Der Hanf war im Maisfeld versteckt

  • Spital- und Kantonsapotheker Rainer Andenmatten im Medikamentenlager des Spitals Münsterlingen.
    Spital- und Kantonsapotheker Rainer Andenmatten im Medikamentenlager des Spitals Münsterlingen. (Bild: Andrea Stalder)
12.08.2017 | 05:17

THURGAU ⋅ Jahrzehnte im Dienste der Gesundheit: Kantons- und Spitalapotheker Rainer Andenmatten sagt Ende Jahr Adieu und geht in Pension. Gestern zeigte er den Medien nochmals seine Wirkungsstätte und wusste dabei einige Anekdoten zu erzählen.

Silvan Meile

Rainer Andenmatten bestellt ­Medikamente palettenweise. Der Thurgauer Kantonsapotheker ist gleichzeitig Chefapotheker am Spital in Münsterlingen. Von hier aus werden Apotheken, Pflegeheime und andere Spitäler mit Medikamenten beliefert. «Bis ins Unterengadin», sagt Andenmatten. Das Sortiment umfasst 2500 Produkte. Doch der Markt ist instabil geworden. Als kürzlich in China eine Fabrik explodierte, in der ein wichtiges Antibiotikum verarbeitet wurde, kam es auch in Münsterlingen zu Lieferengpässen. «Die Globalisierung ist zur Herausforderung geworden», sagt Andenmatten. Längst hat die Pharma-Industrie Produktionen in Billiglohnländer verlagert. Das nötige Antibiotikum konnte sich die Spitalapotheke dennoch beschaffen. Doch der Preis dafür stieg sofort an.

Seit Mitte der 80er-Jahren ist Andenmatten schon Spitalapotheker, seit 1989 amtet er gleichzeitig als Thurgauer Kantons­apotheker. Ende Jahr geht er in Pension. Dann werden diese beiden Funktionen voneinander getrennt. Nadja Müller wird neue Kantonsapothekerin, nicht nur für den Thurgau, sondern gleichzeitig auch für den Kanton Schaffhausen. Denn die beiden Kantone haben sich für eine gemeinsame Stelle entschieden. Das Amt des Chefapothekers am Spital Münsterlingen übernimmt Volker Ebert.

An einer Sommermedienfahrt des Kantons blickte Rainer Andenmatten gestern auf seine langjährige Tätigkeit zurück und zeigte unter anderem, wie am Spital Münsterlingen Pillen selber hergestellt und die Mittel für Chemotherapien aufbereitet werden. Und er wusste dabei auch ­einige Anekdoten zu berichten. So musste er um die Jahrtausendwende die Vernichtung mehrerer Hanffelder veranlassen, weil der THC-Wert der Pflanzen zu hoch war und sie somit als Drogen galten, was Proben im Labor jeweils zu Tage brachten. «Ein Bauer versuchte, seine Hanfpflanzen in einem Maisfeld zu verstecken.» Ernster war es während der Schweinegrippe: «Dafür die Medikamente zu organisieren und deren Ausgabe zu koordinieren, war eine der grössten Herausforderungen.»

Silvan Meile

silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

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