THURGAUER VOLKSSCHULE

Junge Genies sind wissbegierig

Die neuen kantonalen Angebote zur Begabtenförderung sind noch nicht angelaufen und schon ein Erfolg. Für alle Kurse sind genügend Anmeldungen eingetroffen – für einige sogar zu viele.
23.12.2017 | 05:20
Larissa Flammer

Larissa Flammer

larissa.flammer@thurgauerzeitung.ch

Im neuen Jahr startet der Thurgau mit seiner neuen kantonalen Begabungs- und Begabtenförderung. Drei Jahre lang wollte man während einer Pilotphase herausfinden, ob das Angebot genutzt wird und weitergeführt werden kann. Jetzt, da die Anmeldefrist für die ersten Veranstaltungen abgelaufen ist, steht bereits fest: «Wir werden das Angebot im Sommer erweitern.» Beat Brüllmann, Chef des Amts für Volksschule, freut sich über das «grosse Interesse» der Schüler an den beiden Angeboten.

Die Begabtenförderung besteht aus Impulstagen und Ateliers. Erstere stehen allen interessierten Schülern offen und finden in der Freizeit an Mittwochnachmittagen oder Samstagvormittagen statt. «Es zeichnet sich ab, dass wir alle geplanten Impulstage durchführen können – und zwar über alle Fächer hinweg», sagt Brüllmann. Die verschiedenen Veranstaltungen haben zum Beispiel die chinesische Sprache, Atome, Motoren oder Wirbeltiere zum Thema.

Einige Kurse werden doppelt durchgeführt

Die Ateliers – das zweite Angebot der Begabtenförderung – sind nicht für alle Schüler gedacht. Zwei Hürden müssen für eine Teilnahme überwunden werden: ein Motivationsschreiben des Schülers und eine Empfehlung des Lehrers. «Wir mussten niemanden abweisen, weil er sich ohne Empfehlung angemeldet hat», sagt Brüllmann. Allerdings mussten einzelne Schüler auf nächstes Schuljahr vertröstet werden, weil zu viele Anmeldungen eingetroffen sind. «Wir sind noch in der Aufbauphase.»

Alle Ateliers können durchgeführt werden. Ungefähr 15 Schüler werden maximal an einer Veranstaltung teilnehmen. Bei einigen gab es nur fünf Anmeldungen, andere werden sogar zweimal durchgeführt. Für die Teilnahme werden die Schüler vom Regelunterricht dispensiert. Themen sind unter anderem Robotik, 3D-Druck, Astronomie, Zeichnen und Psychologie. «Es hat sich gezeigt, dass alle Themen attraktiv sind. Auch wenn zum Beispiel der 3D-Druck besonders beliebt ist», stellt Brüllmann fest. Jetzt sei es wichtig, die Kinder mal machen zu lassen und dann die ersten Rückmeldungen auszuwerten.

Als erfreulich bezeichnet Brüllmann auch die ämterübergreifende Zusammenarbeit. «Wir vom Amt für Volksschule vertreten quasi die Kundschaft für die Begabtenförderung. Das Amt für Mittel- und Hochschulen sowie das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung bieten die Veranstaltungen an.»

Leserkommentare
Weitere Artikel