LEBENSLEISTUNG

Festtag für Züchter des Rekord-Braunviehs

An der Delegiertenversammlung des St. Galler Braunviehzuchtverbands konnten 52 Besitzer von 100'000er-Kühen, darunter auch eine stattliche Anzahl aus dem Toggenburg, geehrt werden.
13.02.2018 | 06:00
Adi Lippuner
134 Delegierte, eine grosse Zahl Gäste und Regierungsrat Bruno Damann, Vorsteher des St. Galler Volkswirtschaftsdepartements, fanden sich am Samstag zur Delegiertenversammlung des St. Galler Braunviehzüchtervereins in St. Gallenkappel ein. «In der ländlich geprägten Gemeinde in Stadtnähe fühlt sich die bäuerliche und die nichtbäuerliche Bevölkerung wohl», erläuterte Cornel Aerne, Vizepräsident der Gemeinde Eschenbach, zu der das Dorf St. Gallenkappel seit Januar 2013 gehört.

Andreas Wittenwiler aus Nesslau, er ist seit einem Jahr Präsident des St. Galler Braunviehzuchtverbands, führte speditiv durch die Versammlung. In seinem Jahresbericht übte er Kritik am Vorhaben des Bundesrats, den Grenzschutz im Agrarbereich abzubauen. «Diese negative Entwicklung dürfen wir nicht stillschweigend zur Kenntnis nehmen. Wir müssen aufstehen und kämpfen, denn nur gemeinsam haben wir eine Chance.» Sowohl Andreas Wittenwiler als auch Reto Grünenfelder, Präsident von Braunvieh Schweiz, hoben die Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit der «Braunen» hervor. 54 Kühe aus 52 Betrieben erreichten eine Lebensleistung von über 100000 Kilogramm Milch. 

Wichtig sind den Verantwortlichen des Braunviehzuchtverbands auch die Gemeindeviehschauen. Im Kanton St. Gallen wurden an 57 Schauen 20351 Tiere aufgeführt. «Dies ist jeweils eine gute Gelegenheit, um bei den Konsumenten Verständnis für die Arbeit und die Anliegen der Landwirte zu wecken», betonte Andreas Wittenwiler.
 

Geduld und ein «gutes Händchen» nötig

Wer in seinem Stall Kühe mit einer Lebensleitung von 100'000 Kilogramm Milch oder mehr stehen hat, muss dafür einiges leisten. So war von Andreas Wittenwiler zu hören, dass es viel Liebe und Geduld braucht, damit die Kühe gesund bleiben und regelmässig Milch geben. Und Reto Grünenfelder, Präsident von Braunvieh Schweiz doppelte nach: «Es ist immer wieder eine grosse Freude, solche Kühe und ihre Besitzer ehren zu dürfen.»

Hans Bleiker aus Krinau, er ist Besitzer von zwei 100000er Kühe und einer 20-jährigen Kuh, meinte auf die Frage, wie solche Tiere gehalten werden: «Es braucht sicher Glück, damit die Kühe gesund bleiben. Zudem liegt mir das Wohl der Tiere sehr am Herzen, ich achte darauf, dass ihre Füsse gesund sind und das geht nur, wenn sie im Trockenen stehen.» Wer den Krinauer Landwirt kennt, weiss, dass er mit Leib und Seele Braunviehzüchter ist und an den Gemeindeviehschauen schon einige Missen stellen konnte. Unterstützt von Braunviehkönigin Patrizia Hobi, Flums-Hochwiese, durften die Besitzer der leistungsstarken Kühe die Gratulationen von Präsident Andreas Wittenwiler und Vizepräsident Matthias Eggenberger entgegennehmen.

Die Besitzer von 100'000er-Kühen aus dem Toggenburg sind: Karl Alpiger, Alt St. Johann, Helena; Hans Bleiker, Krinau, Ina und Efeu; Werner Bollhalder-Wittenwiler, Unterwasser, Friedi; Hans Brändle, Oberhelfenschwil, Nora; Alfred Forrer, Lichtensteig, Ricarda; Bruno Gämperle, Wattwil, Martina OB (Original Braune); Hans und Martin Holenstein, Stein, Zora; Peter Huser, Wildhaus, Tina; Walter Huser, Necker, Zeta; Martin Künzli, Dietschwil, Rebeka; Niklaus Looser, Ulisbach, Ramona OB; Paul Näf, Dicken, Mistel; Martin Niederer, Gähwil, Deli; Walter Rhyner, Hoffeld, Orania; Jörg Scherrer, Nesslau, Gudrun; Sepp Schweizer, Oberrindal, Ladina; Maria Schwizer, Neu St. Johann, Pose; Hansueli Tischhauser, Krummenau, Jana. Zudem ist Hans Bleiker Besitzer von Pinia. Sie ist am 28. Dezember 1998 geboren und wird 20 Jahre alt. 
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