Dem Hamburger SV droht die dritte Barrage

  • Markus Gisdol und der Hamburger SV sind in Nöten
    Markus Gisdol und der Hamburger SV sind in Nöten (KEYSTONE/EPA/FRIEDEMANN VOGEL)
20.05.2017 | 07:59

LIGEN IM AUSLAND ⋅ Der Hamburger SV kämpft am Samstagnachmittag in der 34. und letzten Bundesliga-Runde mit dem direkten Gegner Wolfsburg und mit Augsburg gegen den unangenehmen 16. Platz.

Dieser 16. Platz führt in die Barrage gegen den Dritten der 2. Bundesliga. Kein anderer Klub hat mit dieser heiklen Aufgabe in Hin- und Rückspiel wie der Hamburger SV, der dienstälteste Klub der Bundesliga. Am Ende der Saison 2013/14 und 2014/15 kam es für die Hanseaten gut heraus. Aber sie sollten das Glück wohl nicht zu sehr herausfordern, denn der Formbarometer zeigt weiterhin ein Tief an. Sie gewannen keines der letzten fünf Spiel und kamen in dieser Zeit nur zu zwei Unentschieden.

Mit einem Heimsieg über Wolfsburg können die Hamburger die Abstiegsgefahr bannen. Den Gästen, die zwei Punkte vor dem HSV rangieren, genügt ein Punkt, um den Klassenerhalt zu schaffen. Auch der FC Augsburg, der als 14. wie Wolfsburg bei 37 Punkten hält, aber die um einen Treffer bessere Tordifferenz aufweist, benötigt beim Gastspiel in Hoffenheim noch einen Punkt.

Die involvierten Trainer versuchten im Vorfeld des Saisonfinales mit allen Mitteln, die Lage zu schönen. So weigerte sich HSV-Trainer Markus Gisdol, nur im entferntesten an das Schreckensszenario zu denken. "Negative Gedanken sind nur Energiefresser", sagte Gisdol. Auch sein Augsburger Kollege Manuel Baum und der niederländische Wolfsburger Trainer Andries Jonker gaben sich vor dem Showdown alle Mühe, die drohenden Duelle mit dem Zweitliga-Dritten am 25. und 29. Mai komplett auszublenden.

"Es ist ein schönes Spiel, aber natürlich eines mit grosser Bedeutung", sagte Jonker, obwohl gerade der Match im mit 57'000 Zuschauern ausverkauften Volksparkstadion zentrale Bedeutung hat. Für die Gastgeber geht es um die Fortsetzung einer stolzen Serie, gelten sie doch als "Dino" der Bundesliga, in der sie als einziger Club seit der ersten Saison 1963/64 stets vertreten waren. 53 Jahre und 268 Tage wird die ewige Bundesliga-Uhr in der Nordwest-Ecke der HSV-Arena am Samstag anzeigen.

Gisdol und seine Mannschaft wollen dafür sorgen, dass die Uhr nicht stehenbleibt. Seinen Spielern biete sich nun nach einem desaströsen Start mit vier Punkten aus den ersten zwölf Partien eine einmalige Gelegenheit. "Wir haben eine wahnsinnig lange Aufholjagd hinter uns, hatten immer was zu verlieren. Nun haben wir erstmals etwas zu gewinnen, die Position wird sich nicht verschlechtern."

Auch in Wolfsburg beschäftigen sich die Verantwortlichen nicht mit einer möglichen Verlängerung der Saison. "Es geht nur um das Spiel in Hamburg. Vom ersten Tag an ist es hier für mich nur von Spiel zu Spiel gegangen", sagte Jonker und meinte mit Blick auf das Saisonfinale: "Das sind die Tage im Leben, die man nicht vergisst. Das sind die schönsten Tage, wenn man sie erfolgreich bestreitet."

Manuel Baum sprach von einem "guten Gefühl", räumte aber gleichzeitig ein, dass Hoffenheim ein sehr schwieriger Gegner sei. Denn für den Tabellenvierten geht es zu Hause im Fernduell mit den punktgleichen Dortmundern, die Werder Bremen empfangen, noch um die direkte Champions-League-Qualifikation. Aktuell hat Hoffenheim noch aufgrund der um vier Treffer schlechteren Tordifferenz im Kampf um Platz drei das Nachsehen gegenüber dem BVB. (sda/apa/dpa)

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