KULINARIK

Starkoch Mosimann: "In London gibt es Süssmostcreme"

Am Montagabend fand im Stadtcasino Frauenfeld zum achten Mal der Neujahrsapéro der Thurgauer Kantonalbank statt. Stargast Anton Mosimann erzählte den 300 geladenen Gästen aus seinem bewegten Leben als Koch.
10.01.2018 | 05:22
Rossella Blattmann
Herr Mosimann, warum sind Sie heute hier in Frauenfeld?
Im vergangenen Frühling wurde ich 70 Jahre alt. Zudem kam meine Autobiografie «Life’s a Circus» 2017 auf den Markt. Ich habe in meinem Leben allerhand gesehen und erlebt, davon werde ich den Gästen heute Abend erzählen.

Wie wurde aus der Idee ein fertiges Buch?
Ich habe in meinem Leben viel dokumentiert. Das erleichterte die Arbeit enorm. Mit meinem Ghostwriter Willi Näf schrieben wir dann «Life’s a circus». Nach zwei Jahren war unser Werk vollbracht.

Sie haben auf der ganzen Welt gearbeitet. Hat Sie dies beeinflusst?
Ja, sehr. Ich habe aus jedem Land, in dem ich gearbeitet habe, etwas mitgenommen. Kulinarisch, aber auch menschlich.

Erzählen Sie!
Als ich in Japan kochte, lernte ich eine Küche kennen, die auf leichten, gesunden Zutaten basiert. So pflege ich es in meiner eigenen Küche bis heute. Ganz im Gegensatz zu den Mahlzeiten, die ich in den hiesigen Hotels kennen gelernt hatte. Dort kamen stets viel Rahm und viel Butter in die Saucen. Und noch mehr Rahm. Und noch mehr Butter (lacht). Auch die Disziplin der Japaner hat mich sehr beeindruckt. Wenn ich im ­Ausland bin, dann gehe ich jeweils als Erstes auf den lokalen Markt. Wie ein Schwamm sauge ich alle Einflüsse auf. Das Lokale und der Respekt gegenüber Land und Leute sind mir besonders wichtig.

Sie kamen in den Achtzigern nach London und kochen bereits viele Jahre für die britische Königsfamilie...
... diese Zusammenarbeit schätze ich sehr.

Sie stellten im April 2011 auch das Hochzeitsmenu von Prinz William und Kate Middleton zusammen. Mit Thurgauer Beteiligung?
Das ist richtig. Sabrina Bornhauser vom Eigenhof in Weinfelden hat bei mir mitgekocht. Von ihr stammen übrigens die typisch britischen Mini-Yorkshire Puddings mit Roastbeef und Meerrettich, die es heute Abend zum Essen geben wird.

Sie haben nur Thurgauer Zutaten zur Verfügung. Was würden Sie kochen?
Es gibt viele Zutaten aus der Region, auf die ich zugreifen könnte. Ich würde etwas mit Fleisch oder fangfrischem Fisch aus dem See zubereiten. Natürlich dürfte auch der Most nicht fehlen. In London haben wir übrigens immer wieder Süssmostcreme auf unserer Karte.

Was essen Sie privat am liebsten?
Ich mag Kutteln. Auch eine währschafte Bernerplatte esse ich sehr gerne. Am richtigen Ort, zum Beispiel in den Bergen, geniesse ich ab und zu auch mit Freude ein leckeres Fondue. Ich liebe auch die orientalische Küche sehr. Original scharf gewürzt.

Was war das Highlight Ihrer Karriere?
Es gab zahlreiche schöne Momente, die mir immer in Erinnerung bleiben werden. Der Britische Verdienstorden, den ich 2004 von der Queen verliehen bekam, war sicher ein Höhepunkt.

Am 19. Mai heiraten Prinz Harry und Meghan Markle. Mit Ihren Gerichten?
Dazu kann ich noch nichts Genaues sagen. Abwarten und Tee trinken.
 

Sabrina Bornhauser

Vom Thurgau bis nach London in den Buckingham Palace. Sabrina Bornhauser von der Wirtschaft zum Eigenhof in Weinfelden hat es weit gebracht. So kochte sie im Frühjahr 2011 an der royalen Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton im Team von Anton Mosimann mit.

Juniorchefin Sabrina Bornhauser betreibt den Eigenhof bereits in sechster Generation. Sie kennt sich in der britischen Küche aus. Für den Neujahrsapéro der Thurgauer Kantonalbank steuerte sie eine Miniaturversion des englischen Klassikers Roastbeef und Yorkshire Pudding bei. (bro)

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