MACHTKAMPF BEIM FCSG

Hüppi soll zum Abgang gedrängt worden sein

Nach seinem Rücktritt beim FCSG übt Michael Hüppi scharfe Kritik: Dölf Früh habe angekündigt, ihn im Verwaltungsrat nicht wiederzuwählen. Zudem sei die Trennung von Pascal Kesseli nie im Verwaltungsrat traktandiert gewesen. Auch ein weiterer Kadermann schmeisst den Bettel hin.
05.09.2017 | 17:05
Aktualisiert:  05.09.2017, 18:00
Nach dem Rücktritt von Michael Hüppi kommen nun Details ans Licht: Gemäss gut informierter Quellen waren weder der Rücktritt von Hüppi noch derjenige von Pascal Kesseli, CEO der FC St.Gallen Event AG, freiwillig. Die Trennung Kesselis vom FCSG sei im Verwaltungsrat nie traktandiert gewesen. Zudem habe der Verwaltungsrat Hüppi offenbar eröffnet, dass sich der FC St.Gallen von Pascal Kesseli trennen werde, und Dölf Früh sowie ein anderer Aktionär Hüppi an der nächsten Generalversammlung nicht mehr im Amt bestätigen würden. Gleichzeitig legte man ihm nahe, sich per sofort zurückziehen. Was Hüppi schliesslich getan hat.
 
In einer persönlichen Erklärung vom Dienstagmorgen erklärte der Rechtsanwalt per sofort seinen Rücktritt aus dem Verwaltungsrat der FCSG AG wie auch der FCSG Event AG. Und nicht nur das: Er hat auch seine Tätigkeiten für die "Nacht des Ostschweizer Fussballs", den Verein "Sozioprofessionelle Fanarbeit" sowie dem "Runden Tisch" mit Polizei, Staatsanwaltschaft, Fans und FC St.Gallen abgegeben.
 
Auslöser von Hüppis Rücktritt waren aber nicht nur die Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit Pascal Kesseli, dem Chef der FCSG Event AG, sondern auch die im Juli beschlossenen Veränderungen im Organigramm des FC St.Gallen.
 

Stefan Hernandez: Team soll am selben Strick ziehen

FCSG-Präsident Stefan Hernandez will sich "über die Art und Weise, wie Michael Hüppi seinen Rücktritt kommuniziert hat" nicht äussern. Den Entscheid müsse Hüppi selber tragen. Die gewichtigen Abgänge innert kurzer Zeit - am Dienstag hat auch Stadionmanager Marco Sessa den Bettel hingeschmissen (siehe unten) - liessen ihn nicht kalt. Doch organisatorische Veränderungen und personelle Konsequenzen seien auch im Sport keine Seltenheit. "Letztlich wollen wir ein Team, das am gleichen Strick zieht."

Zu den Vorwürfen gegen Dölf Früh wolle er sich nicht äussern, sagte Hernandez. Früh selber war für eine Stellungnahme bislang nicht erreichbar.
 

"Ich habe ein grünweisses Herz"

Michael Hüppi war dem FC St.Gallen seit langen Jahren verbunden. Über zehn Jahre lang hatte er die Donatorenvereinigung Business-Club präsidiert. 2008, nach dem Abstieg in die Challenge League, wurde Hüppi Präsident der FC St.Gallen AG. "Ich habe eben ein grünweisses Herz", begründete Hüppi damals sein Engagement. Seine Zeit als Präsident startete sportlich erfolgreich, führte der neue Cheftrainer Uli Forte die Espen im Frühling 2009 doch umgehend zurück in die oberste Liga. Schon kurz darauf begannen aber die finanziellen Probleme, welche beinahe den Bankrott des Vereins zur Folge gehabt hätten. Als Dölf Früh 2010 als einer der grossen Geldgeber das Ruder beim FC St.Gallen übernahm, rückte Hüppi wieder ins zweite Verwaltungsrats-Glied zurück. (dwi/dwa/lex/dus)

Auch Stadionmanager geht

Nach Pascal Kesseli und Michael Hüppi verlässt ein weiterer Funktionär den FC St.Gallen: Stadionmanager Marco Sessa. Er reagiert damit - wie auch Hüppi - auf die Trennung von Pascal Kesseli, CEO der FCSG Event AG, vom Montag. Gegenüber "BLICK" sagt Sessa: "Es ist kein Schnellschuss. Sondern die Konsequenz aus meinen Beobachtungen in den letzten Monaten. Wir sind ein Team, so geht man nicht miteinander um!" (red.)

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