WIL

Noch mehr Busse für die Stadt

Das Buskonzept von Stadt und Region Wil wird auf den Kopf gestellt. Dies geht aus der neuen ÖV-Strategie hervor, welche vom Stadtrat genehmigt und gestern publik gemacht worden ist. Nach Zürich soll auch Wil Durchmesserlinien bekommen.
13.02.2018 | 05:18
Simon Dudle

 

Alle paar Minuten passiert ein Stadtbus den Schwanenkreisel. Ab dem Jahr 2035 sollen es noch mehr sein. «Wir von der Stadt müssen schauen, dass der Verkehr läuft. Der ÖV ist das zentrale Element», sagt der zuständige Wiler Stadtrat Daniel Stutz (Grüne Prowil).

Dass Wil noch mehr Busse braucht, kommt nicht von Ungefähr. Basis für diese Erkenntnis ist ein im Jahr 2016 von Hans-Peter Hutter (CVP) eingereichtes Postulat mit der Forderung einer ÖV-Strategie. Seit gestern ist diese publik. Dabei wird die Nachfrage in den Jahren 2030 bis 2035 erörtert. Für jenen Zeitraum laufen auch schweizweit bereits die Planungen. Gemäss dem Strategiepapier dürfte die Angebotsnachfrage im öffentlichen Verkehr bis dann um satte 50 bis 70 Prozent zunehmen. Ganz grundsätzlich hat sich die Wiler Exekutive darauf verständigt, dass vom zu erwartenden Mehrverkehr der Grossteil auf den ÖV, die Velofahrer und Fussgänger entfallen soll. «Innerstädtisch steht nur begrenzt Raum für den Verkehr zur Verfügung. Dieser ist möglichst gut zu organisieren», sagt Stutz.

Vier Strassen werden zu Hauptachsen

Es gilt, Schwachpunkte auszumerzen. So ist heute das Industriegebiet entlang der Glärnischstrasse ungenügend erschlossen. Am Abend und am Wochenende ist auf dem ganzen Gebiet Ausbaupotenzial vorhanden. Zudem sollen die Verspätungen, welche es zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen und Abend regelmässig gibt, vermindert werden.

Die ÖV-Strategie, welche vom Planungsbüro Infras im Auftrag des Wiler Stadtrates und des Kantonalen Amtes für Öffentlichen Verkehr erstellt worden ist, sieht diverse, teils grundlegende Änderungen vor. Die Zürcher-, St. Galler-, Glärnisch- und Toggenburgerstrasse werden zu Hauptachsen aufgewertet, auf welchen es Busbevorzugungen mit eigenen Spuren geben soll.

Es sind Durchmesserlinien angedacht. Will heissen: Ein Bus fährt nicht vom Bahnhof Wil an einen Zielort und dann wieder zum Bahnhof zurück, sondern von einem Startort via Bahnhof zu einem anderen Zielort. Eine Linie soll von Zuzwil via St. Gallerstrasse, Bahnhof Wil und Ri­ckenbach nach Kirchberg verkehren. Die Linienführung erfolgt über die Wiler Glärnischstrasse. Eine weitere regionale Buslinie ist jene von Littenheid über den Wiler Bahnhof nach Rossrüti und weiter Richtung Wuppenau beziehungsweise Braunau. Die Erschliessung von Braunau erfolgt neu via Rossrüti und nicht mehr über Bronschhofen. Maugwil würde weiterhin von Bronschhofen her angefahren. An der Buslinie Uzwil-Henau-Schwarzenbach-Wil Bahnhof ändert sich nichts. Eine weitere Linie fährt ab Sirnach via dem geplanten Entwicklungsschwerpunkt Wil-West nach Wil und weiter Richtung Stelz beziehungsweise Jonschwil.

Erste Neuerungen sollen schon 2020 in Kraft treten

Innerstädtisch werden die heutigen Rundkurse aufgehoben. Der Bus fährt die gleiche Strecke hin und zurück. Das hat den Vorteil, dass an den Endstationen ein zeitlicher Puffer eingerichtet werden kann, um Verspätungen aufzufangen. Eine neue Linie führt von den Neulanden via von Thurnsteig, Spital, Bahnhof und Bildfeld zum Himmelrich beziehungsweise nach Maugwil. So wird die Fürstenlandstrasse erschlossen. Ein weiterer Bus fährt von Rossrüti über den Hofberg zum Wiler Bahnhof und weiter nach Wilen. Eine dritte Linie erschliesst die Strecke Städeli-Neugruben-Oelberg-Letten-Bahnhof-Reuttistrasse. Ziel ist ein Viertelstundentakt und abends ein Halbstundentakt bis um Mitternacht. Es braucht bauliche Anpassungen wie Wendeplätze oder Verbesserungen an Haltestellen.

Wird dies umgesetzt, dürfte dies zusätzliche Betriebskosten von 1,5 bis 2 Millionen Franken zur Folge haben. Als nächstes arbeiten Stadt und Kanton das Buskonzept 2021 aus. Dabei wird geprüft, welche Massnahmen bereits ab Dezember des Jahres 2020 umgesetzt werden können. Im Zentrum stehen die Verbesserung der Stadtbus-Linien, die Optimierung des Korridors nach Kirchberg und ein besseres Randzeitenangebot.

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