Mit über 60 Jahren fit im Verkehr

  • Marianne Hofer aus Frauenfeld interessiert sich bei Stefan Bobst und Tobias Wunderli für ein elektrobetriebenes Kyburz-Fahrzeug.
    Marianne Hofer aus Frauenfeld interessiert sich bei Stefan Bobst und Tobias Wunderli für ein elektrobetriebenes Kyburz-Fahrzeug. (Bild: W. Lenzin)
10.10.2017 | 07:01

GESUNDHEIT ⋅ Sichere Mobilität im Alter: Dieses Thema stand im Mittelpunkt einer gemeinsamen Veranstaltung des Vereins Top 60 und der TCS-Sektion Thurgau. Angesprochen wurden auch Elektromobile.

Werner Lenzin

Werner Lenzin

thurgau@thurgauerzeitung.ch

«Wir wollen an die Eigenverantwortung älterer Menschen appellieren, etwas für ihre geistige und körperliche Gesundheit zu tun», betonen Max Dössegger und René Künzli von der Terz Stiftung in Berlingen. Die beiden sind die Hauptinitianten von Top 60 Thurgau und des erstmals im Verkehrssicherheitszentrum Weinfelden durchgeführten Anlasses «Ü60: Sichere Mobilität». Dieser basierte auf der partnerschaftlichen Zusammenarbeit der TCS-Sektion Thurgau und des Verkehrssicherheitszentrums.

Mit Blick auf die Fahreignungsprüfung forderte Top 60 im vergangenen Jahr das Bundesparlament auf, die vertrauensärzt­lichen Untersuchungen wissenschaftlich zu evaluieren. Sie ­forderten, je nach Resultat die Untersuchungen abzuschaffen, oder wirksame neue Massnahmen einzuführen. Künzli rechnet ab dem 1. Januar 2019 mit der Erhöhung des Alters von 70 Jahren auf 75 Jahre für die vertrauensärztliche Untersuchung.

Deutlich mehr über 65-Jährige

Gemäss Fahrlehrerin Yvonne Gasser, Chefmoderatorin beim Verkehrssicherheitszentrum Thurgau, führt der demografische Wandel dazu, dass der Anteil der Menschen über 65 Jahren von heute knapp 18 Prozent in den nächsten zwei Jahrzehnten auf 26 Prozent ansteigen wird. «Um fit zu bleiben im Strassenverkehr, braucht es eine aktive körperliche Betätigung, eine Offenheit für Neues und die Bereitschaft, sich in Kursen weiterzubilden», sagt die Fahrlehrerin. Sie weist auf die Abnahme der Sehkraft im Alter hin, auf die Menge der kaum mehr erfassbaren Verkehrsschilder, die neuen Schilder und die neue Messmethode bei Alkoholverdacht. Ferner beleuchtete Yvonne Gasser auch die vielfältigen Ablenkungen, die Toleranzmargen bei der Geschwindigkeitsmessung und die Vortrittsregeln beim Kreisel, beim Abbiegen nach links und das Verhalten in der 30er-Zone.

«Um als Autofahrer im Training zu bleiben, sollte man jährlich mindestens 3000 Kilometer fahren», fordert der Arzt Max Dössegger. Als Folgen der Alterung nennt er die Blendung und die Gesichtsfeldeinschränkung. Er empfiehlt die richtige Höhe des Autositzes. «Das vermehrte Kopfdrehen in den Fussgängerzonen und beim Einbiegen, insbesondere auf der Autobahn, ist ganz wichtig», sagt Dössegger. «Bei Problemen bei der Halswirbelsäule sollten möglichst auch die Schultern mitgedreht werden.» Wichtig ist für Dössegger die Tatsache, dass 25 Prozent der Hirnleistung angeboren und 75 Prozent trainiert werden können. Um einer Demenz vorzubeugen, empfiehlt er den Austausch mit Menschen und die Geselligkeit als wichtige Massnahmen. Er stellt fest: «Wer zu viel alleine ist, bei dem ist die Wahrscheinlichkeit, eine Demenz zu erleiden, um 65 Prozent grösser.»

Parallel zu den Ausführungen über die neuen Verkehrsregeln und die Gesundheit standen die Elektromobilität, das E-Bike und Assistenzsysteme als Hilfe für eine grössere Sicherheit im Fokus. Zudem zeigte der Sehtest die Wichtigkeit von «sehen und gesehen werden». Die rund 60 Interessierten erhielten Tipps für ein einfaches Training zum Erhalt der körperlichen Fitness.

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