Giger ist die Nummer eins

  • Samuel Giger (links) und Armon Orlik liefern sich während gut 13 Minuten einen spektakulären Schlussgang.
    Samuel Giger (links) und Armon Orlik liefern sich während gut 13 Minuten einen spektakulären Schlussgang. (EDDY RISCH (KEYSTONE))
18.06.2017 | 20:37

SCHWINGEN ⋅ Samuel Giger gewinnt das 122. Nordostschweizer Schwingfest in Davos. Im Schlussgang bezwingt der Thurgauer den Einheimischen Armon Orlik nach einem kräftezehrenden Kampf mittels Kurzzug.

IVES BRUGGMANN
Nach 13 Minuten schienen die Kräfte der Schlussgangteilnehmer am Ende. Doch Samuel Giger griff noch einmal mit Kurz an – mit Erfolg. Der Thurgauer beförderte den Bündner Armon Orlik ins Sägemehl und drückte am Boden erfolgreich nach. «Es ist grossartig, hier gegen Armon zu gewinnen», sagte der 19-Jährige, der den Premierensieg am eigenen Teilverbandsfest auf eine Stufe mit dem letztjährigen Erfolg auf der Schwägalp stellt. 

Es war ein attraktiver Schlussgang, der die 5000 Zuschauer in der Davoser Eishalle mitriss. Sowohl Giger als auch Orlik suchten abwechselnd die Entscheidung. Je länger der Gang dauerte, desto angriffiger wurde Giger. Orlik zeigte jedoch seine Qualitäten in der Verteidigung. «Ich wollte Armon meinen Schwingstil aufzwingen», sagte Giger. Am Schluss sei dies perfekt aufgegangen. Er habe auch bei fortgeschrittener Gangdauer immer an den Sieg geglaubt. «Gegen Armon musst du immer dran bleiben, er nutzt die kleinste Nachlässigkeit.» Dem unterlegenen Schlussgangteilnehmer zollte Giger seinen Respekt. «Grosse Achtung, dass Armon so zurückkommen konnte.» Der Maienfelder hatte in Davos nach sechs Wochen eine beeindruckende Rückkehr gefeiert. Von seinem Sturz auf den Nacken, der sowohl physische als auch psychische Nachwirkungen zeigte, scheint sich der Bündner vollumfänglich erholt zu haben.
 

Orlik überzeugt sofort wieder 

Mit Spannung war der erste Gang Orliks vor dem Heimpublikum erwartet worden. Der Vorjahressieger schwang aber, als wäre er nie weg gewesen. Der Aargauer Stephan Studinger musste dies am eigenen Leib erfahren. Lediglich im dritten Gang fand Orlik gegen den starken Appenzeller Martin Hersche kein Siegesrezept. Am Nachmittag stellte der Bündner die Schlussgangqualifikation jedoch souverän sicher. Ganz anders Giger, der mit einem Gestellten gegen den Berner Gast Thomas Sempach startete und das Feld mit fünf Siegen in Folge von hinten aufrollte.

Auf Platz zwei, nur einen Viertelpunkt hinter Giger, reihte sich der St. Galler Daniel Bösch ein. Der Zuzwiler hatte während der ersten vier Gänge das Geschehen in Davos dominiert und die Rangliste dank vier Maximalnoten deutlich angeführt. Für die Schlussgangteilnahme hätte Bösch ein gestellter Gang gegen Giger gereicht. Doch der Thurgauer erzwang den Sieg regelrecht. Er lancierte Angriff um Angriff, während Bösch das Risiko nicht suchte. Gegen Ende der Gangdauer erwischte Giger Bösch mit seiner Spezialität, dem Kurz, doch noch. Die beiden Schwinger wiesen somit exakt dieselbe Punktzahl auf. Das Kampfgericht entschied sich wohl auch aufgrund des Sieges in der Direktbegegnung für den 19-Jährigen aus Ottoberg als Gegner Orliks. Im sechsten und letzten Gang schloss Bösch das Fest dank eines Sieges gegen den Appenzeller Michael Bless dennoch mit einer positiven Note ab.
 

Thurgauer und St.Galler gleichauf

Die Thurgauer und die St.Galler waren mit sieben Kränzen zwar die erfolgreichsten Mannschaften. Im Kampf um den Tagessieg wurden aber alle Kranzgewinner ausser Bösch und Giger schon früh zurückgebunden. Die Erwartungen erfüllt haben die drei Appenzeller Eidgenossen Raphael Zwyssig, Michael Bless und Hersche. Bless schnupperte gar an der Schlussgangteilnahme, wurde aber am Ende noch auf Platz sieben zurückgespült.
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