Regierung ist sich nicht zu schade fürs Nachsitzen

  • Regierungspräsidentin Carmen Haag (rechts) und Regierungsrat Walter Schönholzer vor den Mikrofonen.
    Regierungspräsidentin Carmen Haag (rechts) und Regierungsrat Walter Schönholzer vor den Mikrofonen. (CHRISTIAN MERZ (KEYSTONE))
06.10.2017 | 18:14

KOMMENTAR ZU HEFENHOFEN ⋅ Die Thurgauer Regierung zeigt sich selbstkritisch rund um die Krisenkommunikation im Fall Hefenhofen. Die Regierungsmitglieder bewiesen, dass sie lernfähig seien und den einsichtigen Worten auch Taten folgen liessen. Das schreibt Ressortleiter Christian Kamm in seinem Kommentar.

Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass es die Thurgauer Kantonsregierung tatsächlich ernst meint mit der Operation Wiedergutmachung im Fall Hefenhofen − seit gestern liegt er vor. In ihrer  Beantwortung eines kritischen Vorstosses zur Krisenkommunikation nimmt die Regierung kein Blatt vor den Mund und schont auch sich selber nicht.

Ja, man sei überrascht worden von der Eskalation der Ereignisse in kürzester Zeit. Und ja, auf diese noch nie erlebte politisch-mediale Eigendynamik sei man nicht vorbereitet gewesen. So war es. Punkt. Diese Offenheit und Fähigkeit zur Selbstkritik ist für eine Exekutive alles andere als selbstverständlich. Dass die Thurgauer Regierung dazu fähig ist, beweist, dass sie wieder Tritt gefasst hat und offensichtlich gewillt ist, das Vertrauen in den Kanton und seine Behörden wieder herzustellen.

Analysierende Worte allein nützen nichts, wenn ihnen keine Taten folgen. Doch auch hier macht der Kanton unterdessen alles richtig. Schon die Einberufung einer unabhängigen Untersuchungskommission kam einem Befreiungsschlag gleich. Die Ankündigung, deren Bericht dann öffentlich zu machen, ist nun der nächste logische Schritt auf diesem Weg. Auch hat der Thurgau eine Regierung, die sich nicht zu schade ist für Nachhilfeunterricht in Sachen Krisenmanagement. Mögen noch so viele diesen Kanton provinziell nennen. Punkto Lernfähigkeit beweist er gerade das Gegenteil.

Christian Kamm
christian.kamm@thurgauerzeitung.ch
Kommentare
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geschrieben am 06.10.2017 19:31 | von Georg Ritter

Wie bitte?! Herr Kamm, da kommt also Ihr Bub mit einer miesen Mathematik-Note nach Hause, weil er schlicht zu faul war zum Lernen. Er steht mit gesenktem Kopf vor Ihnen und sagt, er werde weniger auf dem Smartphone rumtippen und mehr lernen, und zwar werde er ganz, ganz viel - ehrlich! - lernen. Und Sie, Herr Papa Kamm, Sie betrachten ihn stolz und rufen in die Gegend, was das doch für ein guter Bub sei... Reingelegt! - Von einem Journalisten erwarte ich einen anderen Text als von der regierungsrätlichen PR-Stelle, Herr Kamm! Ob der Regierungsrat lernfähig und -willig ist, wie Sie behaupten, wissen wir erst bei und nach der nächsten "Krise". Ein Schuldeingeständnis ("Aber die Boulevardpresse ist auch schuld an der Krise!") und die Bereitschaft zu einem in keiner Art näher definierten "Seminar" - sind so viel wie die eine Schwalbe, die noch keinen Frühling macht. Warten wir's mal ab. PS. Sie dürfen auch in ein Seminar, Herr Kamm: "Wie gehe ich der Sache journalistisch auf den Grund.

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Kommentar zu: Regierung ist sich nicht zu schade fürs Nachsitzen
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geschrieben am 06.10.2017 20:02 | von René Levy

Eine Nebelpetarde ist die vorgeschobene Einsicht der Thurgauer Regierung, und nichts anderes.
Das ganze Desaster hat doch einige Leute wachgerütelt, die ihren bezahlten Job für das Wohl der Tiere nicht gemacht haben.

Nach Jahrzenterlanger Vogel Strauss-Strategie sind glaubhafte Argumente schwierig zu finden, und glaubhaft erscheinen noch schwieriger.

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