polizei blieben erfolglos.
Unfälle & Verbrechen: 24.10.2017, 10:52

Vermisster 77-Jähriger tot aufgefunden

Seit Ende September wurde in Berg TG ein Mann vermisst.
Der Fahrer des Militär-Jeeps war abgelenkt und hatte Glück: Er blieb unverletzt, als sich sein Puch überschlug.
Unfälle & Verbrechen: 23.10.2017, 18:12

Militär-Puch landet nach Salto in Wiese

Ein spektakulärer Selbstunfall eines Militär-Jeeps ist am Montag im glarnerischen Mitlödi ...
«Etwas Einfacheres täte es auch», sagen die Gegner des PH-Erweiterungsbaus im Weinfelder «zur Rebe». Christian Mader (EDU), Andrea Vonlanthen (SVP), Aline Indergand (SVP) und Alex Frei (CVP).
Kanton Thurgau: 24.10.2017, 07:29

«Der PH-Neubau verlocht Geld»

Gegenwind für die Ausbaupläne der Pädagogischen Hochschule (PH) in Kreuzlingen.
Auf dem Flumser Postplatz kam es am Sonntagabend zur ersten Attacke.
Ostschweiz: 24.10.2017, 06:11

Schulpsychologischer Dienst über Täter von Flums: "Wir gingen nicht von einer akuten Gefahr aus"

Der 17-jährige Angreifer aus Flums war den Behörden bekannt.
Der Tatort wurde von der St.Galler Kantonspolizei weiträumig abgesperrt
Ostschweiz: 23.10.2017, 09:45

Täter war den Behörden bekannt - Untersuchung blieb ohne Folgen

Der Amokläufer von Flums war den Behörden bekannt.
Bei Radarkontrollen erwischte die Kantonspolizei jüngst Schnellfahrer in Lömmenschwil, Wittenbach und Waldkirch
Region St.Gallen: 23.10.2017, 18:16

Raser sind oft über 40 Jahre alt

Praktisch täglich erwischt die Kantonspolizei St.Gallen etliche Schnellfahrer.
Zur klassischen Ansicht wechseln