WARTAU

«Risiko maximal 6000 Franken»

Die Politische und die Ortsgemeinde sowie die Dorfkorporationen Trübbach und Azmoos ermöglichen für zwei Jahre einen Versuchsbetrieb mit einem Mobility-Fahrzeug am Standort Bahnhof Trübbach.
09.01.2018 | 05:19
Hanspeter Thurnherr

Hanspeter Thurnherr

hanspeter.thurnherr@wundo.ch

In den vergangenen Jahren konnten etwa 20 Mobility-Kunden ein Fahrzeug benutzen, welches bei der Evatec in Trübbach stationiert war. Gemäss Mitteilung der Politischen Gemeinde Wartau hat die Evatec den Vertrag mit der Genossenschaft Mobility Carsharing Schweiz im Sommer auslaufen lassen. «An die Gemeinde wurde das Anliegen unterbreitet, zu prüfen, ob es eine Möglichkeit für eine Mobility-Lösung im Wartau gibt. Zusammen mit der Ortsgemeinde konnten wir eine Lösung finden», sagt Gemeindepräsident Beat Tinner auf Anfrage gegenüber dem W&O.

Die Lösung ist ein Versuchsbetrieb, vorerst für zwei Jahre. Dabei übernehmen die Politische und die Ortsgemeinde sowie die beiden Dorfkorporationen Trübbach und Azmoos eine allfällige Defizit-Garantie für die zwei Jahre. Konkret heisst dies: Die vier Korporationen buchen bei der Mobility-Genossenschaft einen sogenannten Mobility-Flex-Standort für einen VW-Combi und bezahlen dafür eine Jahrespauschale von 14 950 Franken.

Jede Fahrt verbilligt das Defizit

Jede Fahrt, welche ein Gemeindemitarbeiter bucht, wird an diese Pauschale zu 100 Prozent angerechnet. Wenn andere Personen das Fahrzeug nutzen, wird die Fahrt zu 75 Prozent an die Pauschale angerechnet. «Wir gehen davon aus, dass die alten Mobility-Kunden das Angebot weiterhin nutzen und neue Kunden dazukommen. Dabei gehen wir davon aus, das der Grossteil Drittpersonen sein werden, da die Gemeinde ja eigene Fahrzeuge hat», ergänzt der Gemeindepräsident. Aufgrund von Erfahrungen von anderen Gemeinden und Firmen mit Mobility-Flex rechnen die vier Korporationen mit einem maximalen Risiko in der Höhe von etwa 6000 Franken. Geteilt durch die vier Vertragspartner bleibe so für jeden ein Risiko von etwa 1500 Franken. «Wenn sich in den zwei Versuchsjahren zeigt, dass kein Bedürfnis besteht, wird es wieder abgestellt», sagt Beat Tinner.

Die Mobility-Genossenschaft nennt auf ihrer Internetseite die Vorteile von Mobility-Flex, dem Angebot für Gemeinden, das auch Firmen oder Wohnüberbauungen nutzen können. Mobility sei ein wichtiger Baustein beim Erreichen des «Energiestadt»-Labels. Gemäss Studien spare jedes Mobility-Auto zehn Privatautos. Mit einem Mobility-Abo habe man Zugriff auf rund 3000 Fahrzeuge schweizweit, rund um die Uhr. Ein Mobility-Fahrzeug verbessere die Standortattraktivität einer Gemeinde. Zudem warte die Genossenschaft alle Fahrzeuge regelmässig.

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