OBERBÜREN

Rekurs verzögert Abbruch in Oberbüren

Im Dorfkern ist eine zentral gelegene Altliegenschaft von Visieren umgeben. Die Manser Invest AG will dort ein Mehrfamilienhaus erstellen. Dem Baubeginn steht jedoch ein hängiger Rekurs im Wege.
10.02.2018 | 05:18
Philipp Stutz

Philipp Stutz

philipp.stutz@wilerzeitung.ch

Die baufällige Altliegenschaft mitten im Dorf bietet einen eher tristen Anblick, und das seit Jahren. Nun ist eine Baustellen-Abschrankung angebracht worden, welche Fussgängern Schutz – beispielsweise vor herunterfallenden Dachziegeln – bieten soll.

Ein Anwohner, der nicht namentlich genannt sein will, spricht von einem «Schandfleck» und fragt sich, wie lange dieser Zustand noch andauern soll. Zumal auch die Liegenschaft westlich des ehemaligen Bauernhofs einen wenig erbaulichen Anblick biete. «Wann mit dem Abbruch und Neubau begonnen werden kann, ist immer noch unklar», sagt Martin Schmid, Bauverwalter der Gemeinde Oberbüren. Zurzeit sei das Rekursverfahren im Gang. Der Entscheid liege beim Kantonalen Baudepartement.

Kein geschütztes Objekt

Die Liegenschaft ist seit vielen Jahren rechtskräftig eingezont und befindet sich in der Dorfkernzone. Das ehemalige Bauernhaus mit Scheune liegt direkt an der viel befahrenen Niederbürerstrasse. Das Haus befindet sich seit 1975 in der Ortsbildschutzzone. Dieser Einschränkung muss bei einem Neubau entsprechend Rechnung getragen werden. Das heisst, das Neubauprojekt soll das Dorfbild nicht verändern, muss also in ähnlichem Stil wie das ehemalige Bauernhaus erstellt werden. Doch zählt die Liegenschaft nicht zu den geschützten und somit erhaltenswerten Bauobjekten. Die geplante Überbauung mit sechs Wohnungen entspricht dem Zeitgeist, handelt es sich doch um eine klassische Verdichtung nach innen. Nördlich des Bauernhauses, in der Chäsiwies, sind Mehrfamilienhäuser erstellt worden.

Die Liegenschaft hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Früher beherbergte das Bauernhaus mit Scheune ein Restaurant. Das «Rössli» war ein beliebter Treffpunkt der Bevölkerung gewesen. Im Saal im ersten Stock hielten der Männer- und Kirchenchor sowie die Musikgesellschaft jeweils Unterhaltungsabende ab.

Einst der einzige Saal im Dorf

Vor Eröffnung des Schulhauses Brühlacker hatte das Restaurant den einzigen Saal im Dorf beherbergt. Lediglich im längst abgebrochenen Restaurant Glattfeld hatte noch ein kleiner Saal zur Verfügung gestanden. Noch früher hatte die Liegenschaft als Umschlagplatz für Pferdefuhrwerke gedient, die hier auf ihrem Weg von Wil nach Rorschach Rast machten.

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