St.Gallens Cupgegner erwog Forfait-Niederlage

  • Sicherheit kostet Geld: Fans des FC St.Gallen bei einem Auftritt der Espen im Cup beim FC Baden im Jahr 2004.
    Sicherheit kostet Geld: Fans des FC St.Gallen bei einem Auftritt der Espen im Cup beim FC Baden im Jahr 2004. (STEFFEN SCHMIDT (KEYSTONE))
13.08.2017 | 11:29

FUSSBALL ⋅ Am Sonntag seit 16 Uhr gastiert der FC St.Gallen in der ersten Cup-Hauptrunde beim FC Baden. Der Erstligist zögerte lange, ob er die Partie nicht gleich forfait verloren geben sollte - der Kosten wegen. Nun greift Baden-Präsident Thomas Bräm den Schweizerischen Fussballverband an.

Daniel Walt
Cup ist, wenn grosse Klubs aus der Super League bei kleineren Vereinen aus unteren Ligen gastieren. Dann herrscht Volksfest-Atmosphäre - und zumeist Alarmstimmung bei den Verantwortlichen der Heimklubs. Auf sie kommen nämlich nicht nur unvergessliche Momente zu, sondern vor allem eine Menge Sicherheitsprobleme und damit Kosten. Auch der FC Baden, am Sonntagnachmittag Gegner des FC St.Gallen, kann ein Lied davon singen, wie aus dem Matchprogramm hervorgeht.
 

"Sechsstelliger Betrag"

In seinem Vorwort betont Thomas Bräm, Präsident des FC Baden, zwar einleitend die Vorfreude auf das Spiel. Er hofft zudem, dass "uns dann hoffentlich nach dem Penaltyschiessen eine Überraschung den Sonntag versüsst. Träumen ist ja beim Cup bekanntlich erlaubt".

Wer die folgenden Zeilen liest, hat dann aber eher den Eindruck, dass die Vorbereitungen auf das Spiel für Bräm einem kleineren Albtraum glichen. Die Durchführung der Partie sei unsicher gewesen, schreibt der Präsident. Er schreibt von einer Gefährdung des Anlasses sowie des gesamten Schweizer Cups durch die "unverhältnismässig hohen Kosten für die Sicherheit." Für die Sicherheitsmassnahmen rund um die Partie Baden - St.Gallen musste laut Bräm ein sechsstelliger Betrag veranschlagt werden.
 

Eine Defizitgarantie?

"Quo vadis, Schweizer Cup? Kann es sein und ist es richtig, diese horrenden Kosten und das grosse Risiko auf die finanzschwachen Vereine der unteren Ligen abzuwälzen, währenddem die Kasse des Schweizerischen Fussballverbandes gut gefüllt ist?", fragt sich Thomas Bräm in der Folge. Er regt eine Defizitgarantie an, denn: "Sollten nicht gerade solche Cup-Highlights eigentlich einen Zustupf in die Vereinskasse ermöglichen?"
 

"Würde jedem Sportler das Herz zerreissen"

"Hat es Zukunft, kleine Vereine an den Rand des Ruins zu bringen, bis diese dann wirklich gezwungen sind, vor einem solchen Cupspiel Forfait zu erklären, wie wir dies auch intensiv diskutieren mussten?", heisst es im Vorwort des Baden-Präsidenten weiter. Er fragt sich auch, ob es richtig ist, dass der Heimverein gezwungenermassen exorbitant hohe Ticketpreise festlegen müsse, um ein solches Cupspiel überhaupt finanzieren zu können.

"Es würde jedem Sportler das Herz zerreissen, wenn seinem Verein zukünftig bei einem Cupspiel nichts anderes als ein Forfait übrig bleibt und dessen Vorstandsmitglieder dann wohl noch in grosser Kritik stünden", schreibt Bräm weiter. Er ist überzeugt, dass sich solches ereignen wird, wenn die Verbände und die Politik weiterhin keine Lösungen für dieses Problem finden.
 

Kritik am Abtausch des Heimrechts

Die hohen Sicherheitsanforderungen an unterklassige Teams bei Cup-Heimspielen beschäftigen die Verantwortlichen immer wieder. Wiederholt ist es deshalb schon vorgekommen, dass unterklassige Vereine ihr Heimrecht abgetreten haben - so beispielsweise am Samstag der SC Kriens im Duell mit dem FC Luzern. Dies sorgte wiederum für Kritik aus der Öffentlichkeit sowie von Fanseite, da dies dem Cupgedanken widerspreche.
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