PROGNOSE

Basel ein Bein stellen? So laufen die verbleibenden zehn Runden im Kampf um Platz 2

Der FC Basel schwächelt. Nach dem Cup- wird auch der Gewinn des Meistertitels immer unrealistischer. Und vom 3. Tabellenrang droht Gefahr: Schafft der FC St.Gallen die Sensation und fängt den Serienmeister noch ab? Zur Natipause haben wir einen Blick auf die verbleibenden zehn Runden geworfen. Vorteil FCB: Ihm bleibt noch ein Spiel mehr.
22.03.2018 | 14:11
Johannes Wey
Die Ausgangslage des FC St.Gallen ist so gut wie lange nicht mehr: Für einmal gab es im bisherigen Verlauf der Rückrunde keinen Einbruch, sondern eine Siegesserie mit Seltenheitswert. Gleichzeitig schwächelt Serienmeister Basel und liegt zur Natipause nur drei Punkte vor dem FC St.Gallen - allerdings haben die Basler noch ein Spiel weniger absolviert. Auf dem dritten Schlussrang lässt sich schon wieder von europäischen Nächten träumen. Wenn nämlich YB den Cup gewinnt, würde sich St.Gallen mit Rang 3 direkt für die Gruppenphase der Europa-League qualifizieren. Und ein ganz verwegenes Gedankenspiel: Erobert der FCSG gar den 2. Rang, könnte er an der Champions-League-Qualifikation teilnehmen.

Weil man sich nach einem Ausscheiden vor Runde 3 in der CL-Quali aber trotzdem noch für die EL qualifizieren müsste, fragt sich, ob Rang 2 mit Blick auf internationale Ambitionen überhaupt erstrebenswert ist. Allerdings geht es beim Fussball auch um Ruhm und Ehre. Da wäre der Vizemeister- immerhin mal wieder ein inoffizieller Titel.

Was liegt in dieser Rückrunde noch drin? Wir haben die verbleibenden Partien unter die Lupe genommen. Gelingt es dem FC St.Gallen, den FC Basel auf Rang 3 zu verweisen und ihm damit die schlechteste Klassierung seit 2009 zuzufügen?
Torverhältnis
Trotz starker Klassierung auf Rang 3 hat der FC St.Gallen mit -4 ein miserables Torverhältnis. Bei aller Euphorie: In zehn Spielen 26 Tore auf Basel gutzumachen, ist unmöglich. Für Rang 2 muss St.Gallen am Ende der Saison also mehr Punkte haben.

Fazit: + für Basel

27. Spieltag
Auf St.Gallen wartet am 2. April mit dem Spiel in Luzern (derzeit 4.) eine schwierige Aufgabe. Die Innerschweizer haben seit November nicht mehr verloren. Allerdings kommt es für Basel noch dicker. Ebenfalls am Ostermontag treten die Bebbi auf dem Kunstrasen im Stade de Suisse gegen Leader YB an.

Fazit: + für St.Gallen

28. Spieltag
Nun müssen dafür die Espen gegen YB (1.) ran. Allerdings findet das Spiel am 8. April auf heimischem Naturrasen statt, wo man die Berner im August an den Rand einer Niederlage brachte. Gleichzeitig wird im Cornaredo Basels Gastspiel in Lugano (7.) angepfiffen. 

Fazit: + für Basel

29. Spieltag
Die Espen müssen am 14. April zu GC (6.), die Bebbi spielen am 15. April zu Hause gegen Lausanne (8.). Auch wenn die St.Galler zuletzt gegen die Zürcher keine Mühe bekundeten, werden sich die Basler im St.Jakob-Park kein zweites Mal von Lausanne schlagen lassen.

Fazit: + für Basel

30. Spieltag
Der FC Basel darf am 18. April zu Hause gegen die Grashoppers (6.) ran, St.Gallen gastiert zeitgleich im Letzigrund beim FCZ (5.).

Fazit: + für Basel

31. Spieltag
St.Gallen tritt am 21. April im Heimspiel gegen Thun an, die Basler müssen tags darauf ins Sittener Tourbillon. Obwohl sowohl Thun (9.) als auch Sion (10.) derzeit im Tabellenkeller vor sich hin dümpeln, ist bei den Wallisern definitiv mehr Qualität vorhanden.

Fazit: + für St.Gallen

32. Spieltag
Schon wieder ein Kellerkind für Basel: Diesmal am 29. April gegen Thun (9.) vor heimischer Kulisse. St.Gallen hat gleichzeitig mit dem Auswärtsspiel in Lugano (7.) die ungleich schwierigere Aufgabe.

Fazit: + für Basel

33. Spieltag
Wenn es Platz 2 werden soll, müssen die Espen am 6. Mai im Heimspiel gegen Basel punkten. Und dafür spricht einiges: Sechs von neun möglichen Punkten hat der FCSG diese Saison gegen den FCB geholt.

Fazit: + für St.Gallen

34. Spieltag
Flutlicht-Heimspiel für St.Gallen: Am 9. Mai kommt der FC Luzern (4.). Basel hingegen trifft mit Leader YB einen Tag später auf den stärksten Gegner, den die Liga derzeit zu bieten hat. Aus zwei Begegnungen holten die Basler bislang nur einen Punkt.

Fazit: + für St.Gallen

35. Spieltag
St.Gallen reist am 13. Mai ins Tourbillon zu Sion (10.), das man diese Saison schon drei Mal geschlagen hat. Basel hingegen spielt zeitgleich den Liga-Klassiker beim FCZ (5.)

Fazit: + für St.Gallen

36. Spieltag
Alle Partien der letzten Runde werden am 19. Mai ausgetragen: Es gibt Heimspiele für beide Kontrahenten um Platz 2. St.Gallen hat mit Lausanne (9.) die einfachere Aufgabe als Basel (Luzern, 4.)

Fazit: + für St.Gallen

Nachtrag
Basel hat noch ein Ass im Ärmel: Das Heimspiel gegen Zürich (5.), das Anfang März wegen eines Stromausfalls abgesagt werden musste. Zudem haben die Basler in der aktuellen Tabelle auch mit einem Spiel weniger noch drei Punkte Vorsprung auf St.Gallen - eine doppelte Hypothek.

Fazit: ++ für Basel

Zahltag
Basel hat die Vorteile mit 7:6 auf seiner Seite. Noch nicht berücksichtigt ist dabei, dass das Basler Kader schlicht mehr Qualität hat, als der mit Verletzungspech kämpfende FC St.Gallen. Die Ostschweizer sollten also zum Fussballgott beten, wenn sie tatsächlich noch auf Rang 2 vorstossen wollen.

Fragt sich, was Marc Zellweger ausrichten kann...
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