GROSSER SCHADEN

Schwinger erhält Unterstützung nach Horror-Nacht

Stefan Burkhalter ist einer von vielen, die vom Unwetter in der Nacht auf den 2. August betroffen sind. Um die Schäden zu decken, findet der Homburger Schwinger nun fremde Hilfe und erntet dafür auch Kritik.
04.08.2017 | 12:40
Samuel Koch
Entwurzelte Bäume, ein überschwemmter Hof und viele kaputte Fenster: Die Unwetter in der Nacht auf den 2. August haben im Thurgau vielerorts Schäden in Millionenhöhe verursacht.Von den Folgen ist auch Schwinger und Landwirt Stefan Burkhalter betroffen. "Auf dem Bauernhof ist vieles kaputtgegangen, die Schadensumme beläuft sich auf rund 85'000 Franken", meint Burkhalter. Weil die Hausfassade und das Dach des Stalls in die Jahre gekommen sind, deckt die Gebäudeversicherung nicht den ganzen Schaden. "Rund 30'000 Franken müssen wir selber aufbringen", sagt Burkhalter, der mit seiner Familie seit der Unglücksnacht schon viel aufgeräumt hat.


Noch kein Kontakt mit Freund Hausi

Der 43-Jährige pflegt eine gute Freundschaft zu Hausi Leutenegger, der ihm zu seinem 100. Kranzgewinn vor Kurzem gar eine Kuh geschenkt hat. Von Leutenegger hat Burkhalter seit der Horror-Nacht zwar noch nichts gehört. "Wir sind aber in regem Kontakt", meint Burkhalter. Vielleicht befinde sich Hausi momentan im Ausland oder er melde sich noch, meint Burkhalter.

Support erhält Burkhalter aber sicher von seinen Fans. Die Bernerin Eveline Steinemann ruft auf Facebook zu Spenden auf. Unter dem Stichwort "Sturm" können sich alle beteiligen, die Kontodaten von Stefan Burkhalter sind ebenfalls aufgeführt. "In all den Jahren habe ich <Burki> als fairen und fleissigen Sportler und Landwirt kennen gelernt", schreibt Steinemann. Obwohl er kürzlich an der Brünig-Schwinget seinen 101. Kranz verpasste, habe er es nicht versäumt, sich während seinen Aufräumarbeiten nach dem Gesundheitszustand von Dominik Roth zu erkunden. Sein Gegner im 6. Gang hat sich gegen «Burki» eine leichte Hirnerschütterung zugezogen. "Bitte helft alle mit, dass sich <Burki> ohne finanzielle Sorgen auf die kommenden Saisonhöhepunkte Schwägalp und Unspunnen vorbereiten kann", appelliert Steinemann an die Schwing-Fans. 
Bildergalerie: Unwetterschäden im Kanton Thurgau

Nach den Unwettern mit starkem Wind und heftigem Regen am 1.August geht es im Kanton Thurgau ans Aufräumen.

"Klar, die Unterstützung tut gut", sagt Burkhalter. Steinemann habe ihn kontaktiert und ihn für den Spendenaufruf angefragt. Er habe ihr die Bilder zur Verfügung gestellt, den Text gelesen und das Gut zum Druck gegeben. Die Kommentare und seinen Kontostand konnte er bisher aber nicht verfolgen. "Dazu hatte ich bis jetzt keine Zeit", meint Burkhalter.
 

"Soll doch seine Autos verkaufen"

Zwar strömt Burkhalter auf Facebook eine Welle von aufmunternden Worten entgegen. Mittlerweile ist der Spendenaufruf auf Facebook zahlreich geteilt worden. "Ich wünsche Dir alles Gute und lass den Kopf nicht hängen", heisst da. "Oh, tut mir leid", heisst es dort.

Burkhalter erntet aber auch Kritik. "Der Sturm hat viele andere Bauern auch getroffen, die nicht berühmt und bekannt sind – wer hilft diesen?", fragt jemand. Burkhalter soll doch seinen Mercedes Viano V6, seinen Volvo S80 oder den Mercedes SL500 verkaufen, um Geld für seine Unwetterschäden zu bekommen. "Aber nein, erst einmal auf Facebook herumbetteln", lautet ein weiterer Kommentar. "Neider gibt es überall", meint Burkhalter dazu. Es werde niemand verpflichtet, sich an den Spenden zu beteiligen. "Jeder darf, keiner muss", sagt Burkhalter.

Für alle anderen Betroffenen in der Region Untersee und Seerücken hat Burkhalter ermutigende Worte übrig. "Ich kann mitfühlen und hoffe, dass die Aufräumarbeiten überall schnell voranschreiten." Glücklicherweise seien nirgends Personen oder Tiere zu Schaden gekommen. 
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