HEIMSPIEL FCSG

St.Gallen gegen YB: So nah und doch so fern

Nur zwei Tabellenplätze trennen St.Gallen und die Young Boys. Und doch liegen zwischen den Teams Welten. Heute ab 16 Uhr will St.Gallen dem Meisteraspiranten aber die Stirn bieten.
08.04.2018 | 11:23
Patricia Loher, Ralf Streule
Dies ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: www.tagblatt.ch/epaper

Auf den ersten Blick ist es ein Spitzenspiel: Der Erste gastiert beim Dritten. Nur stellt sich auf den zweiten Blick dann heraus, dass der Abstand zwischen dem Leader Young Boys und dem FC St.Gallen vor dem letzten Meisterschaftsviertel derart beträchtlich ist, dass es sich in der heutigen Begegnung kaum um ein Spitzenspiel handelt. Um sagenhafte 20 Punkte sind die Berner den St.Gallern voraus, das zweitklassierte Basel ist bereits um 16 Punkte distanziert. Spätestens das 2:2 vor einer Woche zwischen den Young Boys und Basel hat die letzten Zweifel beseitigt: Der Schweizer Fussball steht vor einer Wachablösung, erstmals seit 1986 dürften sich die Berner wieder einen Meistertitel sichern. Dies ist vor allem auch mit Blick auf die Marktwerte der Teams bemerkenswert (siehe Grafik). Die Spieler Basels bringen es derzeit auf einen Gesamtmarktwert von 56,8 Millionen Euro, jene der Berner auf 35,9. Die St.Galler mit nur 16,8 Millionen Euro Spielerwert brillieren mit dem dritten Rang geradezu. 

Die Leistungen der Young Boys in dieser Saison sind bestechend. Die Berner sind seit Anfang Dezember 2017 und dem 1:3 in Thun in zehn Spielen unbesiegt. St.Gallen hat die Stärke der Berner immer wieder zu spüren bekommen, seit dem Wiederaufstieg 2012 sicherte es sich in elf Heimspielen gegen die Young Boys zwei Siege und sechs Unentschieden. Dreimal verloren die Ostschweizer.
 

Continis Hoffen auf ein Berner Double

Der FC St.Gallen hat sich dank fünf Siegen in Serie in die Spitzengruppe der Liga gespielt, zuletzt aber gab es mit der 1:3-Niederlage in Luzern einen Rückschlag. Die Ostschweizer fielen mit Ausnahme einer 20-minütigen defensiven Instabilität aber nicht ab. So wollen sie heute den Bernern die Stirn bieten. «Wir hoffen, dass die Young Boys noch länger um den Titel kämpfen müssen. Je früher sie Meister sind, desto grösser ist das Risiko, dass sie im Cupfinal nicht mehr bereit sind», so Contini.  St.Gallens Trainer also wünscht sich für den Gegner das Double. Sein Hintergedanke: Gewinnen die Young Boys die Meisterschaft und den Cup, reicht Rang drei, um sich direkt für die Gruppenphase der Europa League zu qualifizieren.

Das Duell in Zahlen

145

So oft spielte der FC St.Gallen schon gegen die Young Boys. 33 Siegen der Ostschweizer stehen 69 Niederlagen und 43 Unentschieden gegenüber.

456

In den 145 Begegnungen fielen 456 Tore. 174 Mal traf St.Gallen, 282 Mal YB. In dieser Saison lautet das Verhältnis, Cup eingerechnet, nach vier Spielen 4:12.

2:2

St.Gallens Saisonbilanz gegen YB ist bitter: In vier Partien, inklusive Cup, gab es drei Niederlagen. Nur im ersten Heimspiel resultierte ein Punkt.

20'002

Die Spiele der Young Boys in dieser Saison besuchten im Durchschnitt 20 002 Zuschauer, zu den Heimspielen St.Gallens kamen 11'877.

1986

1986 gewann YB seinen letzten Meistertitel. Total holten die Berner elf Meister- und sechs Cup-Titel. St.Gallen wurde zwei Mal Meister, einmal Cup-Sieger.

13

Dreizehn Mal hat St.Gallen zuletzt nicht mehr gegen die Berner gewinnen können. Den letzten Sieg (3:1) gab es vor exakt drei Jahren in einem Heimspiel.

9

Bester Torschütze in den Spielen zwischen den Young Boys und St.Gallen ist Hakan Yakin. Er traf für die Berner sieben Mal, für St.Gallen zwei Mal.

436

Rekordspieler des FC St.Gallen ist mit 432 Einsätzen noch immer Marc Zellweger. Bei YB hält Goalie Marco Wölfli mit 436 Spielen den Rekord.

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