Malgin debütiert, Fischer hofft

  • Drängte sich mit starken Leistungen in der NHL für das Schweizer Nationalteam auf: Denis Malgin von den Florida Panthers
    Drängte sich mit starken Leistungen in der NHL für das Schweizer Nationalteam auf: Denis Malgin von den Florida Panthers (KEYSTONE/AP/WILFREDO LEE)
21.04.2017 | 09:48

NATIONALMANNSCHAFT ⋅ Mit zwei Länderspielen in Freiburg und Biel gegen Russland steigt das Schweizer Nationalteam an diesem Wochenende in die zweite Hälfte der WM-Vorbereitung. Erstmals dabei ist NHL-Stürmer Denis Malgin.

In der Vergangenheit lief Malgin bisher einzig für die Schweizer Junioren-Auswahlen auf, letztmals vor einem Jahr an der U20-Weltmeisterschaft. Nach seiner ersten Saison in der NHL, in welcher der Center in 47 Partien 10 Skorerpunkte erzielt hat, debütiert der 20-Jährige nun auch auf Stufe Nationalteam bei den Erwachsenen.

Wie für jeden Spieler aus der NHL hat Nationaltrainer Patrick Fischer an der WM in Paris und Köln (5. bis 21. Mai) auch für Malgin eine wichtige Rolle vorgesehen. Malgin geht die bevorstehende Aufgabe entspannt an. "Zuerst einmal muss ich es an die WM schaffen", sagte er am Donnerstag nach seinem ersten Eistraining mit dem Team bescheiden.

Dass er für den Titelkampf gesetzt ist, dürfte auch Malgin wissen. Er schob deshalb nach, dass er sehr glücklich sei, dabei zu sein, und dass er sich auf die Spiele gegen Russland freue. "Ich mache mir nicht zu viel Druck, gehe einfach raus und spiele, wie ich immer spiele. Ich versuche nicht daran zu denken, welche Rolle ich habe oder haben werde. Dann kommt es schon gut."

Schweizer im Herzen

Gut gekommen ist es für Malgin, der noch letzte Saison für die ZSC Lions in der NLA gespielt hatte, in dieser Saison auch in Florida. "Ich ging mit dem Traum nach Nordamerika, dass ich in der Mannschaft spielen kann. Aber ich dachte nicht, dass ich es auf Anhieb schaffe. Dank einem guten Vorbereitungscamp und einem guten Start hat es dann gereicht. Ich bin überglücklich, wie es gelaufen ist."

Dass er sein Länderspiel-Debüt ausgerechnet gegen Russland gibt, jenes Land, aus dem seine Eltern stammen, beeindruckt Malgin nicht gross: "Ich bin ein Schweizer im Herzen, meine Nationalmannschaft war immer jene der Schweiz. Insofern ist es ein ganz normales Spiel." Malgin dürfte am Freitag an der Seite von Kevin Romy und Cody Almond spielen.

In Biel, wo das Nationalteam diese Woche trainiert, hatte Denis Malgin als Junior seine Karriere lanciert, bevor er in die Organisation der ZSC Lions wechselte. Im Mittelland war sein Vater Albert sesshaft geworden, nachdem dieser 1993 in die Schweiz gekommen und dann viele Jahre für Olten in der NLB angetreten war.

Bangen um Bärtschi und Andrighetto

Malgin ist als bisher einzige Verstärkung aus Nordamerika zum Schweizer Team gestossen. Trainer Fischer hofft, dass zumindest Sven Bärtschi (Vancouver Canucks) und Sven Andrighetto (Colorado Avalanche) noch folgen werden. Bei beiden ist aber noch offen, ob sie an der WM teilnehmen können. Bärtschi erlitt kurz vor dem Abschluss der NHL-Qualifikation eine Nackenverletzung, Andrighetto leidet an Leistenproblemen.

Ob sie rechtzeitig fit werden und die Freigabe ihrer Klubs erhalten, dürfte sich bis am Wochenende entscheiden. Erst später wird klar, ob im Lauf der WM allenfalls weitere Spieler aus der NHL, konkret aus Nashville, dazustossen werden. Fischer rechnet aber nicht mit dem Trio Roman Josi/Yannick Weber/Kevin Fiala: "So wie Nashville derzeit spielt, gehe ich davon aus, dass die drei noch lange in den Playoffs beschäftigt sind."

Gegen die Russen, die mit vier ausgeschiedenen NHL-Profis in die Schweiz gereist sind, ebenfalls noch nicht dabei sind die Spieler der beiden Playoff-Finalisten Bern und Zug. Fischer wird diese für die nächste Woche aufbieten. Auf rund zehn Positionen dürfte sich das Schweizer Team noch verändern. Weiter ein Thema ist auch Supertalent Nico Hischier, der an der U18-WM am Donnerstag den Viertelfinal bestritt.

