Tötungsdelikt in Wagenhausen: Vater muss vor Gericht

  • Versiegelte Wohnung: Im Parterre eines Hauses in Wagenhausen soll das Tötungsdelikt verübt worden sein.
    Versiegelte Wohnung: Im Parterre eines Hauses in Wagenhausen soll das Tötungsdelikt verübt worden sein. (Reto Martin)
05.09.2017 | 19:56

ANDERTHALB JAHRE ERMITTELT ⋅ Eine junge Frau wurde 2016 in einer Wohnung in Wagenhausen umgebracht. Lange war es ruhig um den Fall. Doch jetzt wird bekannt: Noch in diesem Monat will die Staatsanwaltschaft Anklage erheben.

Martin Rechsteiner
Es war eine Tat, die die ganze Gemeinde schockierte: Im Januar 2016 wurde in Wagenhausen eine 25-jährige Frau umgebracht.  Der Fall war zu Beginn mysteriös – erst am 23. Januar 2016 informierte die Kantonspolizei über das schreckliche Ereignis, das sich schon am 2. Januar zugetragen hatte. Niemand im Dorf schien damals etwas geahnt oder bemerkt zu haben. Lange war es ruhig um den Fall. 

Ein Verdächtiger freigelassen

Beim Opfer handelt es sich um eine deutsche Staatsbürgerin. Sie fuhr damals mit ihrem Vater, ebenfalls ein Deutscher, von Wilhelmsdorf im Landkreis Ravensburg in die Schweiz, um mit Bekannten Silvester zu feiern. Als am 2. Januar 2016 die Ambulanz gerufen wurde, waren der Bekannte und der damals 48-jährige Vater des Opfers in der Wohnung. Die Polizei nahm sie fest.
Einen Monat später wurde der Bekannte des Opfers, ein Schweizer, wieder entlassen. Der Vater des Opfers befindet sich noch im vorzeitigen Strafvollzug. Der Vorwurf lautet auf «eventualvorsätzliche Tötung». Diese Formulierung bedeutet, dass der Mann die 25-Jährige nicht absichtlich getötet hat. Bei dem was er tat, hat er aber mit ihrem Tod rechnen müssen und diesen billigend in Kauf genommen. Der Verdacht, dass ein sexueller Missbrauch vorliege, habe sich nicht erhärtet, gab die Staatsanwaltschaft letztes Jahr bekannt. 

Bei den Ermittlungen wurde eng mit der Kantonspolizei Thurgau und der Staatsanwaltschaft Ravensburg zusammengearbeitet. Auch in Deutschland wurde vorsorglich ein Verfahren gegen den Mann eröffnet. Die Verfahrensherrschaft liegt aber bei der Thurgauer Staatsanwaltschaft. Die junge Frau und ihr Vater sollen sich gemäss Medienberichten erst vor drei Jahren kennengelernt haben. Obwohl seit der Tatnacht über eineinhalb Jahre vergangen sind, hatte die Thurgauer Staatsanwaltschaft bisher noch keine Anklage erhoben. «Die Untersuchungen waren noch im Gange», sagt Mediensprecher Stefan Haffter. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft seien unterdessen aber alle Einvernahmen abgeschlossen. «Die Anklage wird noch im September beim Bezirksgericht Frauenfeld eingereicht», sagt Haffter. 
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