WIL

Die Müllversenkung stockt

Während in der Umgebung schon mehrere hundert Unterflurbehälter errichtet worden sind, gibt es in der Stadt erst drei davon. Das löst bei 23 Stadtparlamentariern Fragen aus.
17.04.2018 | 05:16
Simon Dudle

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Ganze 16 Millionen Franken hat der Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) zur Verfügung gestellt, um in der Region Wil sowie dem Toggenburg und der Stadt Gossau unterirdische Abfall-Sammelstationen zu errichten. Mit 6000 Franken pro Unterflurbehälter beteiligt sich der ZAB und stellt die Betonrohre und den Deckel zur Verfügung. Schon mehrere hundert Unterflurcontainer sind mittlerweile errichtet worden. Der 16-Millionen-Franken-Kredit läuft noch bis Ende des Jahres 2026.

Während die Unterflurbehälter in der Umgebung von Wil wie Pilze aus dem Boden schiessen, tut sich in der Stadt diesbezüglich praktisch nichts. Nur gerade drei Exemplare gibt es bis anhin. Diese sind auf privater Basis finanziert. Auf Anfrage der «Wiler Zeitung» hatte der städtische Kommunikationsverantwortliche vor ziemlich genau einem halben Jahr verlauten lassen, man habe mit dem ZAB ein Grobkonzept erarbeitet. Dieses diene als stadtinterne Diskussionsgrundlage zur Beurteilung des weiteren Vorgehens. Rund 200 unterirdischer Sammelstationen seien nötig. Trotz der ZAB-Beiträge könne davon ausgegangen werden, dass die Stadt Wil einen erheblichen Teil der Kosten übernehmen müsse («Wiler Zeitung» vom 18. Oktober 2017).

«Gefahr einer gewissen Konzeptlosigkeit»

Seither ist es ruhig geworden in dieser Thematik. Zu ruhig, finden 23 der 40 Stadtparlamentarier und haben vor wenigen Tagen eine Interpellation eingereicht. Treiber ist die FDP-Fraktion unter dem Vorsitz von Marc Flückiger. Unterschrieben haben Politiker von links bis rechts. Sie monieren, dass vom ZAB seit 2016 pro Jahr 1,6 Millionen Franken zur Verfügung gestellt würden, die Stadt Wil aber «noch keinen Rappen» bekommen habe. Es mache den Anschein, dass in dieser Frage zugewartet werde. Da Private einzelne Unterflurbehälter realisiert hätten, bestünde die Gefahr «einer gewissen Konzeptlosigkeit».

Nun wollen die Stadtparlamentarier von der Stadtregierung wissen, warum sich Wil zurückhalte und wieso mit dem ZAB noch keine Rahmenvereinbarung abgeschlossen worden sei. Zudem fragen sie in der Interpellation, bis wann das Konzept umgesetzt werde und ob es möglich sei, eine kombinierte Lösung mit Unterflurbehältern und Containern zu haben, um bei Neubauten bereits jetzt unterirdische Abfall-Sammelstationen errichten zu können. Aus der Optik der Stadtparlamentarier ist auch von Interesse, ob halb- oder vollversenkte Modelle seitens der Stadt bevorzugt werden.

Weitere Informationen noch diese Woche

Die Interpellation ist an der vergangenen Sitzung des Stadtparlaments eingereicht worden, die Beantwortung des Stadtrats steht aber noch aus. Dementsprechend zurückhaltend sind die Aussagen bei der Stadt Wil zu diesem Thema. Philipp Dörig, Departementsleiter «Bau, Umwelt und Verkehr», sagt: «Es laufen Gespräche mit dem ZAB. Periodisch sind auch die Unterflurcontainer ein Thema.»

Und was sagt man beim ZAB zur aktuellen Situation mit den Unterflurbehältern in der Äbte-stadt? Nicht viel. Oder zumindest noch nicht. Claudio Bianculli, Vorsitzender der ZAB-Geschäftsleitung, verweist lediglich auf eine Medieninformation, welche morgen Mittwoch verschickt werden soll.

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