WEINFELDEN

Eine Insel der Glückseligkeit

350 Besucher haben den Jodelabend im «Thurgauerhof» genossen. Auf der Bühne standen neben den Einheimischen das Kinderjodlerchörli Mosnang sowie die Kapelle Huusfrauegruess.
16.04.2018 | 05:17
Rudolf Steiner

Rudolf Steiner

weinfelden@thurgauerzeitung.ch

Schon mit «Für Herz und Gmüet» trafen die neun Jodler und vier Jodlerinnen des Jodlerklubs Weinfelden, unter der Leitung von Ferdi Barmettler, die Stimmung. Mit ihren fröhlichen Jodelliedern sowie Naturjodeln verwandelten sie den fast vollbesetzen «Thurgauerhof» in eine fröhliche musikalische Arena und eine Insel der Glückseligkeit.

So verwunderte es nicht, dass das Publikum die Lieder nicht nur genüsslich aufsog und beklatschte, sondern nach zweieinhalb Stunden hochstehender Darbietungen rund fünf Dutzend Jodler aus befreundeten Klubs der Aufforderung des Dirigenten Folge leisteten. Sie begaben sich auf die Bühne und setzten mit den Einheimischen mit «Am Jodlertisch» des Appenzeller Komponisten Fred Kaufmann und «Gloggejodel» des Nidwaldner Wiesenberger Jodlers Sepp Amstutz einen eindrücklichen Schlusspunkt.

Appenzeller Witze und Einflüsse

Einen nicht unbedeutenden Anteil an der unbeschwerten und fröhlichen Alpstimmung im «Thurgauerhof» hatte dabei die waschechte Innerrhödlerin und Wirtin vom «Leimensteig», Lydia Rechsteiner. Sie ist notabene die Schwester des aus Radio und TV bekannten Appenzeller Entertainers und Volksmusikanten Frowin Neff und kam mit ihren unverkennbaren rässen und träfen Innerrhödler Witzen gut an. Auch das Kinderjodelchörli aus dem toggenburgischen Mosnang begeisterte. Dabei ist die Bezeichnung «Chörli» ziemlich tiefgestapelt, denn die 17 jugendlichen Jodlerinnen und 11 Jodler überzeugten mit ihrem Dirigenten Stefan Segmüller durch ihr erfrischendes Auftreten und ihren reinen Kinderstimmen das Pu-blikum. Sie sangen Lieder wie «Mer singe», «En Gässbueb» und «Es Bärglechind». Dabei fehlten heute rund ein Dutzend Buben und Mädchen wegen der Schulferien», sagte Chorleiter Stefan Segmüller aus Kirchberg entschuldigend.

Obwohl sich das Publikum vorwiegend aus Personen mittleren und gesetzteren Alters zusammensetzte, muss es den Jodlern angesichts dieser jugendlichen Begeisterung sicher nicht bange um den Nachwuchs sein. Umso weniger, als in unmittelbarer Nachbarschaft zu Mosnang im Hinterthurgau mit dem bekannten Kinderjodelchörli Tannzapfenland ebenso zahlreicher und hoffnungsvoller Nachwuchs aktiv ist, und die Verantwortlichen und Dirigenten ruhig schlafen lässt.

Und auch beim veranstaltenden Jodlerklub Weinfelden hat es eine Blutauffrischung gegeben. «Seit einem halben Jahr singt und jodelt mit dem 22-jährigen Landwirt Toni Huber, vorläufig zum Kontrast noch in seiner Nidwaldner Tracht, ein Junger als Zweiter Bass zur Probe», sagte die seit drei Jahren amtierende Präsidentin Elisabeth Steuble aus Kradolf nach dem Konzertende. Sie war nach dem wunderschönen Naturjodel «Gloggejodel» etwas müde, aber restlos zufrieden.

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