• Zahlreiche Freiwillige sind in der Ostschweiz unterwegs, um Amphibien über die Strasse zu helfen.
    Zahlreiche Freiwillige sind in der Ostschweiz unterwegs, um Amphibien über die Strasse zu helfen. (Sam Thomas/Archivbild)
20.03.2017 | 15:42

Bei Froschwanderung hilft nur Tempo 30


OSTSCHWEIZ ⋅ In regnerischen Nächten überqueren Amphibien in Scharen die Ostschweizer Strassen. Nicht wenige kommen dabei ums Leben.

Christof Krapf
Eigentlich war die Nacht auf vergangenen Sonntag eine gute für Frösche. Warme Tage gefolgt von Dauerregen liessen die Amphibien in Scharen ihr Winterquartier verlassen. Eine Fahrt durchs  Toggenburg und hinauf auf die Schwägalp zeigte aber: Hunderte Frösche überlebten die Nacht nicht, sondern wurden überfahren. Zeitweise wusste man als Autolenker kaum noch, in welche Richtung man den Tieren ausweichen sollte. Laut Jonas Barandun vom St.Galler Naturmuseum war die Nacht ideal für den Ortswechsel der Amphibien. "Nicht alle Frösche hatten die Wanderung in ihre Laichgebiete schon gemacht und warteten nur auf eine Regennacht", sagt der Amphibienspezialist.

Barandun betreibt eine Beratungsstelle für Fragen des Amphibienschutzes und arbeitet im Rahmen eines Leistungsauftrags auch für das St.Galler Amt für Natur, Jagd und Fischerei. "Im Idealfall werden betroffene Strassen während der Wanderungen gesperrt", sagt er. Das geschieht aktuell beispielsweise beim Wenigerweiher zwischen St.Gallen und Speicher. Zudem sind im ganzen Kanton Freiwillige unterwegs, welche die Tiere einsammeln und über die Strasse tragen. An Stellen, die bekannt für starke Wanderungsbewegungen sind, werden Amphibienleitwerke mit Leitzäunen und Tunnel installiert. "Diese sind aber einerseits teuer. Andererseits sind Leitsysteme auch immer Hindernisse für andere Tiere", so Barandun. Igel und gewisse Mausarten meiden solche Tunnels beispielsweise. Weitere Möglichkeiten zum Schutz der Tiere sind das Versetzen des Laichgewässers der Amphibien oder Schutzzäune.

Frösche wechseln mehrfach den Lebensraum
Laut Barandun haben Frösche, Kröten und Molche in der Regel drei Lebensräume, unter denen sie während des Jahres wandern. Den Winter verbringen die Tiere in Winterstarre meist in Bächen, Teichen oder im Wald. Wird es warm genug um aufzuwachen, wandern sie zu ihren Laichgewässern. "Den Winter verbringen die Frösche in einem Wald oder einem Ried. An Orten also, wo sie viel zu fressen finden", sagt Barandun. "Wegen der verschiedenen Lebensräume kommt es während des ganzen Jahres zu Wanderungen." Besondere Vorsicht als Autofahrer ist geboten, wenn auf mehrere warme Tage eine regnerische Nacht folgt.

Um Frösche, Kröten und Molche zu schützen, bleibt Autofahrern nur eine Möglichkeit: langsam fahren. "Bei Tempo 30 überleben die Amphibien, wenn ein Fahrzeug über sie hinwegfährt." Fährt man schneller, so verletzt der Luftstrom, der unter dem Auto entsteht, die Tiere.
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