YB als Favorit, Lugano als Aussenseiter

  • Jean-Pierre Nsamé (links) muss für Guillaume Hoarau in die Bresche springen.
    Jean-Pierre Nsamé (links) muss für Guillaume Hoarau in die Bresche springen. (KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)
14.09.2017 | 04:00

EUROPA LEAGUE ⋅ Zum Auftakt der Gruppenphase in der Europa League am Donnerstagabend spielen die Young Boys daheim gegen Partizan Belgrad, während Lugano in Israel gegen Hapoel Be'er Sheva antritt.

Die jüngsten Nachrichten aus Bern waren nicht ermutigend. YB besiegte Lugano 3:0, verlor jedoch durch Verletzungen Guillaume Hoarau, Leonardo Bertone und Loris Benito. Die drei werden mehrere Wochen nicht zur Verfügung stehen.

Was nach einer markanten Schwächung der Mannschaft von Adi Hütter tönen mag, dürfte die Berner angesichts des breiten Kaders nicht aus der Bahn werfen. Trainer Adi Hütter kann an Bertones Stelle jederzeit Djibril Sow einsetzen, und für den linken Verteidiger Benito steht ebenfalls eine valable Alternative bereit: Jordan Lotomba, Neuzugang von Lausanne.

Die Absenz von Goalgetter Guillaume Hoarau ist indessen eine reale Schwächung, auch wenn der Franzose im ersten Teil der Saison nie so stark und überzeugend auftrat wie vor seiner im April zugezogenen Hüftverletzung. Roger Assalé und Jean-Pierre Nsamé werden das Stürmerduo bilden.

Vor einem Jahr starteten die Young Boys mit einem 0:1 daheim gegen Olympiakos Piräus in die Gruppenphase der Europa League. Zuletzt kamen sie nur aufgrund der Direktbegegnungen gegen Olympiakos nicht weiter. Ein früher Sieg könnte es den Bernern diesmal leichter machen.

Partizan Belgrad ist schwächer einzuschätzen als Dynamo Kiew und ZSKA Moskau, YBs Gegner in der Champions-League-Qualifikation. Der bekannteste Partisan aus Schweizer Sicht ist Everton Luiz, Everton genannt. Aber nicht Leistungsausweise von europäischen Spitzenklubs machen den 29-jährigen brasilianischen Aufbauer hierzulande bekannt, sondern die Zeit, die er ab Sommer 2014 in der Schweiz für Lugano und St.Gallen spielte. Im Januar 2016 luchste ihn Partizan den St.Gallern ab. Heute ist Everton mit dem im internationalen Vergleich bescheidenen Marktwert von 2,5 Millionen Euro mit der wertvollste Spieler im Kader der Serben.

Ein weiterer Spieler mit ein bisschen Schweizer Bezug ist Alen Stevanovic. Der 26-jährige Stürmer wurde in Zürich geboren und ist Doppelbürger, war aber ab 2011 bei Torino unter Vertrag. Von Turin wurde er in der Regel an schwächere italienische Klubs ausgeliehen. 2015 konnte ihn Partizan ohne Ablöse übernehmen.

Die geringe wirtschaftliche Kraft des serbischen Fussballs erlaubt es Partizan grundsätzlich nicht, teure Spieler zu halten. 25 der 30 Kaderspieler sind Einheimische. Ausländer sind Everton sowie je ein Afrikaner aus Kamerun, Nigeria, Guinea und Libyen. Der Nigerianer und der Kameruner gehören nicht den Nationalteams ihrer Heimatländer an. Partizans aktuelle serbische Internationale sind Stürmer Zoran Tosic und Goalie Vladimir Stojkovic. Bei Serbiens jüngstem 1:0-Sieg in der WM-Qualifikation in Irland sassen beide auf der Bank.

Partizan war Zweiter der letzten serbischen Meisterschaft. Es musste den Erzrivalen Roter Stern Belgrad auf 26:28 Meistertitel - jene im ehemaligen Jugoslawien mitgezählt - davonziehen lassen.

Lugano nach 15 Jahren wieder

Luganos Coup im Europacup liegt 22 Jahre zurück. Die Tessiner eliminierten Inter Mailand mit einem 1:1 sowie einem 1:0-Sieg im San Siro aus dem UEFA-Cup. Bei seinem bis heute letzten Auftritt im Europacup schied Lugano im August 2002 in der Qualifikation zum UEFA-Cup gegen die Letten aus Ventspils aus.

Trainer Pierluigi Tami hofft auf eine ähnlich gute Leistung seiner Mannschaft wie in der ersten Halbzeit bei YB. Erst der Platzverweis gegen Stürmer Carlinhos kurz nach der Pause hatte das klare Verdikt von 0:3 zur Folge.

Lugano tritt bei Israels Meister Hapoel Be'er Sheva als Aussenseiter an. Hapoel verfehlte die Teilnahme an der Champions League in den Playoffs gegen Maribor nur wegen der Auswärtstore-Regel. In der letztjährigen Europa League wurden die Israeli Gruppenzweite vor Southampton und Inter Mailand. Im vorentscheidenden Match besiegten sie Inter daheim nach einem 0:2-Rückstand mit 3:2.

Young Boys - Partizan Belgrad. - Stade de Suisse, Bern. - Donnerstag, 19.00 Uhr. - SR Kovacs (ROU).

Mögliche Aufstellung der Young Boys: von Ballmoos; Mbabu, Nuhu, von Bergen, Lotomba; Fassnacht, Sanogo, Sow, Sulejmani; Assalé, Nsamé.

Bemerkungen: Young Boys ohne Hoarau, Bertone und Benito (alle verletzt).

Hapoel Be'er Sheva - Lugano. - Turner Stadium, Be'er Sheva. - Donnerstag, 21.05 Uhr. - SR Mugnier (FRA).

Mögliche Aufstellung von Lugano: Da Costa; Rouiller, Sulmoni, Golemic; Mihajlovic, Mariani, Piccinocchi, Sabbatini, Crnigoj; Gerndt, Marzouk.

Bemerkungen: Lugano ohne Jozinovic und Guidotti (beide verletzt). (sda)

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