KREUZLINGEN

Thomas Niederberger: Parat für die neue Rolle

Thomas Niederberger ist bestens vorbereitet für den Neustart als Stadtpräsident. Das bewies er am Feierabendgespräch am Mittwoch. Nun hofft er nur noch auf ein gutes Wahlresultat am 21. Januar.
12.01.2018 | 06:55
Martina Eggenberger Lenz

Martina Eggenberger Lenz

martina.eggenberger@ thurgauerzeitung.ch

Gewählt ist er noch nicht. Aber so gut wie. Darum füllt sich der Outlook-Kalender des Stadtpräsidenten in spe auch bereits mit entsprechenden Terminen für das eben angebrochene Jahr. Das gab Thomas Niederberger am Mittwoch beim Feierabendgespräch im «Trösch» unumwunden zu. Am 1. März will er das Büro des Stadtschreibers mit jenem des Stadtpräsidenten tauschen. Das zukünftige Stadtoberhaupt wirkte im Gespräch mit Moderator und TZ-Redaktor Urs Brüschweiler ebenso locker wie souverän. Es ist offensichtlich, dass er mindestens gedanklich schon in der neuen Rolle angekommen ist. «Ja, es kommt jetzt näher. Wenn ich in die Migros gehe, dann sprechen mich die Leute an. Ich spüre eine positive Stimmung», stellte Niederberger fest.

Etwas Gegenwind gehört zur Politik

Im Idealfall gehen am 21. Januar 30 Prozent der Stimmbürger an die Urne, «das ist das Ziel». Von diesen 2500 Stimmen will Niederberger 2000 erreichen. «Andreas Netzle hat bei seiner ersten Wahl 2151 geschafft», konkretisierte Urs Brüschweiler, wo die Messlatte liegt. Der Wind könne zudem rasch drehen, warnte der Moderator. Zum Beispiel wegen dem für seine kritische Haltung bekannten Gemeinderat. Das Verhältnis zwischen der Exekutive und der Legislative habe sich sehr gebessert, erklärte Niederberger dazu. «Mit Dorena Raggenbass an der Spitze hat es die letzten sechs Monate sehr gut funktioniert.» Schliesslich würden alle das Beste für Kreuzlingen wollen. Der Austausch sei wichtig. Dennoch sei ihm bewusst, dass es auch unter ihm Botschaften geben könne, die abgelehnt würden. Ein bisschen Kritik hat der beliebte Stadtpräsidenten-Kandidat auch in der Endphase des Wahlkampfes einstecken müssen. Einmal wurde er in die homofeindliche Ecke gestellt. Ein anderes Mal wurde er für Fehler bei der Vergabe des amtlichen Publikationsorganes mitverantwortlich gemacht. «Willkommen in der Politik», habe er sich da gedacht. Das Feierabendgespräch wurde von der Jungen Wirtschaftskammer JCI Untersee Kreuzlingen organisiert. Den anwesenden Vertretern versprach Thomas Niederberger in Sachen Effizienz mit Bezug des neuen Stadthauses, «das wahnsinnig wichtig ist», einen Sprung vorwärts zu machen. Neue Gewerbezonen konnte er nicht in Aussicht stellen. Es gehe eher darum, die bestehenden Areale als solche zu erhalten oder kleinere Firmen in Gewerbeparks anzusiedeln. Der neue Stadtpräsident will übrigens nach wie vor nach seiner Wahl einer Partei beitreten. Ob es die CVP oder FDP sein wird, liess er immer noch offen. Auf eine entsprechende Frage aus dem Publikum betonte Niederberger noch, dass er ein Stadtpräsident für alle sein werde. Er fühle sich auch den 54 Prozent Ausländern verpflichtet.

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