Arsenal dementiert Gespräche mit Tuchel

  • Unsichere Zukunft: Arsenal-Coach Arsène Wenger
    Unsichere Zukunft: Arsenal-Coach Arsène Wenger (KEYSTONE/EPA/TIM KEETON)
20.03.2017 | 13:05

ENGLAND ⋅ Seit 21 Jahren ist Arsène Wenger bereits Trainer bei Arsenal, die grossen internationalen Erfolge blieben aber aus. Viele Fans fordern einen Neuanfang, zum Beispiel mit Thomas Tuchel.

Thomas Tuchel, Massimiliano Allegri oder Mister X - im Umfeld des kriselnden FC Arsenal wird munter über mögliche Trainerkandidaten spekuliert, doch Langzeit-Coach Arsène Wenger denkt offenbar gar nicht an einen Abschied. Trotz der sportlichen Misere und der grossen Unzufriedenheit bei den Fans will der Franzose laut englischen Medienberichten seine Arbeit bei den Gunners auch nach 21 Jahren fortsetzen. Dahin gehe die Tendenz - ungeachtet des Abschneidens in dieser Saison.

So dementierte Arsenal am Montag, dass es eine Anfrage an Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel gegeben habe. Das sei nicht wahr, teilte ein Sprecher des auf den sechsten Platz abgestürzten Arbeitgebers von Granit Xhaka dem englischen TV-Sender Sky Sport News mit und ergänzte mit Blick auf die Zukunft von Wenger: "Es wird eine gemeinsame Entscheidung zur richtigen Zeit in der richtigen Weise geben." Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, dass Arsenal den BVB-Coach kontaktiert habe.

Tuchel hat bei der Borussia noch einen Kontrakt bis 2018. Über eine Vertragsverlängerung wollen Dortmund und der Trainer aber erst nach der Saison sprechen. Auch wenn es sportlich beim BVB ordentlich läuft, hatte es in der Vergangenheit auch Berichte über ein nicht komplikationsfreies Verhältnis zu Vereinschef Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc gegeben.

Neuer Zweijahres-Vertrag für Wenger?

Wenger, dienstältester Trainer der Premier League, hatte nach dem 1:3 in der Liga bei West Bromwich Albion am Samstag eine baldige Entscheidung angekündigt. "Ich weiss, was ich tun werde. Sie werden es bald wissen. Sehr bald", sagte der Franzose. An die Qualifikation für die Champions League sei die Entscheidung nicht gekoppelt. "Ich habe sie 20-mal erreicht. Ich nehme eine grössere Perspektive. Nicht das letzte Ergebnis entscheidet, was ich machen werde."

Insbesondere nach den zwei deftigen 1:5-Niederlagen in der Champions League gegen den FC Bayern München hatten zahlreiche Fans den Abschied des 67-Jährigen gefordert. Arsenal droht erstmals unter Wenger die Champions-League-Qualifikation zu verpassen. Die Anhänger sind in zwei Lager gespalten. Vor dem Spiel bei West Brom flog ein Flugzeug mit einem Wenger-kritischen Banner ("Kein neuer Vertrag - Wenger raus") über das Stadion. Während des Spiels kam ein weiteres Flugzeug mit einem Banner und der Aufschrift: "Wir vertrauen Arsène - Respekt".

Die Klubführung vertraut offenbar dem Coach, dem ein Zwei-Jahres-Vertrag vorliegen soll. Wenger wird seine Entscheidung aber auch davon abhängig machen, welches Team er nächste Saison zur Verfügung haben wird. Und da dreht sich alles um die beiden Stars Mesut Özil und Alexis Sanchez, deren Verträge nur noch 15 Monate laufen und um die es zuletzt viel Wirbel gab.

So hatte es vor allem um Özil am Wochenende Irritationen gegeben. Am Freitag hatte der Mittelfeldstar noch trainiert, für das Liga-Spiel musste er aber mit muskulären Problemen passen. Trotzdem ist der Weltmeister zur deutschen Nationalmannschaft abgereist und gehört dort dem Kader für das Länderspiel gegen England in Dortmund an. Wenger soll "not amused" gewesen sein. (sda/dpa)

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