NIEDERLAGE

Kleine Nachlässigkeiten, grosse Auswirkungen

Nach fünf Spielen reisst die Siegesserie des FC St. Gallen. Die Ostschweizer fallen in Luzern nicht ab, geraten aber trotzdem innerhalb von 20 Minuten mit 0:3 in Rückstand. Am Ende unterliegen sie 1:3.
02.04.2018 | 17:23
Aktualisiert:  02.04.2018, 22:00
Patricia Loher
Es war für die St. Galler ein ungewohntes Gefühl, als sie sich von ihren Anhängern mit einer Niederlage im Gepäck verabschieden mussten. Fünfmal in Serie hatten die Ostschweizer zuvor gewonnen, doch das «kleine» Spitzenspiel in Luzern war schon schnell einmal entschieden gewesen. Nach 42 Minuten lagen die Gäste bereits mit 0:3 im Rückstand, am Ende verloren sie mit 1:3. 
Bildergalerie: Die Noten der FCSG-Spieler im Auswärtsspiel gegen den FC Luzern

Unsere Sportredaktion bewertet nach jedem Spiel die Leistung der eingesetzten Spieler. Die Noten reichen von 1 - Totalausfall, 2 - Schwachpunkt, 3 - Mitläufer, 4 - Normalform, 5 – Leistungsträger bis 6 - Matchwinner.



Dabei waren die Ostschweizer keineswegs das schlechtere Team. Das Schlussresultat spiegelt das Geschehen dieses Nachmittags nur unzureichend. Die Mannschaft von Trainer Giorgio Contini wurde aber dafür bestraft, dass sie in den wirklich wichtigen Momenten weniger kompromisslos zu Werke ging als in früheren Spielen. Und dass sie schlechter organisiert auftrat als noch zuletzt. Zudem überliessen die St. Galler dem Zentralschweizer Topskorer Tomi Juric viel zu viele Freiheiten. All diese kleinen Mängel reichten, um dem formstarken Gegner ins Messer zu laufen. Als den Gästen die Missgeschicke passierten, waren die Luzerner bereit:  In der 19. Minute bekam St. Gallens Abwehr Juric nicht in den Griff. Captain Toko wusste sich nur noch mit einem Foul zu helfen, am Ende war Goalie Dejan Stojanovic gegen den Foulpenalty des Australiers machtlos.
Bildergalerie: Der FCSG verliert in Luzern

Die Serie ist gerissen: Nach fünf Siegen in Folge verliert der FC St.Gallen erstmals seit dem 11. Februar wieder ein Spiel.



So nahm das Unheil für die St. Galler seinen Lauf. Aus den nächsten zwei Chancen gelangen den unterdessen berauschten Zentralschweizern zwei Tore. In der 29. Minute scheiterte Juric vorerst an St. Gallens Verteidiger Silvan Hefti, ehe die Ostschweizer gegen die blitzschnelle Reaktion von Christian Schneuwly chancenlos blieben. In der 42. Minute bereitete Claudio Lustenberger über die linke Seite perfekt vor, Ruben Vargas traf zum 3:0. St. Gallen wurde durchgeschüttelt, ohne wirklich abzufallen. Trainer Contini sagte hinterher: «Wir haben die Zweikämpfe nicht sauber bestritten. Das ist der Grund, weshalb Luzern gewonnen hat. Der Sieg geht in Ordnung.»

Im Vergleich zu den siegreichen Partien der vergangenen Wochen traten die St. Galler aber nicht bloss in den Zweikämpfen fahrlässiger auf. Im Spielaufbau liessen sie jene Gradlinigkeit vermissen, die sie noch in den vergangenen Wochen ausgezeichnet hatte. So tat sich St. Gallen vor allem in der ersten Halbzeit und nach dem 0:1 schwer, zu Chancen zu kommen. Die Gäste hielten den Ball für einmal viel zu wenig lange in ihren eigenen Reihen. Im zentralen Mittelfeld war Danijel Aleksic zu wenig Regisseur und hinter ihm Runar Sigurjonsson vorab mit Defensivarbeit beschäftigt.
 

Die grosse Chance von Ben Khalifa zu Beginn

Dabei hatte die Begegnung für die Gäste durchaus schwung- und hoffnungsvoll begonnen: Nach drei Minuten und einer Flanke von Marco Aratore verpasste Nassim Ben Khalifa die Führung mit seinem Kopfball nur knapp. Zu jenem Zeitpunkt deutete wenig darauf hin, dass die Entscheidung noch vor der Pause zu Gunsten der Luzerner fallen könnte. Vielmehr schien zwischen diesen beiden selbstbewussten Mannschaften ein spannendes Spiel möglich. 40 Minuten später aber war alles anders. Zwar ging nach der Pause kein Ruck durch die St. Galler Mannschaft. Aber trotzdem muss ihr zugute gehalten werden, dass sie sich doch noch einige Chancen erspielte. Das Anschlusstor hätte aber früh fallen müssen, um den Luzerner Sieg noch ernsthaft gefährden zu können. «Wir haben gut reagiert nach der Pause und wollten früh treffen. Aber mein Tor kam zu spät», sagte Captain Toko. Sein 1:3 in der 90. Minute  nach einer Aratore-Flanke war nur noch Resultatkosmetik.
Weitere Artikel