Die BTS muss warten

  • Kein Vortritt: Die neue Nationalstrasse durch den Thurgau kommt noch nicht ins Rollen.
    Kein Vortritt: Die neue Nationalstrasse durch den Thurgau kommt noch nicht ins Rollen. (Bild: Andrea Stalder)
16.06.2017 | 05:18

VERKEHR ⋅ Für den Regierungsrat macht der Bund bei der Bodensee-Thurtalstrasse zu wenig schnell vorwärts. Er fordert deshalb Bern auf, dieses Strassenprojekt zu forcieren.

Silvan Meile

Silvan Meile

silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

Der Bund bleibt bei der Bodensee-Thurtalstrasse (BTS) auf dem Bremspedal. Zumindest im aktuellen Plan zur Weiterentwicklung der Nationalstrassen, dem sogenannten Sachplan Verkehr zur Strassen-Infrastruktur (SIN), ist die geplante Thurgauer Hauptverkehrsachse für das Bundesamt für Strassen (Astra) noch kein Thema. Das stört den Regierungsrat, wie er in der entsprechenden Vernehmlassung schreibt. Er befürchtet, dass der Bund dieser geplanten Strasse noch längere Zeit die rote Ampel zeigt. «Wenn die BTS nicht in den SIN aufgenommen würde, hätte das laut Regierungsrat eine unverhältnismässige Verzögerung des Projekts zur Folge», heisst es in einer Mitteilung des Kantons. Die Forderung aus dem Thurgau lautet deshalb: Der Bund muss die BTS in seinen Sachplan Verkehr aufnehmen, damit es bei dieser Strasse, die der Kanton bauen will und der Bund zahlen soll, zu keinen Verzögerungen komme. Die BTS sei im kantonalen Richtplan als zentrale Massnahme enthalten und «erfüllt aus Sicht des Regierungsrates somit die Kriterien der Sachplanrelevanz», argumentiert der Kanton.

Bund wartet zu mit dem Netzbeschluss

Die zu bauende 29 Kilometer lange BTS von Arbon bis Müllheim-Bonau soll als Teil von rund 400 Kilometern Schweizer Kantonsstrassen ins Nationalstrassennetz des Bundes übergehen. Der entsprechende Netzbeschluss soll 2020 in Kraft treten. Den Weg dazu ebnete das Schweizer Stimmvolk am 12. Februar mit seinem Ja zum Nationalstrassen- und Agglomerationsfonds (NAF). Die aktuelle Planung des Bundesamtes für Strassen berücksichtige dies jedoch nicht, bedauert die Thurgauer Regierung. Denn der Bund stelle eine Integration ­seiner neu zu übernehmenden 400 Kilometer an Strassen erst zu einem späteren Zeitpunkt in Aussicht. Das wiederum kann laut Regierungsrat «nicht akzeptiert werden».

BTS-Gegner sehen sowieso rot für diese Strasse

Die Thurgauer Stimmbevölkerung stimmte am 23. September 2012 der BTS zu. Sie soll dereinst als N23 ins Nationalstrassennetz aufgenommen werden. Die Kosten dafür wurden damals im Abstimmungskampf auf rund 800 Millionen Franken beziffert. Im März 2016 stellte der Kanton dann aber andere Zahlen vor. Detaillierte Planungen hätten ergeben, dass sich die Kosten für die BTS auf 1,55 Milliarden Franken verdoppelten, musste vor den Medien verkündet werden. Im Idealfall sollten 2024 die Bagger auffahren.

Die Verteuerung war Wasser auf die Mühlen der BTS-Gegner. Für den grünliberalen Kantonsrat Klemenz Somm waren zu jenem Zeitpunkt die BTS-Pläne gestorben. «Wer jetzt noch denkt, dass der Bund diese Strasse zu diesem Preis finanziert, träumt in den Tag hinein.» Viel dringendere Verkehrsprobleme mit weit höheren Frequenzen gäbe es in diesem Land zu lösen .

