FUSSBALL

Trainer und Sportchef treten zurück

Beim FC Sirnach sind die gemeinsamen Visionen geplatzt. Um die Zugehörigkeit zur 2. Liga möglichst zu wahren, muss der Vorstand Kompromisse eingehen.
12.01.2018 | 05:18

Einen Schritt vorwärts und zwei zurück: So erging es in den vergangenen Wochen vor allem dem Präsidenten des FC Sirnach, Peter Sommer. Er zeigte sich zuversichtlich, den FC Sirnach wieder zu einem im Dorf anerkannten Verein zu machen. «Unsere Konzentration darf nicht nur auf das Fanionteam gelegt werden», hatte er gesagt. «Vielmehr sollen alle unsere Mitglieder – inklusive der Nachwuchsspieler – gleichwertig behandelt werden.»

Spieler und Sponsoren forderten Alders Rücktritt

Die Vision wurde vor allem in Zusammenarbeit mit Sportchef Ivo Nater und Trainer Andi Alder angegangen. Einige Zeit sah alles gut aus. Es konnten auch erste Erfolge gefeiert werden. Nur keine sportlichen. Die erste Mannschaft stieg aus der 2. Liga interregional in die regionale 2. Liga ab. In dieser belegt sie in der laufenden Meisterschaft den letzten Platz. Unmut machte sich breit und vor allem wichtige Sponsoren fühlten sich verschaukelt.

Der FC Sirnach musste handeln. Als erste Massnahme teilte er seinen Spielern mit, dass sie ab diesem Jahr nicht mehr mit fixen Spesenzahlungen rechnen dürfen. Leistungsprämien ja, aber nur bei entsprechenden Erfolgen. Präsident Sommer rechnete damit, dass im Verlauf dieser Winterpause etliche Spieler den Verein verlassen würden. Umso erfreuter war er, als im ersten Training dieses Jahres 16 Spieler anwesend waren.

Sie waren es, die zusammen mit einigen Sponsoren den Rücktritt von Trainer Alder forderten. Sie dürften auch nicht unglücklich darüber gewesen sein, als sie vernahmen, dass mit Alder auch Sportchef Nater seinen Rück- und Austritt aus dem Verein bekannt gab.

Neuer Trainer muss den Ligaerhalt schaffen

Präsident Peter Sommer hat eine stressige Zeit hinter sich – «aber auch eine lehrreiche», wie er sagt. Er musste einsehen, dass im Fussball andere Gesetze gelten als beispielsweise in einem Turnverein. Er lässt sich aber nicht entmutigen und wählt künftig den Weg der kleineren Schritte. Ein grosser steht jedoch noch an: Er muss einen neuen Trainer finden, einen, der zum Verein passt und der das nötige Vertrauen erhält, um mit seinem neuen Team den Ligaerhalt zu schaffen.

 

Urs Nobel

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