NEU ST. JOHANN

Neuer Meister über die Bottiche der Brauerei St.Johann

Die Toggenburger Brauerei hat einen neuen Braumeister verpflichtet: Christian Dierken ist nun für das Bier zuständig und wird neben den bewährten Sorten auch neue Spezialitäten kreieren.
08.01.2018 | 05:19
Sabine Schmid

Faktor 1 zu 1000. So umschreibt Christian Dierken das Verhältnis der Einwohnerzahl von seinem neuen Wohnort Nesslau zu seinem alten, Berlin. Der von der Nordseeküste stammende Dierken hat diesen Wohnortswechsel aus beruflichen Gründen vollzogen. Seit Anfang Jahr ist er als Braumeister für die Produktion der Brauerei St. Johann zuständig. Im ersten Monat wird er vom bisherigen Brauer, Max Lechner, eingeführt und lernt das St. Johann Hell, das St. Johann Dunkel und das Zwingli-Bier brauen. «Das Bier schmeckt mir sehr gut», bestätigt Christian Dierken. Als Norddeutscher sei er eher herbere Biere mit einer stärkeren Hopfennote gewohnt, während die Toggenburger stärker gemälzte Biere bevorzugen.

Christian Dierken hat 2008 seine Ausbildung in einer Hausbrauerei in Duisburg abgeschlossen. Er absolvierte danach ein Brautechnisches Fachstudium an der Technischen Universität in Berlin, das er mit dem Titel Diplom Braumeister abgeschlossen hat. Danach war er im Management einer Bar tätig. «Wir haben 20 Biere vom Fass ausgeschenkt, aber leider keines aus der Schweiz», erzählt Christian Dierken. Bei dieser Arbeit konnte er auch selber Biere brauen. «Leider nicht sehr oft. Daher freue ich mich auf meine neue Aufgabe bei der Brauerei St. Johann, wo ich meine eigene Biere herstellen kann», sagt er. Das erste Bier soll im Mai präsentiert werden.
 

Vorgänger hat viel geschafft

Christian Dierken ist sich bewusst, was sein Vorgänger Max Lechner – dieser wurde zuletzt mit einem Beer-Award für das Zwingli-Bier und das St. Johann Dunkel ausgezeichnet – geschafft hat. Er möchte daher den Januar nutzen, um den Betrieb und die Anlage kennen zu lernen sowie sich möglichst viel Know-how anzueignen. Besonders findet Christian Dierken die Nähe zum Endverbraucher. Es sei ganz gut, wenn der Brauer ab und zu in der Bar anzutreffen sei, um sich mit den Konsumenten auszutauschen, sagt Max Lechner. Diese würden nämlich schnell sagen, was besonders passt und was nicht.

Der Verwaltungsrat der Brauerei St. Johann zeigt sich zufrieden, dass er in Christian Dierken einen neuen Braumeister gefunden hat. «Wir wünschen ihm für seine Arbeit viel Glück», sagt stellvertretend André Meyer. Gleichzeitig bedankt sich der Verwaltungsrat bei Max Lechner und wünscht ihm Glück und Erfolg für die neue Stelle und die Ausbildung.

Max Lechner zieht es nach über drei Jahren im Toggenburg weiter zur Brauerei Falken in Schaffhausen. Er werde als Brauführer, Leiter Qualitätsmanagement und Produktentwickler tätig sein und könne von besseren Fortbildungsmöglichkeiten profitieren, erzählt er. Für ihn sei dies ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Meisterschule, die er in zwei Jahren antreten möchte. «Ich bleibe aber im Toggenburg wohnhaft», sagt er. Vielleicht wird er sich dann zum Feierabendbier in der Brauerei St. Johann «sein» Zwingli-Bier genehmigen.

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