30-JÄHRIGES

Jubiläum in würdigem Rahmen

Die Städtli-Schränzer aus Lichtensteig können dieses Jahr jubilieren. Am Städtli-Monster zeigten sie und Gast-Guggen ihr Können.
09.02.2018 | 16:45
Urs M. Hemm
Die Annalen gehen bis auf das Jahr 1962 zurück, als sich erstmals Musikanten der Musikgesellschaft Lichtensteig während der Fasnacht als Guggenmusik zusammenfanden. Bis zur Gründung der Städtli-Schränzer vergingen jedoch einige Jahre. Erster Präsident war Stephan Koller, der zugleich auch die musikalische Leitung innehatte.

«Ich war damals noch nicht dabei», gibt der heutige Präsident der Städtli-Schränzer, Matthias Wachner, unumwunden zu. Dennoch lebt er den Geist des Vereins und dessen Geschichte. «Wir sind wohl einer der wenigen Vereine, der nie mit Mitgliedersorgen zu kämpfen hatte. Wir sind wie ein Familienbetrieb, in welchem die Eltern ihre Kinder einbinden und so den Nachwuchs sicherstellen», sagt Wachner. Somit können die Städtli-Schränzer heute im Durchschnitt auf über 40 Mitglieder zurückgreifen, welche meist aus der nahen Region stammen. 

In der Instrumentierung wird der Schwerpunkt auf Blechinstrumente wie Posaune, Trompete oder Tuba gelegt. «Natürlich darf aber auch die Küche, sprich die Rhythmus-Instrumente, nicht fehlen.» Über die Auswahl der Stücke entscheide jeweils eine Kommission. «Wobei wir uns nicht nur an aktuellen Stücken orientieren, sondern uns mehr auf Stücke aus den 70er- und 80er-Jahren konzentrieren.» Schliesslich mache es aber die Mischung aus, welche das Publikum begeistert. «Sie möchten bei unseren Auftritten mitsingen können. Das ist für viele das Wichtigste.» Mit Cornel Widmer hätten sie auch das Glück, jemanden zu haben, der die Stücke jeweils auf die Instrumentierung anpasse, perfekt abstimme und so für das breite Publikum zuschneide. 

In dieser Saison absolvieren die Städtli-Schränzer etwa 40 Auftritte, manchmal drei bis vier pro Tag, respektive Abend. «Alleine für die Carfahrten brauchen wir pro Jahr rund 10000 Franken», sagt Wachner. Finanziert wird die Guggenmusik durch Sponsoren, aber hauptsächlich durch Einsätze, wie beispielsweise das Betreiben einer Bar an den Jazztagen Lichtensteig. «Natürlich sind wir auch auf viel Freiwilligenarbeit der Mitglieder und Freunde der Städtli-Schränzer angewiesen, um unsere Existenz zu sichern», sagt Matthias Wachner. Dazu gehöre auch das Verständnis der Lebenspartner und der Arbeitgeber. «Wir sind während fünf Wochenenden fast pausenlos unterwegs. Da braucht es das Wohlwollen der jeweiligen Ehefrauen und -männer sowie des Arbeitgebers. Denn zu 100 Prozent einsatzfähig sind wir nach diesen langen Tagen auch immer», sagt Matthias Wachner.
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