AMERICAN FOOTBALL

52. Super Bowl an Philadelphia Eagles

Die Philadelphia Eagles gewinnen zum ersten Mal die Super Bowl. Der Underdog setzt sich in Minneapolis mit 41:33 (22:12) gegen Titelverteidiger New England Patriots durch.
05.02.2018 | 04:34
Aktualisiert:  05.02.2018, 11:54

Die New England Patriots um Star-Quarterback Tom Brady sind entthront. Nick Foles, der Ersatzmann der Philadelphia Eagles, wurde nach einer famosen Leistung zum wertvollsten Spieler der Partie gewählt. Vor Ort verfolgten 73'000 Fans und weltweit fast eine Milliarde Zuschauer das Spektakel.

Überwältigt vom eigenen Heldenmärchen knuddelte Super-Bowl-Champ Nick Foles innig Babytochter Lily. Der Triumph des Aussenseiters Philadelphia Eagles gegen Titelverteidiger New England Patriots im Final der National Football League lieferte auch ein breites Spektrum an Emotionen.

Tief sass die Enttäuschung über die dritte Niederlage bei Tom Brady in seinem achten Super Bowl mit den Patriots. Bei einem weiteren Erfolg wäre Brady der erste Spieler gewesen, der sechs Mal die Vince-Lombardi-Trophäe erobert hätte.

Für die Eagles war es der erste Triumph bei der dritten Super-Bowl-Teilnahme nach 1981 und 2005. Vor 13 Jahren hatten sich im NFL-Final zwischen den gleichen Teams die Patriots noch mit 24:21 gegen Philadelphia durchgesetzt.

Vom Fast-Rücktritt auf den Olymp

Brady und Foles hatten einen bemerkenswerten Final der National Football League (NFL) orchestriert. Beide Teams pulverisierten die bisherige Offensiv-Bestmarke und kamen gemeinsam auf 1151 Yards. Beide Quarterbacks warfen drei Touchdowns, Foles fing sogar als erster Spielmacher der Super-Bowl-Geschichte auch einen Touchdown selbst. Zuvor hatte er in der NFL noch nie einen Pass gefangen.

Im erst vierten Playoffspiel seiner Karriere war ihm bei Aussentemperaturen von 17 Grad unter Null von Beginn an keine Spur von Nervosität anzumerken gewesen. In der Vorsaison hatte er eigentlich schon einen Rücktritt erwogen. Erst Mitte Dezember übernahm er den Job als Chef-Spielmacher von Carson Wentz nach dessen Kreuzbandriss.

Zuletzt hatten die Eagles in der Vor-Super-Bowl-Zeit 1960 einen Titel gewonnen. Im hochklassigen Endspiel von Minneapolis sicherte sich das Team aus Philadelphia nun im dritten Anlauf das erste Mal die begehrten Ringe für die Sieger. 2005 hatten sich noch die Patriots mit 24:21 gegen die Eagles durchgesetzt.

"Fly, Eagles, fly", sangen Mannschaft und Fans nach dem Triumph inbrünstig zur Vereinshymne, ehe sie zur Musik aus den "Rocky"-Filmen tanzten - die fiktive-Story des Box-Underdogs "Rocky" beginnt in Philadelphia. "Das bedeutet der Stadt und den Fans alles", jubelte Eagles-Besitzer Jeffrey Lurie und nahm damit die ausschweifenden Siegespartys in der Heimat vorweg.

Bis kurz vor Schluss der faszinierenden Partie hatte es wieder danach ausgesehen, als wenn Brady die Patriots zu einem ihrer gefürchteten Comebacks führen könnte. Nach langem Rückstand übernahm das erfolgreichste Football-Team dieses Jahrtausends im Schlussviertel beim 33:32 erstmals die Führung, doch Foles konterte nervenstark mit einem Touchdown-Pass auf Zach Ertz.

Die Entscheidung fiel in der Schlussphase, als Brady unter dem Druck der Eagles-Abwehr den Ball verlor. Defensive-End Brandon Graham zeichnete für den Ballverlust verantwortlich.

Brady macht weiter

Ein langer Pass von Brady in den letzten Sekunden fand seinen Empfänger nicht mehr - das Spiel war verloren. "Die Eagles haben besser gespielt, sie haben den Sieg verdient. Und deshalb sind wir nicht die Champs", sagte Brady. "Wir waren defensiv nicht gut genug", gestand der knochenharte Patriots-Trainer Bill Belichick. "Das reicht einfach nicht gegen ein Team wie die Eagles."

Brady und Belichick hatten in den vergangenen Jahren die Erfolgsära von New England geprägt. Offen ist nun, wie es mit ihnen weitergeht. Belichick soll zuletzt an einen Wechsel gedacht haben. Brady wird im Alter von 40 Jahren immer wieder nach einem Rücktritt gefragt. Schon vor dem Super Bowl hatte er jedoch angedeutet, dass er auf jeden Fall in eine 19. Saison gehen will. Danach sagte er: "Ich sehe keinen Grund, warum ich nicht weitermachen sollte." Es scheint so, als sei dieser Tom Brady noch nicht fertig. (sda)

Video: Super Bowl: Mitfiebern mit dem Underdog

Die Philadelphia Eagles haben zum ersten Mal die Super Bowl gewonnen. Die American-Football-Spieler der Bienna Jets fiebern mit dem Underdog, der sich in Minneapolis mit 41:33 (22:12) gegen Titelverteidiger New England Patriots durchsetzte. (Adrian Reusser, 2018-02-05 07:17:32)



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