Die Arbeiten rollen zügig voran

  • Bauarbeiter fixieren die neuen Fahrleitungen.
    Bauarbeiter fixieren die neuen Fahrleitungen. (Bilder: Andrea Stalder)
03.08.2017 | 06:50

BAUSTELLE ⋅ Tag und Nacht wird auf der Thurtalstrecke zwischen Frauenfeld und Weinfelden zurzeit gearbeitet. Die SBB tauschen die Fahrleitungen samt Masten aus. Die unübliche Sperrung einer Schnellzugstrecke verlangt allen Beteiligten viel ab.

Larissa Flammer

Larissa Flammer

larissa.flammer@thurgauerzeitung.ch

Der Bahnhof Weinfelden hat sich für diese Woche in eine Grossbaustelle verwandelt. Während der noch bis Montagmorgen früh dauernden Vollsperrung der Strecke Weinfelden–Frauenfeld wird die zweite Unterführung gebaut. «Der Zeitplan sieht sehr gut aus», sagt Oberbauleiter Kai Gugat von der SBB Infrastruktur. Damit dem so ist, mussten die Bauarbeiter aber die Nacht auf Dienstag und auf Mittwoch durcharbeiten. «Am Montag ist eine Gasflasche explodiert, was einen Sachschaden verursacht hat», erklärt Gugat. Die verlorene Zeit habe wieder aufgeholt werden müssen.

Eine der grössten Herausforderungen sei die Logistik. Die Bauarbeiten müssen auf sehr engem Raum stattfinden. Bagger fahren mit quietschenden Raupen über den Beton rund um die Baustelle, Hebebühnen bringen die Bauarbeiter in die richtige Position, und drei Kräne heben die Betonelemente in die Grube. Darum herum bewegen sich Reisende und Neugierige, Autos und Busse – die regulären sowie die 22 im Einsatz stehenden Ersatzbusse. Gemäss Gugat gab es schon Beschwerden, weil weniger Parkplätze zur Verfügung stehen. «Am Mittwochmorgen mussten wir einen Personenwagen abschleppen lassen, weil er auf abgesperrtem Gebiet stand und den Bussen den Weg versperrte.»

Wer sich informiert, hat keine Probleme

Ein Bahnersatzbus nach dem anderen fährt beim Bahnhof Weinfelden vor und wieder ab. Die Busfahrerin, die am Mittwochnachmittag die Strecke der S-Bahn bedient, erzählt: «Es gibt ein paar Leute, die ausflippen, wenn ihr Zug nicht fährt.» Viel seien es die Jungen, die motzen würden. «Obwohl die ja das Internet ständig dabei haben.» Wer sich über die Verbindungen informiert habe, finde die Ersatzbusse ohne Problem. An allen Bahnhöfen hängen Plakate und helfen Auskunftspersonen in gelben Leuchtwesten. Andrea ist in dieser Woche mehrmals zwischen Weinfelden und Frauenfeld unterwegs. Die junge Frau sagt: «Die Ersatzbusse sind kein Problem, es ist alles gut organisiert.» Sie habe kein einziges Mal Mühe gehabt, den richtigen Bus zu finden. «Zudem sind die Busse schön klimatisiert, was in den S-Bahnen nicht immer der Fall ist», fügt sie lächelnd an. Auch Liam gibt an, das Fahren mit Ersatzbussen sei «nicht so eine Sache». Der junge Mann wohnt in der Nähe des Bahnhofs Müllheim-Wigoltingen und ist mit einem Brief der SBB über die Bauarbeiten und die Ersatzbusse informiert worden. Anders die Situation der Familie Hunn. Das Paar ist mit den zwei kleinen Töchtern das erste Mal in der Region unterwegs. «Den Anschluss haben wir aber trotzdem gefunden, und die Auskunftspersonen haben uns alles sehr freundlich erklärt», sagen sie.

Mit dem Bus sogar schneller als per Zug

Die Familie konnte den Ersatzbus problemlos mit dem Kinderwagen benutzen. Wie die Busfahrerin erklärt, gibt es eigentlich immer genügend Sitzplätze. «Zu Stosszeiten fahren manchmal drei Busse gleichzeitig.» Den Anschluss erwischen aber nicht immer alle Reisenden mit Bahnersatzbussen. Der direkte Kurs zwischen Weinfelden und Frauenfeld fährt deshalb in der Hauptstadt von Norden her an den Bahnhof, um dem Stau auf der Zürcherstrasse zu entgehen. «Mit dem Ersatzbus, der direkt von Frauenfeld nach Kreuzlingen fährt, ist man dafür sogar schneller als mit dem Zug», sagt die Busfahrerin. Dass sie in dieser Woche nicht verreisen kann, stört sie nicht besonders. «Es sind ja nur zehn Tage.» Das werde aber sehr individuell wahrgenommen – für einige ihrer Kollegen sei es schon schlimm.

Während die Busfahrer immer hin und her fahren, bleiben die Auskunftspersonen in Neongelb am Bahnhof stehen und beantworten geduldig die Fragen der nach Hilfe suchenden Reisenden. Der junge Mann, der mittwochnachmittags am Bahnhof Frauenfeld steht, sagt: «Während meiner Schicht ist bis jetzt alles reibungslos verlaufen.» Menschen, die selten Bahn fahren, hätten eher Fragen. Viele würden aber die Plakate lesen und seien so informiert.

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