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Was ist das Gegenteil von dick??
 

Meistgelesen

Die Migros Neumarkt hat drei bediente Kassen abgeschafft. Dafür wurde das Self-Scanning ausgebaut.
St.Gallen: 18.10.2017, 11:45

Kritik an Self-Scanning: "Und den Kassierinnen wird dann wohl gekündigt?"

Mehr Self-Scanning und weniger bediente Kassen in der Migros Neumarkt in St.Gallen: Diese ...
Ab und an kommt es nach Fouls zu Gerichtsprozessen - so im Fall des Wil-Goalies.
Kanton St.Gallen: 18.10.2017, 14:43

"Krass die Regeln verletzt": Goalie des FC Wil nach Foul verurteilt

Ein Goalie aus der Breitensportabteilung des FC Wil stand am Mittwoch wegen eines Fouls vor ...
Die Rundfunkgebühren betragen 2019 365 Franken für jeden Haushalt - egal, ob er ein Empfangsgerät besitzt.
Schweiz: 18.10.2017, 13:05

Der Bundesrat senkt die Empfangsgebühren auf 365 Franken - dafür müssen alle zahlen

365 Franken im Jahr oder ein Franken pro Tag: Diese Empfangsgebühr für Radio und Fernsehen ...
Ein Torhüter der Breitensportabteilung des FC Wil ist am Mittwoch vom Kreisgericht Wil wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt worden. (AP Photo/Thomas Kienzle, File/Symbolbild)
Region Wil: 18.10.2017, 16:37

"Dieses Urteil hat eine nachhaltige Wirkung für alle Hobbyfussballer"

"Nun muss man als Breitensportler jederzeit damit rechnen, dass es nach einem gröberen Foul zu ...
Bei diesem Unfall entstanden Zehntausende Franken Blechschaden.
Unfälle & Verbrechen: 18.10.2017, 11:33

Beim Überholen in Traktor gekracht

Eine Autofahrerin ist am Mittwochmorgen in Oberneunforn bei einem Verkehrsunfall leicht verletzt ...
Wo bis vor kurzem drei bediente Kassen standen, wurde in der Migros Neumarkt ein dritter Eingang geschaffen.
St.Gallen: 18.10.2017, 06:36

Migros ersetzt weitere Kassen im St.Galler Neumarkt durch Selbstbedienung

Die Migros Neumarkt hat im Bleicheli einen neuen Eingang geschaffen.
Einen Franken pro Tag - soviel müssen die Haushalte ab 2019 an Radio- und TV-Gebühren bezahlen.
Schweiz: 18.10.2017, 19:42

Leuthards Coup hilft der SRG

"Die SRG muss nun aufzeigen, wozu sie 1,2 Milliarden an Gebührengeldern braucht", schreibt ...
Paarungszeit und Balzverhalten setzen bei den Reptilien in freier Wildbahn durch Vibrationen des Bodens ein.
Schauplatz Ostschweiz: 18.10.2017, 05:21

Walter-Zoo: Handgranaten-Lärm macht Krokodile scharf

In der Nähe des Walter-Zoos übt das Militär. Den Tieren macht das offenbar nichts aus.
Im thurgauischen Mattwil hatte der Mann einen Reitstall gemietet - Geld dafür sah die Vermieterin immer weniger.
Kanton Thurgau: 18.10.2017, 13:47

Verteidiger des Reitstall-Betrügers: "Ein Telefonat hätte genügt"

Der hochverschuldete Reitstallbetreiber soll vor Gericht vom Betrugsvorwurf freigesprochen werden.
In diesem Haus an der Neugasse in Bazenheid kam es zum Streit.
Kanton St.Gallen: 18.10.2017, 09:17

Bruder getötet: Täter ist in der Klinik

Der 28-jährige Schweizer, der am Montagnachmittag in Bazenheid seinen Bruder mit einem Messer ...
Zur klassischen Ansicht wechseln