RICKENBACH

Die goldigen Zeiten sind vorbei

Um beim Katerball keine Katerstimmung aufkommen zu lassen, nehmen die Organisatoren jedes Jahr Veränderungen vor. Trotzdem hat der traditionelle Fasnachtsanlass an Glanz verloren.
10.02.2018 | 05:18
Christoph Heer

Christoph Heer

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An den Glanz früherer Jahre anknüpfen, das erweist sich als enorm schwierig. Klar, die Zeiten ändern sich und das spürt auch der einst grösste Maskenball der Ostschweiz. Am Donnerstagabend lud der Katerball zum bereits 57. Mal ein, Fasnacht zu feiern und unter Gleichgesinnten die Nacht in der Turnhalle zu verbringen. Und das taten sie, die Polizistinnen, Cowboys, Affen, Cheerleader, Super Marios und Hexen. Zwar nicht mehr in der Anzahl, wie es früher vonstatten ging, dafür mit ehrlicher Freude und viel Temperament.

Das OK hat wiederum einige Veränderungen vorgenommen. Nachdem man schon im vergangenen Jahr auf die Kaffeestube verzichtet hat, musste diesmal der Gaudisaal dran glauben. In diesem traten jeweils die Guggenmusiken auf und DJ Mario sorgte dazwischen für tanzbaren Sound. Für den Profi DJ war es in den letzten Jahren nicht einfach, das Stimmungsbarometer hoch halten zu können. «Es war ein stetes Kommen und Gehen und so ist es enorm schwierig, das Publikum für sich zu gewinnen.» Der DJ war es auch, der an der Idee mitarbeitete, das Ganze in die grosse Halle zu verlegen. «Aus meiner Sicht ein klarer Gewinn. Die Stimmung war enorm gut. So macht es Spass, die Meute zum Tanzen zu bringen», sagte DJ Mario zufrieden.

Konzentration auf die grosse Halle

Da der Besucherandrang merklich kleiner war als in den vergangenen Jahren, kam der Verzicht auf den Gaudisaal wohl zur richtigen Zeit. So konzentrierte sich das Geschehen hauptsächlich auf die Turnhalle, in welcher schon früh am Abend ausgelassene Stimmung herrschte. Bettina Brauchli vom OK sagte, dass man nach der Durchführung im vergangenen Jahr bewusst diese Veränderung vorgenommen hat. «Wir wollten das Geschehen in die grosse Halle verlagern und das ist uns ganz gut gelungen. Wir sind uns aber bewusst, dass die goldigen Zeiten unseres Katerballs leider vorbei sind.»

Tatsächlich war die Stimmung in der Halle so gut wie lange nicht mehr. Das bestätigten auch Sandra Butz (Niederuzwil), Deborah Dürlewanger (Züberwangen) und Timon Kobelt (Wil). «Wir finden die Änderungen gut. Der Katerball braucht wohl diese Konzeptanpassung, um wieder ‹gross› zu werden, ansonsten wird es wohl schwierig auf die Dauer zu überleben.» Christiane Richter (Uzwil) weiss zwar nicht, wie es früher gewesen ist, da sie zum ersten Mal anwesend war, Gefallen hat sie am Katerball aber trotzdem gefunden. «Die Guggen sind cool, die Stimmung toll und im Raucherzelt ist es nicht so laut, für mich stimmt es so.» Gestimmt hat es auch mit dem Ablauf, so waren weder Aggressionen noch Sachbeschädigungen auszumachen.

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