• Jon Duri Cajochen mit seinem erfundenen Harry-Potter-Brettspiel.
    Jon Duri Cajochen mit seinem erfundenen Harry-Potter-Brettspiel. (Andrea Stalder)
20.04.2017 | 06:40

Thurgauer entwickelt Harry-Potter-Brettspiel


ZAUBERSCHULE VOM BODENSEE ⋅ Jon Duri Cajochen aus Horn hat ein Harry-Potter-Brettspiel erfunden. Mehr als drei Jahre lang hat er getüftelt. Die jetzige Version ist spielbar, aber noch lange nicht fertig.

Marc Sieger
Jon Duri Cajochen spielt gerne Brettspiele. Besonders die komplizierten, die sich über Stunden erstrecken haben es dem Horner angetan. Eine andere Passion sind die Harry-Potter-Bücher. Beide Leidenschaften kombiniert er in einem selbst entwickelten Harry-Potter-Brettspiel. Die Idee kam dem 26-jährigen Studenten vor fast vier Jahren während einer Projektwoche an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen. «Ich hatte Zeit und habe mir aus Spass überlegt, ob ich es wohl schaffe, ein in sich schlüssiges Brettspiel zu konzipieren.» Bis Weihnachten 2013 wollte er einen ersten Entwurf für seinen Freundeskreis kreieren.

Das Thema habe schnell festgestanden. «Ich bin ein grosser Harry-Potter-Fan», sagt Cajochen. Er machte sich an die Arbeit und an Neujahr wurde die erste Partie gespielt. «Es funktionierte schon sehr gut, ich habe aber gemerkt, dass ich noch viel verbessern kann.» Er sei dann jedoch anderweitig beschäftigt gewesen und habe das Projekt vorübergehend auf Eis legen müssen.
 

Spielen, diskutieren und weiterentwickeln

Im November vergangenen Jahres fand es seine Fortsetzung. «Eine Kommilitonin organisiert regelmässig Kulturanlässe und hat mich gefragt, ob ich nicht auch einen Beitrag beisteuern möchte», erzählt Cajochen. Bis Februar hatte er Zeit, das Brettspiel in ein präsentable Form zu bringen. «Ich habe gemerkt, ich kann nicht mit dem aufkreuzen, was ich bis dahin hatte.» 

Er überarbeitete das Spielkonzept. Geholfen hätten ihm dabei in erster Linie die Diskussionen mit Bekannten. «Wir haben das Spiel immer wieder gespielt und uns anschliessend bei ein paar Bieren überlegt, was man noch ändern kann. Diese Probeläufe waren sehr wichtig.» Cajochen entwarf auch das Spielbrett,  die Figuren und Spielkarten neu. Die erste Version hätten sie noch auf einem Blatt Papier mit Zeichnungen gespielt. Nun bewegen die Spieler ihre Figuren über ein farbiges Brett und halten professionell gestaltete Karten in den Händen. Unterstützung erhielt Cajochen dabei von einem grafisch bewanderten Kollegen. «Ich  bin gestalterisch nicht so gut und sehr froh, dass ich diese Unterstützung hatte.» Ende Februar präsentierte Cajochen sein Spiel schliesslich im Rahmen eines Kulturanlasses an der PH der Öffentlichkeit. 
 

Kampf gegen böse Zauberer und magische Wesen

Bei Cajochens Harry-Potter-Spiel gilt es, möglichst viele Punkte zu sammeln. Die Spieler nehmen dabei die Positionen der vier Schulhäuser Gryffindor, Ravenclaw, Hufflepuff und Slytherin an der Zauberschule Hogwarts ein. Gespielt wird mit jeweils zwei Figuren pro Spieler. Durch den Besuch von Zauberlektionen, im Kampf gegen magische Wesen, Hexen und Zauberer können sie Punkte erzielen. Im Unterricht lernen die Charaktere neue Zauberkünste und finden Ausrüstungsgegenstände, mit denen sie ihre Fähigkeiten verbessern können. Cajochen hat sich stark an den Büchern orientiert. «Die Schuljahre im Spiel stimmen mit denen in den Büchern überein. Mir war es wichtig, diese Parallelen zu schaffen.»  So findet sich der Spieler an Harry-Potter-Fans bekannten Orten wie der Winkelgasse oder im verbotenen Wald wieder. Sieger ist, wer am Ende der sieben Schuljahre am meisten Punkte auf seinem Konto hat.

Cajochens Projekt ist noch nicht zu Ende. Er will weiter an seinem Spiel tüfteln. «Ich entdecke immer noch Kleinigkeiten, die verbessert werden können. Ausserdem dauert das Spiel noch zu lang.» Über sechs Stunden dauert eine Partie. Cajochen will die Spieldauer um die Hälfte reduzieren. Laufend überarbeitet er das Spielbrett, die Figuren und Karten. Es sei ein Prozess.  Das stete Arbeiten an seinem Projekt macht ihm Spass. «Es ist total schön, wenn dann etwas nach langem Probieren funktioniert. Es ist auch eine grosse Befriedigung, wenn das Spiel nach jeder Überarbeitung besser aussieht.» Irgendwann möchte der Horner sein Projekt zu Ende bringen. Wann das Spiel definitiv fertig sein wird, kann er aber nicht sagen. Bis dahin wird Cajochen noch viele Stunden spielen. 
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