Reto macht die Samstagabend-Kiste

  • Stöck, Wyys, Stich: Reto Scherrer wird der neue Herr der Jasskarten beim SRF.
    Stöck, Wyys, Stich: Reto Scherrer wird der neue Herr der Jasskarten beim SRF. (SRF/Oscar Alessio)
18.04.2017 | 18:05

WEINFELDEN ⋅ Der Thurgauer Kultmoderator Reto Scherrer übernimmt ab Spätsommer den«Samschtig-Jass». Mit seiner frischen Art möchte er der ältesten SRF-Unterhaltungssendung seinen eigenen Stempel aufdrücken.

Florian Beer
Als die Unterhaltungssendung «Samschtig-Jass» im Jahr 1968 von Kurt Felix ins Leben gerufen wurde, war das sieben Jahre vor Reto Scherrers Geburt. «Das alleine ist ja schon Wahnsinn», sagt der Weinfelder dazu. «Und dann hat auch noch einer der grössten Ostschweizer, Kurt Felix, dieses Format erfunden.» Jetzt, 49 Jahre danach, wurde Reto Scherrer als Nachfolger von Monika Fasnacht bestimmt, die der Sendung 18 Jahre lang ein Gesicht gegeben hat. «Das ist für mich natürlich eine grosse Bürde.»

Die Kunst des Jassens hat er von seiner Grossmutter gelernt. Seine Eltern haben eine Wirtsstube in Weinfelden und konnten es ihrem Sohn deshalb nicht selber beibringen. «Wenn der Wirt in seiner Gaststube Karten spielt, wirft das kein sehr gutes Licht auf den Betrieb», meint Scherrer lachend. So fiel die Ehre seiner Grossmutter zu. «Die Oma hat das sehr gut gemacht.» 

Während des Spiels das «Schnorren» sein lassen

Die Faszination des Jassens besteht für ihn aus dem Aufbau des Schweizer Kulturguts. Während man im Spiel selber versucht, den Gegner auszuspielen und zu gewinnen, muss man konzentriert  und vor allem ruhig bei der Sache sein. Vor allem Letzteres tue ihm durchaus gut. «Ich bin von Natur aus ein sehr lebhafter und kommunikativer Mensch.» Deshalb sei die Ruhe im Spiel sehr gut für ihn zwischendurch, denn dann dürfe er nicht die ganze Zeit «schnorren». Nach Beendigung des Spiels wird dann diskutiert und debattiert, was ihm dann wieder sehr zugute komme.

Die Entscheidung, Reto Scherrer als neuen Moderator des «Samschtig-Jass» zu bestimmen, sei wohl in den letzten Wochen beim Sender gefällt worden. Das Schweizer Fernsehen SRF habe ihn dann angefragt, ob er die Moderation übernehmen möchte. «Das habe ich dann mit meiner Frau besprochen, weil sie der Chef bei uns im Haus ist», sagt Scherrer lachend. «Meine Frau fand die Idee gut, ich auch, also habe ich zugesagt.» Seine neue Stelle bezeichnet er als «absoluten Traumjob». Es sei zwar immer etwas blöd, zu behaupten, man habe das Hobby zum Beruf gemacht, aber es stimme in seinem Fall. «Ich jasse einfach gerne, bin ich ein sehr umtriebiger Mensch und freue mich auf meine neue Aufgabe ab Sommer.» 

Traditionen darf man sicher der Gegenwart anpassen

Am 26. August wird Reto Scherrer zum ersten Mal den «Samschtig-Jass» moderieren und so das grosse SRF-Flaggschiff weitersegeln. Allzu grosse Änderungen möchte er an der grossen Samstagabend-Show, der Samstagabend-Kiste, nicht vornehmen, das sei ihm von Anfang an wichtig gewesen. «Die Sendung ist so beliebt und erfolgreich, da sollte man alles so lassen.»  Ausserdem könne man auch gar nicht so viel daran rütteln. Scherrer möchte aber dennoch versuchen, das Format in das Jahr 2017 zu transportieren, denn «Traditionen anzupassen, sollte immer drinliegen». Natürlich wolle er auch mit seiner frischen und unbekümmerten Art der Sendung seinen Stempel aufdrücken. 

Neben seiner neuen Aufgabe als «Samschtig-Jass»-Moderator wird Reto Scherrer weiterhin bei Radio SRF 1 tätig sein, so dass  seine vielen Hörerinnen und Hörer auch in Zukunft nicht auf ihren «Lieblingsschnurri» verzichten müssen.
 
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