Erste Heimspiele

Russland ist auf dem Papier der bisher klar stärkste Gegner der Schweizer Auswahl in der Vorbereitung. Fischer erwartet in den ersten beiden von total fünf Heimauftritten vor der WM temporeiche Spiele: "Frankreich war vielleicht Stufe fünf und die Slowakei Stufe acht. Nun folgt Stufe zehn." Den unter Fischer bisher einzigen Vergleich mit Russland verlor die Schweiz an der letzten WM in Moskau 1:5. (sda)

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Was wird am 31.12 jeden Jahres gefeiert??
 

Meistgelesen

Abfall im Bus: Hier ist es ein Papierfötzel, auf Kurs 158 war es kürzlich gar Hundekot.
Appenzellerland: 20.10.2017, 15:10

Herisauer Buschauffeur putzt Hundekot weg - und wird zum Dank beschimpft

Ein Hundehaufen im Bus, ein putzender Chauffeur, ein ungeduldiger Passagier: Das sind die ...
Die Oma und ihr Werk: Anneliese Adolph und die Fussballverbots-Tafel, welche sie besprayt hatte.
Region St.Gallen: 20.10.2017, 11:10

Nach Schwächeanfall: Die Sprayer-Oma von Wittenbach muss aufgeben

Mit voller Kraft setzt sich Anneliese Adolph gegen das Fussballverbot im Obstgarten-Quartier in ...
Immer mehr Objekte auf dem Ausserrhoder Immobilienmarkt finden keinen Käufer oder Mieter.
Appenzellerland: 20.10.2017, 13:18

Bauboom mit Folgen: 500 Wohnungen stehen leer

Der Bauboom hat Folgen: Die Leerstände ziehen auch in der Region an.
Ein 75-jähriger Rentner wurde in Gähwil von diesem Dumper begraben. Die Rettungskräfte konnten nur noch seinen Tod feststellen.
Unfälle & Verbrechen: 20.10.2017, 17:55

Tödlicher Unfall: Rentner von Baumaschine erdrückt

Ein 75-Jähriger benutzte beim Umbau seines Ferienhauses einen Vorderkipper.
Nur wenige Frauen erstatten nach sexueller Gewalt Anzeige bei der Polizei.
St.Gallen: 20.10.2017, 20:35

Sexismus an der Olma - viele melden Übergriffe nicht

In den Olma-Hallen tummeln sich viele Leute. Deshalb kommt es immer wieder zu sexueller Gewalt.
Charles Frey im Jahr 2013. Damals erschien sein letztes Buch "Die sieben Pforten des Geistes".
St.Gallen: 20.10.2017, 20:53

Akron ist tot - der St.Galler Okkultist stirbt 69-jährig

Der St.Galler Schriftsteller, Verleger und Okkultist Charles Frey, alias Akron, ist gestorben.
Die "Moschee des Lichts" nimmt Formen an. Der Rohbau steht, aktuell werden die Fenster montiert und im Innern die Böden verlegt.
Stadt Frauenfeld: 20.10.2017, 18:06

Frauenfelder Moschee - Ostschweizer Muslime wehren sich gegen Vorwürfe

Im nächsten Sommer will die Islamische Gemeinschaft in ihre neue Moschee in Frauenfeld umziehen.
Von 248 Proben von Fleischprodukten im Kanton st.Gallen, die zwischen 2013 und 2016 unter die Mikroskope genommen wurden, enthielten 15 nicht nur die angegebenen Fleischarten.
Kanton St.Gallen: 20.10.2017, 14:57

Fleischprodukte – Nicht immer ist drin, was drauf steht

Bratwurst, Cervelat, Hackfleisch oder Wild enthalten nicht immer nur Fleisch der deklarierten ...
Als der Lastwagen abbog, konnte die Junge Frau auf dem Motorrad nicht mehr reagieren. (kapo sg)
Unfälle & Verbrechen: 20.10.2017, 17:39

Junge Frau fährt mit Motorrad in Lastwagen

Am Freitagmittag prallte eine 19-jährige Motorradfahrerin auf der Rorschacher Strasse in ...
Der Thurgauer Schreiner Sven Bürki ist einer von drei Goldmedaillengewinnern an den WorldSkills, die aus der Ostschweiz kommen. (pd)
Ostschweiz: 20.10.2017, 06:25

WorldSkills: Drei Mal Gold für die Ostschweiz

Die Schweiz holt an den WorldSkills in Abu Dhabi so viele Medaillen wie noch nie.
Zur klassischen Ansicht wechseln