KRIMINALSTATISTIK

2017 wurde das Toggenburg sicherer

Den grössten Rückgang an Verstössen gegen das Strafgesetzbuch im Toggenburg kann die Gemeinde Kirchberg verzeichnen.
14.04.2018 | 06:00
Urs M. Hemm
Tötung, Nötigung oder Vermögensdelikte − dies sind nur einige Straftatbestände, welche in der jährlichen polizeilichen Kriminalstatistik im Bereich Strafgesetzbuch (StGB) erfasst werden. Dazu werden Verstösse gegen das Betäubungsmittel- und das Ausländergesetz sowie gegen Bundesnebengesetze ausgewertet. Wie der neuste Bericht für das Jahr 2017 der Kantonspolizei St. Gallen zeigt, gingen in der Polizeiregion Linthgebiet-Toggenburg die Verstösse gegen das Strafgesetzbuch von 2544 auf 2302 zurück, im Gebiet Fürstenland-Neckertal wurden 3577 Straftaten verzeichnet, acht Prozent weniger als noch im Jahr 2016. 
 

Schwankende Zahlen im Jahresvergleich

Von den in der Statistik speziell ausgewiesenen Toggenburger Gemeinden kann Kirchberg mit einem Minus von 26 Prozent den höchsten Rückgang von Verstössen gegen das StGB verzeichnen. Insgesamt wurden dort 131 Straftaten verzeichnet. Ebenfalls rückläufig war die Anzahl Straftaten in Wattwil (-1 Prozent) sowie in Ebnat-Kappel (-1 Prozent). Bütschwil- Ganterschwil jedoch muss mit 94 verzeichneten Straftaten eine Zunahme von drei Prozent hinnehmen*. Neben zahlreichen Delikten wie beispielsweise Körperverletzung, Betrug oder Diebstahl, musste im Jahr 2017 auch ein Tötungsdelikt im Toggenburg verzeichnet werden. 

Im Vergleich der Zahlen seit 2011 erlebte Wattwil im Jahr 2012 mit insgesamt 391 Straftaten den Höhepunkt. Seither nehmen sie tendenziell ab, sind aber sehr schwankend. Mit 219 Straftaten hatte Kirchberg im Jahr 2013 im regionalen Vergleich am meisten Straftaten zu verzeichnen. So 

wenige Vergehen wie im Jahr 2017 gab es jedoch seit 2011 nicht. Für die anderen Toggenburger Gemeinden liegen in dieser Vergleichsstatistik keine Zahlen vor. 
 

Mehr Delikte gegen das Betäubungsmittelgesetz

Schlechter sieht die Bilanz im Bereich Betäubungsmittelgesetz aus. Darunter fallen der Konsum, der Besitz und der Handel mit unerlaubten Substanzen. Im Gebiet Linthgebiet-Toggenburg nahmen die Verstösse im vergangenen Jahr um 32 Prozent zu. Gezählt wurden 513 Vergehen (Vorjahr: 388). In Ebnat-Kappel wurde eine Steigerung der Straftaten von 183 Prozent verzeichnet, was einer Zunahme der Straftaten von sechs auf 17 Vergehen entspricht. Mit mehr Delikten muss sich auch Bütschwil-Ganterschwil beschäftigen. Dort verzeichnete die Kantonspolizei 17 Straftaten, zehn mehr als im Jahr 2016 (+143 Prozent). In Kirchberg stiegen die Straftaten von nominal zehn auf 13 (+30 Prozent). Mit 64 Straftaten wurden in Wattwil 15 Delikte mehr festgestellt als im Jahr 2016 (+31 Prozent). In der Region Fürstenland-Toggenburg nahmen die Verstösse von 584 auf 578, also um ein Prozent, ab.
 

Ausländergesetz wird mehrheitlich respektiert

Zu den Delikten, welche gegen das Ausländergesetz verstossen, fallen beispielsweise illegale Erwerbstätigkeit oder Täuschung der Behörden. In der Region Linthgebiet-Toggenburg nahmen solche Delikte um 19 Prozent ab, im Fürstenland-Neckertal stiegen die Verstösse leicht um ein Prozent. In Bütschwil-Ganterschwil waren wie im Vorjahr keine Vorkommnisse zu verzeichnen. Der grösste Rückgang konnte in der Gemeinde Ebnat-Kappel festgestellt werden. Dort gingen die Vergehen um 91 Prozent von elf auf ein Delikt zurück. Ebenfalls rückläufig sind die Zahlen in der Zentrumsgemeinde Wattwil. Dort sank die Anzahl Delikte von 17 auf 10, was einer Abnahme von 41 Prozent entspricht. Ein genau gegenläufiger Trend ist in Kirchberg festzustellen, wo sich die Anzahl Verstösse gegen das Ausländergesetz im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelten: 20 Delikte kamen bei der Polizei zur Anzeige. 
 

* Die Prozentzahlen dürfen nicht überinterpretiert werden. Insbesondere bei kleinen Fallzahlen können kleine Differenzen zu grossen prozentualen Unterschieden führen.

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