WIL

Kritik nimmt kein Ende

SVP-Stadtparlamentarierin Ursula Egli hat eine Interpellation zum Nutzungsreglement der Schul- und Sportanlagen eingereicht. Sie empfindet die Umsetzung als willkürlich und sorgt sich um die Vereine.
14.04.2018 | 05:20
Gianni Amstutz

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

Das per Anfang 2017 angewendete Reglement über die Benutzung von Schul- und Sportanlagen sorgt noch immer für Missmut. Bereits kurz nach dessen Einführung wurde es von Vereinen und Teilen des Stadtparlaments heftig kritisiert. Die Schliessung der Räume während der Schulferien war damals der Auslöser für die Diskussionen. Auch das Reservationssystem sorgte bei manchen Vereinen für Ärger und Verwirrung. Nun hat SVP-Stadtparlamentarierin Ursula Egli gemeinsam mit 19 Mitunterzeichnenden von links bis rechts eine Interpellation zum Thema eingereicht.

«Einer Vereinsstadt unwürdig»

«Vereinsfreundlich oder eher Unmut-Erzeuger?» So lautet die Frage, welche Ursula Egli im Titel ihrer Interpellation zum Benutzungsreglement von Schul- und Sportanlagen an den Stadtrat richtet. «Ich habe von verschiedenen Vereinen gehört, dass das neue Reglement teils sehr unterschiedlich umgesetzt wird», sagt Ursula Egli zum Grund für ihren parlamentarischen Vorstoss. Die Reservationsstelle sage etwas, was dann jedoch keine Gültigkeit mehr habe, da der zuständige Hauswart andere Auflagen und Anforderungen an die Vereine stelle. «Diese Situation ist für die Vereine langfristig untragbar.» Den Vereinen würden damit unnötigerweise Steine in den Weg gelegt, was einer Stadt wie Wil unwürdig sei, welche sich selbst Vereinsstadt rühmt, sagt Egli.

Der Stadtrat habe in den Parlamentsdebatten und der Beantwortung einer Interpellation und Motion von Sebastian Koller (Grüne Prowil) stets versprochen, die Mängel im Reglement zu beheben, schreibt Egli. Passiert sei jedoch bis jetzt nichts. «Ich befürchte, dass die Vereine irgendwann die Nase voll haben und ihre Anlässe einfach andernorts durchführen. Dadurch ginge der Stadt etwas verloren.»

Was Ursula Egli besonders stört, ist, dass das Reglement willkürlich ausgelegt werde. Das habe sie persönlich erlebt, als sie einen Anlass für die Partei organisieren wollte. Vonseiten der Reservationsstelle hiess es, dies sei im Oktober im Lindenhof nicht möglich. Als sie im Rathaus nachgefragt habe, sei das plötzlich anders gewesen. «Das darf nicht sein. Regeln müssen für alle gelten und konsequent durchgesetzt werden.»

Klarheit schaffen über den aktuellen Stand

In ihrer Interpellation richtet Ursula Egli vier Fragen an den Stadtrat. Erstens möchte sie wissen, welche Schritte zur Optimierung des Benutzungsreglements seit dem Rückzug der Motion Koller im Juni 2017 in die Wege geleitet und vom Departement für Bau, Umwelt und Verkehr (BUV) ausgeführt worden sind. Zweitens erkundigt sie sich, ob es geplant ist, die Vereine oder die IG Kultur und IG Wiler Sportvereine noch einmal zu einer Vernehmlassung einzuladen.

Drittens fragt sie, wann dem Stadtparlament der angekündigte Bericht mit den Optimierungsmassnahmen vorgelegt wird. Schliesslich will Ursula Egli vom Stadtrat wissen, ob dieser die Möglichkeit oder den Bedarf sieht, die Reservationsstelle allenfalls einem anderen Departement zuzuordnen. Aktuell gehört diese zum BUV.

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