«Ich bin bereits zu einer Jassrunde eingeladen»

Diana Gutjahr, Nationalrätin SVP

Diana Gutjahr (33) aus Amriswil und Hansjörg Brunner (51) aus Wallenwil starteten am 27. November in ihre erste Session als Nationalräte. Der Thurgauer Zeitung stehen sie zum gestrigen Sessionsende mit einem Augenzwinkern Rede und Antwort über ihre ersten Eindrücke unter der Bundeshauskuppel.
16.12.2017 | 08:53

Diana Gutjahr, haben Sie sich schon im Bundeshaus verlaufen?

Ja, und zum Glück habe ich immer wieder irgendwie zurück gefunden.

Neben wem sitzen Sie im Nationalratssaal?

Links Andrea Geissbühler, rechts sitzt Magdalena Martullo-Blocher.

Haben Sie sich eine neue Garderobe fürs Bundeshaus zugelegt?

Ja, und zwar zwei Hosenanzüge. Solche hatte ich bis anhin nicht im Kleiderschrank.

In welchem Hotel übernachten Sie?

Im praktisch gelegenen Hotel Savoy, direkt neben dem Bahnhof.

Schon ein Lieblingsrestaurant in Bern gefunden?

Ich bin noch auf der Suche.

Wie viele Kilo Akten haben Sie bereits erhalten?

Ungefähr zwei Kilo und dies ziemlich handlich – in Form eines Laptops.

Wem möchten Sie im Bundeshaus lieber nicht begegnen?

Das bleibt mein Geheimnis.

Wie würden Sie den Ratsbetrieb in einem Wort beschreiben?

Laut und wortreich.

Wann haben Sie das erste Mal gelacht im Bundeshaus?

Ich muss täglich über gewisse Voten und Verhaltensmuster schmunzeln.

Wie viele Einladungen von Lobbyisten haben Sie abgelehnt?

Die Frage, wie viele ich angenommen habe, wäre einfacher zu beantworten.

Welches war die spannendste Einladung?

Ich kann nicht eine spezielle Einladung benennen – es war spannend, viele neue Leute kennen zu lernen, auch über die Parteigrenze hinaus.

Wasser oder Wein?

Wasser, denn es ist ziemlich trocken im Nationalratsaal. Der Hygrometer zeigt etwa 25 Prozent an.

Gibt es ein Rezept gegen langweilige Sitzungen?

Gibt es das?

Was macht eine Thurgauerin in der Stadt Bern gegen Heimweh?

Sie mischt sich unters Volk.

Werden Sie nun einer Parlamentarier-Jassrunde beitreten?

Mal schauen, ich wurde auf jeden Fall schon zu einer Runde eingeladen.

Wie läuft es mit dem Französisch-Parlieren in der Wandelhalle?

Ça va de mieux en mieux.

Nach der ersten Session Hand auf den Bauch: Nimmt man im Bundeshaus zu?

Man könnte, würden man es wollen.

Welchem Bundesrat sind Sie über den Weg gelaufen?

Allen, auch dem Bundeskanzler.

Was ist im Bundeshaus ein No-Go?

Seinen eigenen Mantel in der Garderobe an den falschen Bügel zu hängen.

Wie viele Abstimmungen haben Sie verpasst?

Keine, ich war praktisch durchgehend im Saal, um mich einzuarbeiten.

Sind Berner wirklich so langsam?

Ich bin übrigens auch eine Bernerin, man hört es nur nicht.

Das Interview mit FDP-Nationalrat Hansjörg Brunner lesen Sie hier.

 

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