Schülerzahlen steigen weiter an

  • Heinz Leuenberger, Präsident Verband Thurgauer Schulgemeinden, und Beat Brüllmann, Leiter Amt für Volksschule.
    Heinz Leuenberger, Präsident Verband Thurgauer Schulgemeinden, und Beat Brüllmann, Leiter Amt für Volksschule. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
09.08.2017 | 07:39

BILDUNG ⋅ Die Thurgauer Schulen stehen vor der Einführung des neuen Lehrplans. Sorgen bereitet ihnen die von der Politik verlangten Optimierungsmassnahmen des Frühfranzösisch. Das dürfte zu Mehrkosten führen.

Silvan Meile

Silvan Meile

silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

Noch sind die Schulglocken im ganzen Kanton stumm. Erst kommenden Montag wird im Thurgau das neue Schuljahr eingeläutet. Doch bereits heute stehen die Volksschulen vor zwei Herausforderungen. Für den Unterricht der 29 300 Schüler vom Kindergarten bis in die Sekundarschule gilt ab Montag der neue Lehrplan. Darauf müssen sich die Lehrer derzeit vorbereiten.

Die zweite grosse Aufgabe betrifft das kantonale Volksschulamt. Dieses muss Lösungen präsentieren, wie der Frühfranzösisch-Unterricht an der Primarschule verbessert werden soll. Denn in der politischen Debatte um den Fremdspracheunterricht versprach Bildungsministerin Monika Knill verschiedene Optimierungen. Nur so konnte sie im allerletzten Moment eine Mehrheit im Grossen Rat für die Beibehaltung des Frühfranzösisch gewinnen.

Schulgemeinden winken bei Mehrkosten ab

«Noch haben wir keine Lösungen», sagte gestern Beat Brüllmann, Chef des kantonalen Amtes für Volksschule, an einer Medienkonferenz in Gachnang. Erst zum Start des nächsten Schuljahrs 2018/19 sollen die neuen Massnahmen greifen. «Das ist anspruchsvoll.»

Die Vorgaben aus der Politik sind klar: Es braucht beispielsweise ein neues Lehrmittel, und die Kinder müssen einfacher als heute vom Französischunterricht dispensiert werden können. «Der Impuls dafür kann von Seiten der Lehrerschaft oder der Eltern kommen», sagt Brüllmann. Doch dafür braucht es nun klare Rahmenbedingungen, die auch festhalten, mit welchen Begründungen eine Dispensation geschehen kann und was die betroffenen Schüler zu tun haben, während ihre Kameraden Französisch büffeln. Dies wiederum wird die Schulgemeinden vor neue Herausforderungen stellen.

«Es besteht noch Gesprächsbedarf bezüglich Frühfranzösisch», sagte Heinz Leuenberger, Präsident des Verbands der Thurgauer Schulgemeinden. Und bei Mehrkosten, die aus Verbesserungsmassnahmen dieses Unterrichts entstehen, winkt Leuenberger schon heute ab: «Die Finanzierung muss zu Lasten des Kantons gehen.»

Amtschef Brüllmann ist sich der Problematik bewusst, dass bei Änderungen auch der finanzielle Aspekt zum Thema wird. Letztlich werde sich im Paket zur Umsetzung der Frühfranzösisch-Massnahmen zeigen, welche Kosten entstünden. Ein solches Paket werde dem Regierungsrat zu gegebener Zeit vorgelegt.

Lehrer stimmen Unterricht auf den neuen Lehrplan ab

Bezüglich der Einführung des neuen Lehrplans erfolgt derzeit der Feinschliff an den Schulen. In der Schulgemeinde Gachnang etwa treffen sich die Lehrer an mehreren Tagen und passen in Gruppenarbeiten ihre Arbeitsweise dem neuen Lehrplan an. Zwar wird dieser am Montag offiziell eingeführt, für die Umsetzung ist jedoch ein Zeitraum von vier Jahren vorgesehen.

Weiterhin steigend sind die Schülerzahlen. Die 29 300 Schüler an den Volksschulen – genaue Zahlen gibt es nach dem Unterrichtsstart – bedeuten eine Zunahme von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. «Die Prognosen gehen weiterhin von leicht steigenden Zahlen aus», schreibt der Kanton. Für die einzelne Schulgemeinde ist deshalb die Schulraumplanung eine weitere Herausforderung.

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