Federer in Montreal nicht zu stoppen

  • Roger Federer steht in Montreal nach dem Halbfinal-Sieg gegen Robin Haase im Endspiel.
    Roger Federer steht in Montreal nach dem Halbfinal-Sieg gegen Robin Haase im Endspiel. (KEYSTONE/AP The Canadian Press/PAUL CHIASSON)
12.08.2017 | 22:36

ATP MONTREAL ⋅ Roger Federer erreicht in Montreal durch einen 6:3, 7:6 (7:5)-Sieg gegen Robin Haase den Final.

Robin Haase war nicht der Mann, um Roger Federers Siegesserie zu stoppen. Nie zuvor hatte er einen Top-5-Spieler bezwungen. Ausserdem stand er am Samstag zum ersten Mal in einem Halbfinal auf Masters-1000-Stufe, der Schweizer zum 59. Mal. Entsprechend einseitig entwickelte sich die Partie von allem Anfang an. Federer gewann gleich die ersten sieben Punkte und schaffte das erste Break zum 2:0.

Die einzige kleine Schwäche leistete sich Federer mit einem Aufschlagverlust zum 2:1. Er korrigierte dieses Malheur jedoch sogleich zum 3:1 und sicherte sich nach weniger als einer halben Stunde den ersten Satz. Im zweiten Durchgang schlug Haase deutlich besser auf. Ohne eine Breakchance ging es deshalb ins Tiebreak. Da führte Federer schnell 4:1, machte es aber nochmals spannender als nötig. Nach eineinviertel Stunden besiegelte ein Fehler der Weltnummer 52 aber den Finaleinzug Federers. In der gesamten Partie gab dieser bei eigenem Aufschlag nur gerade neun Punkte ab.

Absolut gelungener Test

Ohne Andy Murray, Stan Wawrinka, Novak Djokovic und Marin Cilic waren die Gegner in Montreal zwar weniger stark als an einem Turnier dieser Grösse üblich. Federer erreichte den Final ohne einen Spieler aus den Top 15 bezwingen zu müssen. Dennoch konnte der Durchmarsch so nicht unbedingt erwartet werden. Der Basler hatte sich erst eine Woche vor Turnierstart zur Teilnahme entschlossen und diese zum Test erklärt.

Mit Ausnahme eines schwächeren Auftritts im Achtelfinal gegen David Ferrer spielt er nach den Ferien bereits wieder wie aus einem Guss. Der Aufschlag funktioniert sehr gut, er ist mit seinen Netzangriffen äusserst erfolgreich und stellt seine Gegner mit gewohnt variantenreichem Spiel vor unlösbare Probleme. Dabei macht es den Anschein, dass Federer durchaus noch Potenzial nach oben habe.

Nadal auf den Fersen

Vielleicht wird er dieses im Final am Sonntag gegen den als Nummer 4 gesetzten Deutschen Alexander Zverev oder den sensationellen Nadal-Bezwinger Denis Shapovalov benötigen. Die beiden spielten ihren Halbfinal erst nach Redaktionsschluss. Am Selbstvertrauen wird es Federer nicht fehlen, der Test ist bereits mehr als gelungen. Mit den Turniersiegen in Halle und Wimbledon auf Rasen ist er bereits wieder bei 16 Erfolgen in Folge angelangt. Mit dem 94. Turniersieg - dem sechsten in diesem Jahr - würde der Schweizer mit Ivan Lendl auf Platz 2 der ewigen Rangliste hinter Jimmy Connors (109) gleichziehen.

Der Turniersieg wäre nicht nur wichtig, weil Federer in Montreal noch nie gewonnen hat (seine beiden Triumphe am Canadian Open gelangen ihm 2004 und 2006 in Toronto), sondern vor allem im Hinblick auf die Weltrangliste. Mit den 1000 Punkten, die ein Sieg bringt, würde er Rafael Nadal im Jahresranking überflügeln. Dann würde es Federer nächste Woche in Cincinnati genügen, gleich weit zu kommen wie Nadal, um vor den pausierenden Murray und Nadal die Nummer 1 zu werden. Er wäre der älteste Spieler der Geschichte an der Spitze des ATP-Ranking. Diesen Rekord hält bisher Andre Agassi. (sda)

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