Der FC St.Gallen steht vor einem Scherbenhaufen

  • St.Galler Fans halten beim Spiel gegen Zürich Transparente in die Höhe: In der Führung des FCSG herrscht derzeit Chaos.
    St.Galler Fans halten beim Spiel gegen Zürich Transparente in die Höhe: In der Führung des FCSG herrscht derzeit Chaos. (WALTER BIERI (KEYSTONE))
13.09.2017 | 20:29

KOMMENTAR ⋅ Mit Verwaltungsrat Martin Schönenberger verliert der FC St.Gallen auf oberster Stufe den letzten Mann, welcher der wohl von Dölf Früh protegierten Gruppe um Nachwuchschef Marco Otero Paroli bot. "Der Machtkampf scheint entschieden, es gibt keine Balance mehr", schreibt Patricia Loher, Leiterin der Sportredaktion, in ihrem Kommentar.

Patricia Loher
Der Brand weitet sich aus. Nach Pascal Kesseli und Michael Hüppi verabschiedet sich auch Martin Schönenberger  aus dem Verwaltungsrat des  FC St.Gallen. Innerhalb von nur neun Tagen sind dem Führungsgremium des Clubs drei von sieben Mitgliedern abhanden gekommen. Mit Schönenberger verlieren die Ostschweizer auf der obersten Stufe den letzten Mann, welcher der wohl von Dölf Früh protegierten Gruppe um Nachwuchschef Marco Otero Paroli bot. Der Machtkampf scheint entschieden, es gibt keine Balance mehr. 
 
Auch wenn es die verbliebenen Mitglieder des Verwaltungsrates und der anderen Leitungsgremien bestreiten dürften: Der FC St.Gallen steht vor einem Scherbenhaufen.
Nach dem Rücktritt von Früh waren die schon lange schwelenden Differenzen voll aufgebrochen. Dem neuen Präsidenten Stefan Hernandez gelang es nicht, die Risse zu kitten. Im Gegenteil: Statt auf Leute wie Kesseli zu setzen, statt auf erfahrene Personen wie Hüppi oder Schönenberger zu hören und sich damit von Mehrheitsaktionär Früh zu emanzipieren, stärkt auch er die Gruppe um Otero. 
 
Derart grosse Umwälzungen unter lautem Getöse schaden der Glaubwürdigkeit. Der 
FC St.Gallen muss nun ein Zeichen setzen. Er muss einen integren Sportchef installieren, am besten einen mit Leistungsausweis. Einen Sportchef, der von aktuell engagierten Leuten im Club unabhängig ist. Zu hoffen bleibt, dass Hernandez auf die richtigen Ratgeber hört.

Patricia Loher
patricia.loher@tagblatt.ch
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