MOTORRAD

Rossi und Co. über ihre Moto-GP-Debüts

Tom Lüthi kann sein Debüt in der MotoGP-Klasse mit Rang 16 im Grand Prix von Katar als geglückt bezeichnen. Auch die besten Fahrer der Welt haben an ihre Premieren gute Erinnerungen.
20.03.2018 | 09:54

Der WM-Zweite Andrea Dovizioso, der erstmals in seiner Karriere in Katar gewinnen konnte, erinnert sich noch gut an sein erstes MotoGP-Rennen. "Das war 2008 hier in Katar", sagte Dovizioso. "Ich bin praktisch zeitgleich mit 'Vale' ins Ziel gefahren, war Vierter oder Fünfter." Weltmeister Marc Marquez doppelte lachend nach: "Bei mir war es genauso. Auch ich gab mein Debüt vor fünf Jahren in Katar - und auch ich blieb knapp hinter 'Vale'. Er war Zweiter und ich Dritter."

Der von den beiden angesprochene Valentino Rossi grinst und meint, es sei ihm ein Vergnügen gewesen. Dann erinnert sich auch der 39-jährige Italiener an seine Premiere in der Königsklasse. "Das war in Welkom in Südafrika im Jahr 2000, damals noch mit den 500-ccm-Maschinen. Ich bin schlecht gestartet, und plötzlich fuhr ich die schnellste Runde. Ich erreichte die vorderste Gruppe und dachte: 'Wieso fahren die so langsam?' Und dann bin ich gestürzt. Das hat mich damals Folgendes gelehrt: 'Die anderen haben die Erfahrung, und ich war einfach zu schnell'."

Rossi brauchte drei Rennen Anlaufzeit

Das Trio, das am Sonntag in Katar auf dem Podest stand, gehört heute zum Besten, was der Motorrad-Sport zu bieten hat. Interessanterweise hatten alle drei bei ihrem Debüt mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen. "Für mich war das Schwierigste, mit der Kraft während der Beschleunigung umzugehen", erzählt der neunfache Weltmeister Rossi. "Ausserdem musste ich die Grenzen beim Vorderteil meiner Honda verstehen lernen, weil das Motorrad viel schwerer war." "Dottore" Rossi brauchte damals drei Rennen Anlaufzeit. Nach zwei Stürzen und einem 11. Rang stieg er in Jerez erstmals aufs Podest.

Andrea Dovizioso benötigte in seiner Debüt-Saison noch mehr Zeit, um erstmals unter die ersten drei zu fahren. Erst im zweitletzten Saisonrennen in Malaysia wurde er Dritter. "Im Gegensatz zur 250-ccm-Klasse musst man in den Kurven mehr rutschen. Das ist das, woran ich mich erinnere. Damals war die MotoGP-Klasse aber ganz anders als heute. Die Motorräder verfügten über viel weniger Kraft als die heutigen Maschinen."

Der inzwischen sechsfache Weltmeister Marc Marquez hatte am wenigsten Probleme, um sich in der MotoGP-Klasse zurechtzufinden. Der 25-jährige Spanier stand bereits bei seinem Debüt auf dem Podest und gewann das zweite Saisonrennen auf dem Weg zum WM-Titel.

Marquez hatte zu Beginn ähnliche Schwierigkeiten wie heuer Tom Lüthi. "Für mich war es das Schwierigste, den richtigen Bremspunkt zu finden. Wenn du im Rennen einen Fahrer vor dir hast, ist es schwierig, das Motorrad rechtzeitig zu stoppen. Aber wenn man das kapiert hat, kommt der Rest von selbst." (sda)

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