Der Weltmeister trainiert jetzt in Weinfelden

  • Freudensprünge: Der Thurgauer BMX-Juniorenweltmeister Cédric Butti dreht seine ersten Runden auf der neuen Anlage in Weinfelden.
    Freudensprünge: Der Thurgauer BMX-Juniorenweltmeister Cédric Butti dreht seine ersten Runden auf der neuen Anlage in Weinfelden. (Thi My Lien Nguyen)
03.08.2017 | 19:47

SPORT ⋅ Der Juniorenweltmeister Cédric Butti dreht die ersten Runden auf dem neu erstellten Thurgauer BMX-Park. 1,2 Millionen kosten die Anlagen mit Clubhaus. Der Kanton steuert einen Drittel aus dem Lotteriefonds bei.

Silvan Meile
Beide Füsse sind in den Pedalen. Die Hände umklammern in Handschuhe gepackt den Lenker. Hinter der getönten Schutzbrille sind die Augen wach. Cédric Butti steht mit seinem BMX auf der fünf Meter hohen Startrampe der hügeligen Piste mit ihren Steilwandkurven auf der Weinfelder Sportanlage Güttingersreuti. Neben dem 18-Jährigen, der vor wenigen Tagen in den USA Juniorenweltmeister wurde, steht Vater und Förderer Daniel Butti. Dieser hält ein kleines Gerät in den Händen. Er drückt auf den grünen Knopf. Die Ampeln leuchten auf. Rot, orange, dann grün. Die Startvorrichtung klappt nach unten. Jetzt beginnt der wilde Ritt auf der 358 Meter langen neuen Bahn. Cédric Butti schiesst die steile Rampe hinunter auf den ersten Sprung zu. Am Ende wird er ausser Atem sein wie ein Hürdenläufer. Vom Pistenrand aus verfolgt Markus Rüegg die Fahrt: «Mit dem Weltmeistertitel unseres Vereinsmitglieds gewinnt die Anlage zusätzlich an Bedeutung», sagt der Rothenhauser. Rüegg ist Präsident der Stiftung Faszination BMX, die sich für diese Anlagen stark gemacht hatte und noch immer unermüdlich Geld dafür sammelt. Auch dank ihm haben die Thurgauer BMX-Fahrer nach vier Jahren wieder ein Trainingsgelände.  

«Wir bringen die Kinder auf die richtige Spur»

1,2 Millionen Franken kostet die neue Infrastruktur. «Nicht eingerechnet sind zahlreiche Solidarbeiträge von Baufirmen», betont Rüegg. Und einen Drittel beziehungsweise 400 000 Franken hat der Kanton aus dem Lotteriefonds beigesteuert. Für den Rest werden vor allem private Sponsoren angegangen. Mit diesem Budget der Stiftung Faszination BMX wurde nicht nur die BMX-Piste für den Spitzensport gebaut, auch ein sogenannter Pump-Track, ein Rundkurs für den zweiradfahrenden Breitensport wird bald fertig sein. Dieser war eine Bedingung des Kantons, damit der die Kasse des Lotteriefonds öffnete. Für Rüegg ist klar: Damit bietet seine Stiftung der Allgemeinheit eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. «Wir bringen die Kinder auf die richtige Spur.» Gerade sind Bauarbeiter auf dem Pump-Track daran, die Spur zu asphaltieren. 

Das Geld für die Clubbeiz fehlt noch

Eine Hektare Land hinter dem Kunstrasenplatz hat die Gemeinde Weinfelden für die Anlagen zur Verfügung gestellt. «20 Jahre im Baurecht – mit Option auf Verlängerung», sagt Rüegg. Noch kann er die Buchhaltung nicht abschliessen. Ein Viertel der 1,2 Millionen Franken fehlt noch. Mit diesem Geld ist schliesslich ein Clubhaus mit Beizli geplant. Die Suche nach Geldgebern geht weiter. 

Vier Jahre nachdem die waghalsigen Thurgauer BMX-Fahrer ihre Piste beim Flugplatz Sitterdorf verlassen mussten, haben sie in Weinfelden ein neues Trainingsgelände. «Die Anlage sucht ihresgleichen in der Region», freut sich Rüegg. Im nächsten Jahr sollen auf der Güttingers-
reuti nationale oder gar internationale BMX-Rennen stattfinden.
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