EUROPA LEAGUE

Der FCSG braucht nun einen Exploit - dann winken Millionen aus der Europa League

Der FC St. Gallen hat es verpasst, einen Konkurrenten um Rang drei auf Distanz zu halten. Trotzdem haben es die Ostschweizer im letzten Saisonviertel selber in der Hand, den begehrten Platz zu verteidigen. Es winken Millionen.
03.04.2018 | 19:38
Patricia Loher
Der Beste vom Rest kann sich nach dieser Saison womöglich die Hände reiben. Sichern sich die Young Boys sowohl den Meistertitel als auch den Cupsieg, ist das drittklassierte Team direkt für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert. Es winken ein Startgeld von drei Millionen Franken und Partien gegen attraktive Teams. In St.Gallen sind die Erinnerungen an die letzte Europa-League-Kampagne noch frisch, die Nächte von Moskau, Valencia oder Swansea bleiben unvergessen. Nun sind in dieser Saison drei Viertel des Pensums absolviert und vor einigen Wochen haben die Anhänger angefangen zu träumen von rauschenden Nächten in Europa.

Bis am Wochenende war St.Gallen in der Pole-Position, dank fünf Siegen in Serie hatten die Ostschweizer Rang drei gefestigt. Doch seit Ostermontag spürt die Mannschaft von Trainer Giorgio Contini den Atem von Luzern im Nacken. Nach der 1:3-Niederlage beträgt der Vorsprung der St.Galler auf die Luzerner neun Runden vor dem Saisonende noch zwei Punkte. Die Ostschweizer haben die bis anhin beste Gelegenheit, einen direkten Verfolger auf Distanz zu halten oder ihn gar zurückzubinden, verpasst. Sportchef Alain Sutter sagte: «Wenn man etwas erreichen will, muss man genau solche Spiele gewinnen.» Nach einem Blick auf die Spielstatistik dürften sich die St.Galler gleich noch einmal geärgert haben. Luzern gab auf das Tor vier Schüsse ab, St.Gallen acht. Der Ballbesitz war mit 50 Prozent ausgeglichen. St.Gallen kam zu neun Eckbällen, Luzern zu fünf. Doch innerhalb von 20 Minuten hatte das seit langer Zeit in der Defensive wieder einmal wacklige St. Gallen alle Vorteile verspielt.
 

St. Gallen mit mehr Heimspielen

So droht den St. Gallern am Sonntag das Abrutschen auf Platz vier. Sie empfangen den wohl neuen Meister Young Boys, Luzern gastiert tags zuvor in Thun. Allerdings hat es St. Gallen in den eigenen Händen, den begehrten Platz zu verteidigen. Im letzten Meisterschaftsviertel treffen alle  Teams noch einmal aufeinander. St. Gallen muss zudem nur noch viermal auswärts antreten, während Luzern fünf Auswärtsbegegnungen bestreitet.

Obwohl vor der Saison wohl kaum jemand mit einem dritten Rang gerechnet hat, will St. Gallen nun trotzdem alles daran setzen, die gute Ausgangslage nicht zu verspielen. Denn vor allem für die angespannte Finanzlage wäre der Exploit Gold wert.
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