SENNWALD

Sennwald stoppt den Antennen-«Wildwuchs»

Der Gemeinderat macht von der Möglichkeit Gebrauch, mittels einer Planungszone die Errichtung von weiteren Mobilfunkantennen inmitten von Wohngebieten – zumindest für den Moment – zu verhindern.
17.04.2018 | 06:15
Corinne Hanselmann

«In der Einfamilienhauszone und in den übrigen Wohnzonen sind Wohnnutzungen zulässig», schrieb der Gemeinderat von Sennwald kürzlich im Inserat zum Erlass einer Planungszone für Mobilfunkantennen. «Die jeweiligen Zentren sind zu erhalten. Die Quartiere sollen wohnlich bleiben und bei deren Bewohnern darf nicht durch ideelle sowie physische Immissionen ein Unbehagen hervorgerufen werden.» Bereits jetzt bestehen verschiedenenorts Antennen mitten in den Dörfern (W&O vom 17. Februar). «Mobilfunk- und weitere Sende- und Empfangsanlagen (...) führen zu einem Unbehagen der Wohnbevölkerung als auch zu einer kontraproduktiven optischen Wirkung.»

«Der Gemeinderat will keine weiteren Antennenanlagen in reinen Wohngebieten, zumal die Gefahr besteht, dass mit den neuen Technologien wie 5G ständig noch mehr dazu kommen», ergänzt Gemeindepräsident Peter Kindler. Da solche Anlagen in Wohnzonen als störend wahrgenommen werden, sei eine Anpassung von Zonenplan und Baureglement angebracht. Damit dies umgesetzt werden kann, hat der Gemeinderat nun eine Planungszone über das gesamte Gemeindegebiet erlassen, die die Einfamilienhaus-Zone (WE) sowie die übrigen Wohnzonen (W2, W3, W4) umfasst. Innerhalb dieser Zonen darf nun ab sofort nichts unternommen werden, was die vorgesehenen Änderungen erschweren könnte. Das heisst: bis auf Weiteres keine neuen Mobilfunkanlagen.
 

Gesuch für Antenne der Salt Mobile SA ist sistiert

Kürzlich gingen gegen eine Bauanzeige für eine Mobilfunkantenne der Salt Mobile SA in Sennwald neun Einsprachen ein. Aufgrund der in der Zwischenzeit erlassenen Planungszone wurde dieses Baugesuch sistiert.

Die Planungszone gilt vorerst für längstens drei Jahre. Wenn Rechtsmittel hängig sind oder andere triftige Gründe vorliegen, kann sie um zwei Jahre verlängert  werden. Das Ziel sei es, dass bis dahin im neuen Baureglement der Gemeinde verankert ist, dass in den Wohnzonen keine Mobilfunkantennen errichtet werden dürfen. Weiterhin möglich sind Antennenanlagen, wenn sie in Wohn-Gewerbezonen oder reinen Gewerbezonen zu stehen kommen. Die Möglichkeit, solche Planungszonen zu errichten, gibt es seit das neue Baugesetz am 1. Oktober 2017 in Kraft getreten ist, erklärt Kindler. Da die Gemeinde das Baureglement ohnehin überarbeiten müsse, erlasse man darin die nötigen Vorschriften. «Ob wir rechtlich damit durchkommen wird sich zeigen», so Kindler, «aber wir wollen diese Möglichkeit jetzt nutzen und nicht erst, wenn es schon zu spät ist. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.»
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