THURGAU

Pfarrer widmen sich dem Islam

Die evangelischen Thurgauer Pfarrerinnen und Pfarrer befassen sich mit ihrer Rolle und dem Islam.
10.04.2018 | 05:18

Die Versammlung des Thurgauer Pfarrvereins bot Gelegenheit, sich mit grundsätzlichen Fragen zu befassen. Präsident Richard Ladner (Hüttwilen-Nussbaumen) stellte im Jahresbericht die Frage: «Wird der Pfarrer vom Hirten zum Mietling?» Das sei eine Tendenz in vielen Kantonen, die aber nicht dem Sinn von Ordination und Volkswahl entspreche. Pfarrerinnen und Pfarrer seien nicht einfach Angestellte, sondern Amtsträger, die beauftragt sind, Gemeinden zu leiten und zu betreuen.

Im Weiteren widmeten sich die Pfarrer dem Thema «Islam». Rifa’at Lenzin, vom Zürcher Institut für interreligiösen Dialog, wurde eingeladen und von Pfarrer Christian Herbst (Uttwil) und Pfarrerin Sarah Glättli (Erlen) interviewt. Lenzin beklagte, dass man bei negativen Schlagzeilen meist alle Muslime verantwortlich mache und so der Vielfalt im Islam nicht gerecht werde. Es gäbe aber auch im Islam ein Zerrbild des Christentums. So werde die Dreifaltigkeit Gottes meist als drei Götter missverstanden. Auf die Frage, was das Christentum vom Islam lernen könnte, meinte sie: Toleranz. Umgekehrt stellte sie fest, dass es im Islam eigentlich keine Seelsorge gibt, da würden doch einige das Christentum beneiden. Im Anschluss sprachen die Pfarrer in Gruppen, wie mit der «Herausforderung Islam» umgegangen werden soll.

Vorgängig zur Jahrestagung fand die Versammlung der Pensionskasse der kirchlichen Mitarbeiter in der Ostschweiz statt. Pfarrer Harald Ratheiser (Arbon) wurde als Arbeitnehmervertreter für eine dritte Amtsperiode von 2018-2022 in den Stiftungsrat gewählt. Pfarrer Andreas Gäumann (Steckborn) wurde als dessen Stellvertreter bestätigt. Begonnen hatte die Konferenz mit einer Andacht von Pfarrer Lars Heynen (Wigoltingen), die – neben allem Tun – zu Geduld und Gottvertrauen mahnte. (red)

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