BERUFSSCHULE ARBON

Lernen ohne Nebengeräusche

In der Berufsschule Arbon verstummt der Baulärm nach viereinhalb Jahren. Das Gebäude aus den 70er-Jahren ist saniert, ein Nebengebäude neu erstellt.
10.04.2018 | 05:18
Silvan Meile

Silvan Meile

silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

20 Millionen Franken in viereinhalb Jahren. Die Sanierungs-und Ausbauarbeiten am Bildungszentrum Arbon sind abgeschlossen. Damit verschwindet auch der Baulärm aus den Schulzimmern. Zeitweise hätten die Lehrpersonen ihr eigenes Wort nicht mehr verstanden, sagt Felix Lengwiler, Rektor des Arboner Bildungszentrums. Mit dem Schulstart nach den Frühlingsferien kehrt ab nächster Woche wieder der normale Schulalltag zurück.

«Wir bekommen optimale Bedingungen für unsere 600 Berufsschüler und die Lehrpersonen», sagt Lengwiler. Gleichzeitig sei der Charakter des 1977 erbauten Schulhauses erhalten geblieben. Am Berufsbildungszentrum besuchen angehende Detailhändler, Polymechaniker und Konstrukteure die Berufsschule.

Bei der Lüftung musste gespart werden

Wenn im laufenden Betrieb umgebaut werde, sei eine Bauzeit von viereinhalb Jahren «nicht unüblich», sagt Kantonsbaumeister Erol Doguoglu. Die Arbeiter seien auf keine Überraschungen gestossen. «Die Rohbaustruktur war in gutem Zustand.» Das Flachdach musste neu gemacht werden. Hauptsächlich, weil es gemäss den Vorschriften nicht genug dämmte. «Durch die energetischen Verbesserungen werden die Wärmekosten um etwa 60 Prozent zurückgehen, ist man sich beim Kanton sicher. Und die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach produziere den Jahresbedarf an Strom von 25 Einfamilienhäusern. «Der Baukredit von 20 Millionen Franken kann eingehalten werden», sagt Doguoglu. Eine Lüftungsanlage sei den kantonalen Sparbemühungen zum Opfer gefallen. Dennoch erfülle das über 40 Jahre alte Gebäude nun den Minergiestandard. Die Gebäudehülle ist nun sogar so gut abgedichtet, dass der Hauswart im Untergeschoss keinen Handyempfang mehr hatte und somit nicht mehr erreichbar war. Deshalb sei in diesem Bereich technisch nachgerüstet worden, erklärt Rektor Lengwiler. Die Schule sei mit ihren 600 Lernenden zu klein, um eine Mensa zu betreiben, sagt Lengwiler weiter. Das hätten Abklärungen gezeigt. Vor allem die Schülerinnen würden heute ihr Mittagessen von zu Hause mitnehmen. Um dieses zu wärmen, stehen Mikrowellen bereit.

Seit zehn Jahren auch die Detailhändlerinnen

Das Gebäude nebenan mit der einstigen Hauswart-Wohnung wurde abgebrochen und durch einen Neubau mit sieben Schulzimmern ersetzt. Eine Änderung erfuhr auch das Erdgeschoss im Hauptgebäude. Dort befindet sich nun neu der Verwaltungsbereich mit Lehrerzimmern und Sekretariat, das zuvor im zweiten Obergeschoss anzutreffen war.

Das Bildungszentrum Arbon wurde 1977 für rund 480 Lernende gebaut. Im Jahr 2007 fand eine Zusammenlegung mit der Berufsschule Romanshorn statt. Seither besuchen auch die Lernenden aus dem Bereich des Detailhandels die Berufsschule in Arbon. Damals erhöhte sich die Schülerzahl auf nahezu 700. Aktuell haben sie sich bei rund 600 Schülerinnen und Schülern eingependelt.

Das umgebaute Bildungszentrum Arbon öffnet am Samstag, 28. April, seine Türen der Bevölkerung. Von 10 bis 12 Uhr kann das Gebäude besichtigt werden.

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