Den Lohn selber festlegen

  • Gregor Fröhlich zeigte auf, dass die «Lohnauszahlung» auch dann ohne Nachteil für die Firma vonstattengehen kann.
    Gregor Fröhlich zeigte auf, dass die «Lohnauszahlung» auch dann ohne Nachteil für die Firma vonstattengehen kann. (Bild: Christof Lampart)
07.10.2017 | 05:20

LOHNMODELLE ⋅ Wie viel Lohn ist gut? Diese Frage dürfte Arbeitgeber und -nehmer interessieren. Dabei geht es nicht nur ums Geld, sondern auch um die Frage der Work-Life-Balance

Christof Lampart

Christof Lampart

thurgau@thurgauerzeitung.ch

Beim Wissenslunch des Ostschweizer Unternehmerforums (Nosuf), welcher am Donnerstag in den Räumen des Frauenfelders «Primestay» abgehalten wurde, sprach der Unternehmensentwickler Gregor Fröhlich übers Thema Lohn. Dabei ging er jedoch weniger auf die Frage ein, wer was in welcher Branche und Positionen verdienen sollte, sondern spürte vielmehr der Frage nach, welche modernen Lohnmodelle heute schon umgesetzt werden. Dass sich die Lohnzahlung weiter verändern wird, steht für Fröhlich ohnehin fest. «Die Generationen Y und Z werden nicht mehr einfach wie wir ihren Lohn, sondern auch Spass haben wollen», so Fröhlich. Wer heute in einen Beruf einsteige, sei sehr gut ausgebildet und erwarte mehr von der Arbeit, als «nur» ein Fixgehalt. «Die heutigen Jungen stellen sich bei der Jobsuche die Sinnfrage», weiss Fröhlich. Dies zu verstehen, sei umso wichtiger, da in vielen Berufen ein Fachkräftemangel herrsche.

Erfolgsprämie fürs Team vereinbart

Heute sei es bei vielen Firmen modern, dass sie bei der Entlöhnung ihrer Mitarbeiter immer mehr die früher voneinander unabhängigen Lohnmodelle «Zeit, Leistungslohn und Bonus» und «Prämien-, Gruppen- und Individuallohn» miteinander vermischten.

Immer häufiger gebe es ein Sowohl-als- Auch bei der Bezahlung. Dies führe oft zur Unzufriedenheit des Personals, weshalb einige Unternehmen – teilweise auch aus Zwängen – ungewöhnliche Lösungswege suchten und fanden. So verabredeten die Mitarbeiter des in eine finanzielle Schieflage geratenen Hydraulikgeräte-Reparaturdienstleisters Chronoflex – die Firma stand kurz davor, die Bilanz zu deponieren – ein Beteiligungssystem, das nebst einer persönlichen Erfolgsprämie auch eine solche fürs Team vorsah. Dies führte dazu, dass alle Mitarbeitenden fortan motivierter und besser arbeiteten. Den Entschied fällte die Belegschaft unter sich – den Patron hatten die Mitarbeiter derweil auf eine Weltreise geschickt.

Firmen müssen flexibler werden

Noch eine Spur ungewöhnlicher ist das Modell eines Ingenieurbüros, bei dem die Mitarbeiter Ende des Monats ihren Lohn selbst festlegen. Einzige Bedingung dabei ist, dass man mit drei Arbeitskollegen zuvor über sein Gehalt rede.

Diese Kontrolle zeige Wirkung, wisse doch jeder, was der andere verdiene, so Fröhlich. Was er anschliessend jedoch als Lohn bezieht, entscheidet der Mitarbeiter selbst. «Es brauchte einige Jahre, bis sich das durchgesetzt hat, aber mittlerweile haben alle, die sich mit diesem System nicht anfreunden konnten, die Firma verlassen, während andere, die genau so etwas gesucht haben, die Lücken auffüllten», weiss Fröhlich.

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